Zeit für wasserfesten Mascara (Teil 2/2)

Zum ersten Teil:https://bdsmforlife.wordpress.com/2012/07/06/zeit-fur-wasserfesten-mascara-teil-12/

Er nahm meinen Koffer und brachte mich in sein Gästeschlafzimmer, ich setzte mich auf das Bett und stützte mich mit meinen Händen hinter meinem Rück. Er sagte zwei Stunden! Um Mitternacht hol ich dich! Ich lies mich aufs Bett fallen. Ich sah mich ein wenig um, blickte auf meine Uhr, stand auf und sah in meinen Koffer. Er war fast leer, nur ein kleines schwarzes Klein, schwarze Pumps und mein extra für diesen Tag gekauftes bisschen für darunter lagen im meinem Koffer. Ich musste grinsen.

Ich zum mich aus, ging ins Bad und sah mich an. Ich hielt meine Hände gerade vor mich. Ich hatte aufgehört zu zittern, ich war ruhig, ich war gespannt und voller Vorfreude auf den Abend. Ich zog mein Kleid an, ich hatte es seit zwei Jahren, aber ich hatte es noch nie an. Ich machte mich fertig und betrachtete mich im Spiegel. Ich dachte, wenn ich das nächste Mal in diesen Spiegel blicken werde, werde ich nicht mehr die gleiche sein. Ich musste grinsen.

Ich blickte auf meine Uhr. Es war noch erstaunlich viel Zeit, ich setzte mich aufs Bett und wartet. Die Zeit schien stehen geblieben zu sein.

Nach einer Unendlichkeit hörte ich, wie sich die Türklinge bewegte. Nicht hecktisch, nicht zaghaft, ich fühlte dass ich es wollte. Ich stand auf, er blickte mich einen Moment an und mir war klar, dass ich ihm folgen sollte. Ich fühlte mich sicher, er deutete auf einem Punkt mitten im Raum. Ich stellte mich an die Stelle. Er ging, zog eine Decke von einem kleinen Tisch und ich sah, was mich erwartet. Auf dem Tisch lagen Bestrafungsinstrumente die ich kannte neben welchen, die ich nie zuvor gesehen hatte. Er strich mit der Hand über den Tisch, ich fühlte das ich es wollte.

Er stellte sich vor mich. Ich fühlte seine Dominanz. Er blickte mir in die Augen und ich spürte einen Zwang meinen Blick zu senken. Ich wollte mich unterwerfen. Freiwillig, ohne dass er mich auch nur berührt hatte, ging ich auf die Knie. Ich fühle, wie sich die Stimmung änderte als ich vor ihm kniete. Das Spiel hatte begonnen.

Er packte mich an den Haaren, zog meinen Kopf nach hinten, so dass ich ihn ansehen musste. Er sah auf mich hinab. Ich spürte, dass er mich in Besitz genommen hatte. Er konnte tun und lassen was er wollte, ich würde folgen. Bedingungslos und voller Hingabe.

Er drückte meinen Kopf Richtung Boden, ich dachte ich schlage mit dem Gesicht auf dem Boden auf aber ich tat es nicht, ich konnte ihm vertrauen. Er ließ meine Haare los, sie lagen vor meinem Kopf auf dem Boden, ich sah nichts. Meine Sinneswahrnehmungen waren intensiv, laut knallend stellte er einen Stuhl vor mir auf den Boden und setzte sich. Mit seinem Schuh stand er auf meinen Haaren, dass andere Bein locker überkreuzt. Es tat weh, ich presste meine Stirn auf den Boden. Es war fast unerträglich, eine Träne bahnte sich ihren Weg, aber ich akzeptierte es.

Er nahm meine Handtasche, zog langsam am Reißverschluss und fing an mein Leben in Besitz zu nehmen. Er nahm mein Portemonnaie und durchstöberte es, mein Handy, meinen Kalender. Ich kniete vor ihm, regungslos und presse meine Stirn auf den Boden. Er stellte meine Handtasche zur Seite, ich spürte wie er mich ansah, Sklavin sieh mich an! Fuhr es mir in die Knochen.

Meine Augen waren wie gefesselt, ich sah ihn an, ich fühlte wie mein Blut förmlich kochte, meine Augen waren noch ganz feucht, ich lächelte.

Dies war der Beginn meiner ersten richtigen Session. Ich musste in dieser Nacht noch oft meine Zähne zusammenbeißen, Tränen kullerten meine Wangen hinunter, immer wieder legte er tröstend seine Hand auf mich und doch hatte er kein Mitleid. Immer wieder bissen mich seine Züchtigungsinstrumente, immer wieder schluchzte ich laut auf. Bedingungslos folgte ich seinen Kommandos. Erst als er beschloss, dass es genug war, war mein Leiden vorbei, sinnlich küsste ich die Hand die mich geschlagen hatte. Ich hätte es ewig tun können.

Er sah mich an. Ich wusste, dass ich aufstehen durfte. Ich spürte wie meine Knie schmerzten, als ich mich langsam aufrichtete. Ich sah in an, ich musste grinsen. Er wischte mir meine Tränen aus den Augen, ich umarmte ihn. Ich war wieder ich, mein Arsch tat höllisch weh, aber es ging mir gut, es ging mir nie besser, ich war vollkommen glücklich.

Es war die schönste Nacht meines Lebens, meine erste Nacht in einer anderen Welt, einer Welt von der ich nun ein Teil war. Wir frühstückten, erzählten Witze und redeten über Banalitäten. Sonnenstrahlen streichelten mein Gesicht, es war Zeit zu gehen, die normale Welt wollte ihren Platz in unseren Leben zurück. Ich konnte das Akzeptieren. Er fuhr mich zurück zum Bahnhof, ich gab ihm einen Abschiedskuss und stieg aus. Als ich mich noch einmal umdrehte, war er weg, ich musste grinsen.

Ich ließ mich in meinen Sitz im Zug fallen, mein Hintern trieb mir eine Träne in die Augen, ich musste grinsen. Ich war glücklich, mein Leben war perfekt.

13 Gedanken zu „Zeit für wasserfesten Mascara (Teil 2/2)

  1. Ich kann dir gut nachfühlen.

    Schön, dass du den Mut hast über deine Neigungen zu schreiben. Das ist sich nicht leicht für dich.

  2. Verrückt ist, ich denke schon seit Jahren über die Dinge nach, von denen du schreibst- ich konnte nur nie glauben, dass es so etwas wirklich gibt.

    Schon verrückt – Google findet wohl alles 😉

    Wie alt warst du als du angefangen hast mit solchen Dingen?

    Liebe Grüße

    Martina

    • Hallo Martina,

      als ich das erste mal BDSM in eine Suchmaschiene eingegeben habe konnte ich auch nicht glauben wie viele Menschen es mit unseren Neigungen gibt. Mach dir klar, dass wir viele sind, dass es in Ordnung ist so zu sein und sei stolz, dass du weißt, worauf du stehst.

      Ich war mh – ich glaube 23 – als ich aktiv geworden bin.

      Liebe Grüße

      • Hi Nadine,
        Das macht mir wirklich Mut, ich hab mit 15 bewusst gemerkt, dass ich auf bdsm stehe (…)

      • Hallo Sub,

        Vielen Dank für deine Kommentare!
        Nadine wird sich heute Abend oder Morgen früh bei dir melden – versprochen 🙂

        Wir waren über das Wochenende verreist….

        XK

      • Hiii Nadine
        Wie ich aus deinem neuen Post entnehmen kann, hast du bestimmt viele spannende und wunderschöne Stunden erlebt am Wochenende. U.a. fallen wir die bisher unbekannten Schreibfehler auf…;)
        Ich wünsche Dir noch einen erholsamen Abend, deine Antwort kann warten
        Herzlich, sub

      • Hey,

        es tut mir sehr leid zu hören, was dir geschehen ist. Das macht die Sache natürlich für dich noch ein ganzes Stück schwieriger als sie ohne hin schon ist. Aber schön, dass du es versuchst und glaub mir – es lohnt sich.

        Du hast mich erwischt ich war gestern ganzschön müde…

        Zu deiner Frage: Es ist natürlich schwer so etwas richtig einzuschätzen, da ich nur sehr wenig über dich weiß und ich hoffe du verzeihst mir, wenn ich falsch liege. Ich denke, dass mit dem „Umpolen“ ist ein Vertrauensproblem. Ich meine damit nicht, dass du deinem Mann nicht vertraust. Ich bin mir sogar sicher, dass du ihm ganz außerordentlich vertraust, wenn ich lese was ihr gemeinsam durchgestanden habt. Ich glaube, du vertraust ihm als Partner, als Mann/Freund/Mensch.

        Aber ich glaube, du vertraust ihm nicht genug als Dom um dich „fallen zu lassen“. Das ist natürlich für euch beide in doppelter Hinsicht schwierig. Nicht nur, dass ihr beide wie du sagst vollkommen unerfahren seid, sondern dazu kommt auch noch deine Vergangenheit die er auch kennt und mit der er in der Session umgehen muss und will.

        Ich hoffe, ich liege bis hierhin mit meiner Einschätzung richtig. Falls nicht schrei halt!

        Du schreibst, dass du dich nach jeder (bisherigen) Session für einen Moment als Versuchskaninchen fühlst. Dass ihr euch herantastet, unsicher seid, was euch gefällt, was euch heiß macht. Du sagst selber, dass du erst seit ein paar Wochen stark genug bist dich auf eine Session einzulassen. Das ist natürlich kein besonders langer Zeitraum und vielleicht bist du dir unsicher was du magst und was nicht.

        Wenn ich ehrlich bin vermute ich aber, dass es euch, da ihr beide noch recht unerfahren, seit an einem guten Script fehlt. Ich meine damit den großen, dir als Sub unbekannten Plan des Dom, der der Session zugrunde liegt. Das als Versuchskaninchen fühlen, das unsicherere ausprobieren, das sicher in eurer Unerfahrenheit begründet ist, spürst du in der Session und wenn sie vorbei ist, wird es dir schlagartig bewusst.

        -Ihr solltet überlegen, ob du dir deiner Fantasien und Wünsche bewusst bist und wenn ja ob du sie (vor!!) der Session auch deutlich deinem Dom mitteilst.
        -Macht nicht zu viele Dinge auf einmal. Lieber weniger und dafür richtig.
        -baut auf dem auf, was ihr aus den vergangenen Sessions habt.

        Ich weiß nicht, wie ihr eine Session angeht, sonst könnte ich dir sicher mehr sagen.

        Ich hoffe, ich liege mit meinen Vermutungen nicht falsch, sonst sag es bitte!

        Wenn du Fragen zu etwas hast, kannst du dich jederzeit bei mir melden, ich kann dir auch meine E-Mail Adresse geben, wenn du mehr Privatsphäre brauchst. Ich – aber eigentlich wir beide – helfen euch jederzeit gerne.
        Liebe Grüße Nadine

  3. Danke nochmals, dass du dir die Zeit genommen hast, mir so umfangreich zu schreiben. Du hast bei einigen Dingen die richtigen Vermutungen und deren Schlussfolgerungen gezogen, aber es ist schon so, dass (…)

    • Ich denke, als ich gelesen habe, was du schreibst, sind meine eigenen alten Erinnerungen aus grauer Vorzeit in mir aufgestiegen. Ich hatte in meinem Leben einige nicht besonders glückliche Beziehungen und ich denke darauf habe ich meine Mutmaßungen aufgebaut. Tut mir leid. Aber schön, dass ich nicht überall falsch lag 😉 Ich verstehe jetzt, was du meintest, ich habe es wohl wirklich in den falschen Hals bekommen.

      Du hast recht, ich bin eher die Geliebte, ich bin im Grunde nicht Teil seines Lebens. Wir leben zwei sehr unterschiedliche Leben. Manchmal frage ich mich ehrlich gesagt, ob wir wirklich auf dem gleichen Planeten geboren wurden.

      Ja ich finde es auch erstaunlich, wie schnell es einen Verändern mag, wenn man das auslebt, was man wirklich will. Wenn man das innerste raus lässt, wenn man bereit ist den ersten Schritt zu wagen. Es ist unfassbar wenn man sich beobachtet, wie sich die eigene Ausstrahlung verändert, wie sich die Körperspannung verändert, wie man sich binnen Wochen in einen Menschen verwandeln kann der kaum wiederzuerkennen ist. Vor allem, dass es einem selbst meist gar nicht so auffällt. Das man immer wieder von sich selbst überrascht wird.

      Weißt du was ich liebe? Wenn ich neben ihm laufe, ich meine irgendwo, wo es wirklich voller Menschen ist, wo ich immer angerempelt werde oder anderen immer irgendwie unterbewusst aus dem Weg gehe. Läuft er kerzengerade, aber niemand berührt ihn. Es ist als hätte er eine Art unsichtbaren Schutzschild der alle ausweichen lässt. Es ist, als sendet das Unterbewusstsein: ich laufe hier und du naja du läufst garantiert irgendwo anders. Laufe ich neben ihm strahlt es auf mich ab. Niemand rempelt mich an, aber manchmal spüre ich jetzt es auch wenn ich alleine Laufe. Ich glaube, wenn man mit sich wirklich im reinen ist, wenn man zufrieden ist, wenn man tut was man wirklich will, spüren die anderen Menschen das unterbewusst.

      Ich musste ziemlich grinsen, als ich las, dass du schreibst, dass du ein Kontrollfreak bist. Wieso? Sagen wir einfach, wie du siehst schachtel ich Sätze mit zehn Komma, statt drei Punkte zu machen. Ganz einfach weil es mein innerstes ausdrückt, ich bin kein Mensch der in kurzen Sätzen zu beschreiben ist, nicht die Seite an mir die diese Sätze schreibt. Aber es gibt auch eine andere Seite an mir, eine die sehr sehr genau ist. Eine die nach kleinsten Fehlern suchen mag. Ich hoffe du verstehst was ich meine 😉

      Liebe Grüße

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