D for Dominance

Es sitzt vor mir auf der Kochinsel die Küche und Esszimmer trennt. Ich stehe etwa drei Meter von ihm entfernt, sein Blick mustert mich. Sein Blick ist bestimmend, ich fühle mich klein und unsicher. Ich weiß nicht so recht was ich machen soll. Ich bleibe stehen, ich kann ihn kaum ansehen, sein Blick ist kalt, meine Augen suchen nach einem positiven Zeichen in seiner Mimik doch ich kann keines Entdecken. Sein Blick schüchtert mich ein. Lässt mich immer kleiner werden.

Ich stehe dar, wie versteinert, meine Hände zittern leicht, ich wende meinen Blick ab und sehe auf den Boden, ich bin unfähig ihm länger in die Augen zu sehen. Als seine Stimme erschallt zucke ich zusammen, sie fährt mir ins Mark. Meine Gedanken kreisen um seine Stimme, sie scheint meinen ganzen Kopf auszufüllen, jeden Platz für eigene Gedanken zu verdrängen.

Seine Befehle schallen in meinen Kopf und ich folge ihnen Bedingungslos. Ich knie nackt vor ihm auf dem Boden, er sitzt noch immer auf der Kochinsel. Ohne es zu merken falle ich immer tiefer in meine Rolle, ich werde ruhig. Ich sehe ihn an, meine Augen kleben an seinen Lippen, bereit jedem Befehl abzulesen. Alles um mich herum beginnt langsam zu verschwinden. Ich nehme das Brummen des Kühlschranks nicht mehr wahr, ich nehme das Fenster nicht mehr war, dass mir großes Unbehagen bereitet hat. Mein Kopf ist leergepustet, ich habe vergessen, dass ich vor wenigen Tagen Streit mit meiner besten Freundin hatte und seit dem nicht mehr mit ihr gesprochen habe. Ich habe vergessen wie viel ich noch für meine Klausuren lernen muss, ich habe alles vergessen. Jede Last, jede Sorge, jeder Ärger ist weg. Ich lebe hier und jetzt, in dieser Sekunde, ich habe die Zukunft und die Vergangenheit vergessen. Ich höre auf die Stimm die mir sagt, ich soll aufstehen, ich folge der Kraft die meinen Arm packt und mich führt, ich warte, ich sehne mich nach den Signalen meiner Nerven die mir sagen, dass ich Schmerzen spüre. Es ist nichts mehr in meinem Kopf als die Explosion an Eindrücken wenn tausende Nervenfasern um die Wette in meinen Kopf eilen um zu melden, dass ich getroffen wurde, dass es entsetzlich weh tut. Ich schließe die Augen ich fühle wie mein Blut anfängt zu kochen, wie mein Körper beginnt alle schleusen zu öffnen, wie die Botenstoffe wie ein Tsunami meinen Kopf überfluten.

Ich bin von einem allesumfassenden Glücksgefühl erfasst, ich bin unfassbar erregt, ich will mich ihm hemmungslos hingeben, als er von mir lässt lechzt es mich nach ihm, ich sehe ihm nach, als er mich Packt und mit mir schläft ist mein Kopf frei, ich bin ich, ich genieße es.

Nadine

 

Der Dominante, der Herr und Meister hat während der Session alle Macht und trägt alle Verantwortung für seinen unterworfenen Partner. Aus seiner Macht ergeben sich nicht nur Rechte sondern auch Pflichten.

Während sich der unterwürfige Partner ganz auf seine Rolle konzentrieren kann, sich fallen lassen kann, muss der dominante  neben seinen eigenen Fantasien, seiner eigenen Erregung, auch auf die Bedürfnisse, Fantasien und nicht zuletzt den körperlichen und geistigen Zustand des Unterworfenen achten.

Er muss den Spagat zwischen seinen eigenen Fantasien, den Fantasien und Möglichkeiten des Bottom wagen und darf sich niemals irren. Er trägt die Verantwortung für die körperliche und geistige Unversehrtheit seines Sub. Er muss die Stärke seiner Schläge kontrollieren und einschätzen, mit seinen Instrumenten umgehen können, wissen wie viel Luft er seinem Opfer zugestehen muss.

Der Prozess bis aus einer dominanten Fantasie ein sicheres Spiel werden kann ist lang. Anders als der unerfahrene devote Partner der durch einen erfahrenen Dom recht schnell sicher an seine Grenzen geführt werden kann, muss der unerfahrene Dom seine Grenzen selbst erkennen lernen ohne sie jemals zu überschreiten. Jeder Fehler kann verheerende Folgen haben. Ein Schlag auf die falsche Stelle kann schnell bedrohliche Ausmaße annehmen, eine falsch angelegte Fessel kann schnell nerven quetschen oder den Blutfluss abschnüren. Wie weit man ein Gelenk drehen kann ohne es auszukugeln, kann man in keiner Tabelle, keinem Buch oder Film lernen. Man kann sich nur langsam Erfahrungen sammeln, es ist schwer sich immer zu beherrschen, nie noch ein Stück weiter zu gehen.

Obwohl ich seit über 10 Jahren aktiver dominanter bin und einen großen Erfahrungsschatz gesammelt haben, erkenne ich auch heute noch Grenzen ab denen ich die Kontrolle verlieren würde und meinen mir vollkommen bedingungslos vertrauenden Sub gefährden würde. Es ist manchmal schwer sich im Rausch der Session zu kontrollieren, aber man kontrolliert nicht nur seinen Sub sondern muss auch sich selbst immer unter Kontrolle behalten. Diese Fähigkeit macht meiner Meinung nach einen guten dominanten aus. Wenn ich gerne noch einen Schritt wagen würde denke ich oft an Spiderman: „Aus großer Macht wächst große Verantwortung“ und werde mir meiner Grenzen bewusst.

Aus dieser Selbstbeherrschung kann man sehr viel für sein Leben mitnehmen. Mich bringt nichts aus der Fassung. Ich habe gelernt, einen kühlen Kopf zu bewahren, eine Situation losgelöst von Emotionen zu bertachten. Unter großem Stress, großer Anspannung und bei hohen Erwartungen die beste Entscheidung zu treffen.

XK

2 Gedanken zu „D for Dominance

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