Spiele für böse Mädchen

Ich war von mir selbst überrascht, als ich mich selbst konsequent meinen Standpunkt verteidigen hörte. Die kleine Nadine war, ohne es selbst so richtig zu merken, selbstbewusst geworden. Mein neuer Fernseher war kaputt und ich faltete gerade den Marktleiter des Elektronikriesen, der nicht Mars oder Venus heißt sondern nach einem anderen Planeten benannt ist, zusammen. Noch vor kurzem unvorstellbar.

Während ich sexuell bereit war mich immer bedingungsloser zu unterwerfen, hatte ich außerhalb der Schattenwelt massiv an Dominanz und Willen gewonnen. Ich fühlte wie mein Körper von Selbstbewusstsein durchströmt wurde, wie meine Stiefel feste den Boden berührten, als ich vor dem armen Würstchen das vom zusammengefalteten Chef dazu verdonnert wurde meinen neuen Austauschfernseher zu meinem Auto zu bringen.

Als ich eingestiegen war schloss ich meine Augen. Ich musste grinsen. Mein ganzes Leben wollte ich taffer sein, selbstbewusster. Mein ganzes Leben hatte ich meine Neigungen, meine devote Art, dafür verantwortlich gemacht, dass ich es nicht war. Das Gegenteil war die Wahrheit. Ich hatte in den letzten Monaten gelernt, was ich ab kann, das ich zäh bin. Ich hatte gelernt, mich zu akzeptieren und mein Geist zahlte es mir mit Selbstbewusstsein zurück.

Ich freute mich auf unser nächstes Treffen, ich fieberte ihm entgegen wie einst als Kind Weihnachten entgegenfieberte. Ich war bereit, seit Tagen war ich bereit. Alles war vorbereitet.

Er wollte ich mich in meiner Wohnung besuchen. Es war das erste Mal, alles war seit Tagen steril, geschrubbt, geputzt, gesaugt und poliert. Als ich mich nach dem Abendessen dabei erwischte, wie ich den sauberen Tisch scheuerte, fühlte ich mich ein wenig blöd. Ich dachte an unser erstes Treffen, wieder war ich die kleine dumm Nadine. Allein ein Gedanke an ihn ließ mich meine Position spüren.

Als ich am frühen Nachmittag nach Hause kam und die Post durchsah, fiel mir ein sehr schwerer Brief auf. Er hatte keinen Absender, es war einfach ein brauner schwerer Umschlag. Nie war mir der Weg von Briefkasten zu meiner Wohnung so lange vorgekommen. Ich schloss meine Wohnungstür und lehnte mich mit dem Rücken gegen sie. Vorsichtig öffnete ich den Brief und sah hinein. Ein paar schwerer Handschellen blitzte mir entgegen. Vorsichtig nahm ich sie aus dem Umschlag. Smith&Wesson stand auf ihnen, ich spürte ihre Härte, sie waren gemacht worden um Schwerverbrecher einzufangen. Meine Augen suchten aber fanden keinen Schlüssel zu diesen Handschellen. Ich legte die Handschellen vor mir auf den Tisch. Ich überlegte, ob ich sie anziehen sollte. Und was ich anziehen sollte oder nicht. Ich war unschlüssig und starrte sie an.

Mein Handy klingelte und riss mich aus meinen Gedanken. „Unbekannt“ schieb mir, „wir gehen aus“. Er nahm mir jede Möglichkeit zu antworten, zu fragen was ich tun sollte. Ich überlegte, was ich wohl anziehen sollte als ich zu meinem Schrank schlenderte. Mir stockte der Atem, als ich ihn öffnete. Leer! Entsetzt riss ich die Schubladen meiner Kommode auf. Leer! Mir wurde heiß, mein Herz raste, was war passiert? Panisch rannte ich durch meine Wohnung. Alles war noch da, nur meine Kleidung nicht.  Es war unfassbar. Ich war sauer und leicht verzweifelt. Auf dem Tisch lagen immer noch die Handschellen. Wütend warf ich sie in die Ecke. Ich warf mich auf mein Bett und bemerkte ein seltsames drücken am Rücken. Ich schlug mein Bett auf und fand ein einen leicht von meinem drauf werfen demolierten Karton. Ich öffnete ihn. Ein paar langer schwarzer Stiefel kam zum Vorschein. Ich musste grinsen. Ich sah mich um, stellte mich aufs Bett und sah auf dem Schrank ein weiteres Paket. Ich krabbelte auf den Schrank und äugte neugierig in das Paket. Ein schwarzes Kleid kam zum Vorschein. Langsam streifte ich durch meine Wohnung. Zwischen den Sofakissen! Zwischen den Handtüchern eine Handtasche – wie passend.

Ich zog mich um. Packte meine Handtasche um und betrachtete mich im Spiegel. Ich musste daran denken, dass der Schrank hinter dem Spiegel vollkommen leer war. Ich musste grinsen. Ich sah die Handschellen in der Ecke liegen. Ich hob sie behutsam auf und steckte die in meine Handtasche.

Es klingelte. Er stand vor der Tür.

Ich fragte, ob er reinkommen wollte. „Nein“ fuhr es mir in die Knochen. Er grinste und sagte „ich habe doch schon alles gesehen“. Er fragte, „hast du alles“ ich nickte. Wir gingen die Treppen hinab. Ich überlegte, doch dann fragte ich, ob er etwas über den Verbleib meiner Kleidung wüsste.

Er schwieg einen Augenblick und sah mich an. Das Licht im Treppenhaus ging aus. Er kam einen Schritt auf mich zu und flüsterte. „Gehört jetzt mir – genau wie du“. Mir blieb der Mund offen stehen.

Boooom krachte seine Hand auf meinen Hintern und beförderte mich einen Schritt nach vorne. Wir gingen weiter. Ich blieb wieder stehen, aber ich bekomme sie doch zurück? Fragte ich leise. Er sah mich an und schwieg. „n i c h t ?! “ Stammelte ich entsetzt. Wenn du artig bist, sagte er und wieder fegte mich seine Hand einen Schritt nach vorne. Es tat weh ich biss die Zähne zusammen, ich wollte meine Sachen zurück.

Wir fuhren im Taxi zum Restaurant und ich kalkulierte in meinem Kopf was ich so etwa besessen hatte.  Er strich mir über das Haar und ich lächelte gequält.

Wir aßen doch so richtig Hunger hatte ich nicht. Wir tranken einen Cocktail doch so richtig schmecken wollte er mir nicht. Er fragte ob ich gehen wollte und ich nickte.

Wir stiegen in ein Taxi und er nannte meine Adresse. War das wirklich unser ganzes Treffen fragte ich mich und sah aus dem Fenster. Er packte mich und gab mir einen Kuss. Ich vergas meine schlechte Laune vor einen Augenblick und Küsste ihn. Er flüsterte mir ins Ohr ob ich keinen Brief erhalten habe. Ich grinste, los flüsterte er. Vorsichtig holte ich die Handschellen aus meiner Handtasche. Nur Zentimeter hinter dem Taxifahrer legte ich langsam die Handschellen um meine Handgelenke und erschrak bei jedem „Klick“ als ich sie schloss. Mir wurde warm, ich spürte wie meine Lust größer wurde, ich lächelte ihn an. Er sagte, fahren Sie zum Flughafen. Der Taxifahrer nickte. Ich sah ihn überrascht an.

Es war mitten in der Nacht. Wir standen vor dem Terminal, es war fast Menschenleer. Ein Polizist musterte uns aus der Ferne. Ich blickte ihn an. Mir war etwas unwohl in meinen Handschellen und ich presste meine Handtasche noch enger vor meine Hände. Er grinste und sagte dort entlang. Wir gingen zum Parkhaus. Er schob mich immer wieder zurück damit wir im toten Winkel der Kameras blieben. Wir liefen an einem endlosen Meer aus Autos vorbei, bis er plötzlich stehen blieb. Er zog einen Mietwagenschlüssel aus seiner Tasche. Das grüne Schildchen nannte ein anderes Kennzeichen, wir gingen weiter. Ich entdeckte das richtige Kennzeichen und strahlte als er auf mich zukam. Das Auto blinkte, ich sah ihn an und strahlte.  Er öffnete den Kofferraum. Er war leer. Er sah mit ernster Miene in den Kofferraum. Ich sagte etwas hämisch ist dein Koffer weg? und blickte ihn herausfordernd an als ich an meine entführte Kleidung dachte. Er fing unvermittelt an ganz breit zu grinsen. Er sah mich an und ich musste, dass er mich gerade reingelegt hatte.

Ich blickte mit ernster Miene in den Kofferraum. Ich musste wer heute reingelegt wird. Die Nadine.

9 Gedanken zu „Spiele für böse Mädchen

  1. Hey Dini,

    uuuhi – du schreibst ja schon wieder 🙂 Du bist aber fleißig!

    Uuund war eure Suche erfolgreich? Ich will auf den neusten Stand gebracht werden!!

    Bis dann – freu mich auf Freitag – gaanz liebe Grüße

    Natalia

    • Irgendetwas stimmt mit meinem Google Account nicht ‚-), hab dir eine alternative E-Mailadresse zugeschickt 🙂

      Liebe Grüße

      Nadine

  2. Findet ihr es nicht wahnsinnig gefährlich jemanden in einen Kofferraum zu stecken? Ich meine es kann doch immer mal etwas passieren! Ein Unfall oder so…

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