Do whatever it takes

Schon für einen Vanilla, einen sexuell „normal“ veranlagten Menschen, ist es manchmal schwierig den richtigen Partner oder die richtige Partnerin zu finden. Für einen Menschen mit SM Neigungen ist es noch ein wenig komplizierter einen passenden Partner zu finden. Als ich die Schule verlassen hatte und anfing zu studieren, habe ich begonnen nach einer geeigneten Partnerin zu suchen, die meine Neigungen und geheimen Wünsche mit mir teilt. Nur wie sollte ich wissen, wer meine Neigungen teilt? So führte mich meine Suche in das Internet. Ich war anfangs fast erschlagen von der unglaublichen Anzahl an Menschen mit SM Fantasien. Mein erster Kontakt war ein lokaler SM Stammtisch, ein Besuch lehrte mich, dass primär Männer in den besten Jahre diesen aufsuchten und ich wenig Gemeinsamkeiten mit diesen hatte. So streifte ich weiter durch das Netz. Ich fand Kontakt in einigen Foren, in Chatrooms, doch so recht wollte keine geeignete Frau auftauchen. Ich war noch sehr jung, ich war unerfahren und ich wusste nicht so recht wie ich es anstellen sollte.

Erst nach vielen Monaten der Suche lernte ich eine Frau kennen, die vielleicht die richtige sein konnte. Wir schrieben uns viele Nachrichten, ich erfuhr sehr viel von ihren Fantasien, ihren Wünschen und den Dingen die sie hasste. Einestages, nach unzähligen Nachrichten, war mir klar, dass die Gemeinsamkeiten die Unterschiede bei weiten übertrafen und ich wollte mehr.

Ich beschloss sie zu fragen, was sie von einem Treffen hielt. Sie war von meiner Idee nicht übermäßig angetan. Immerhin konnte ich sie überreden, mir ihre Telefonnummer zu geben. Wir Telefonierten viel und mir war klar, dass sie die richtige war. Ich blieb hartnäckig und so kam es, dass sie eines Tages bereit war sich mit mir zu treffen. Zumindest um zu reden, ich kennenzulernen.

Es war ein trister Herbsttag, es war grau und es regnete. Ich fuhr mit dem Zug und fragte mich, ob sie wirklich am Bahnhof stehen würde. Wie sie wohl in natura aussieht, ich hatte zwar einige Fotos aber von einigen Vanilla Blinde Dates wusste ich, dass ein Foto nicht immer unverkennbare Ähnlichkeit mit dem Menschen hat den man trifft.

Eine kaum verständliche Ansage informierte darüber, dass ich bald mein Zielbahnhof erreicht hatte. Ich packte mein Buch ein, zog meinen schwarzen Mantel an und ging Richtung Tür. Mein Herz schlug wie wild, mit war warm und ich fluchte weil ich gleich anfangen würde zu schwitzen.

Quietschend hielt der Zug und die Tür öffnete sich, ich stieg hinab auf den Bahnsteig und sah mich um. Unzählige Menschen strömten an mir vorbei, ich sah wie sich Paare wiedertrafen und umarmten, doch ich konnte niemanden finden, der nach mir Ausschau hielt. Ich sah mich um, ich ging in die eine Richtung  und dann in die andere doch niemand schien dazu sein. Langsam leerte sich der Bahnsteig, die Traube an der Treppe hatte sich aufgelöst und nur noch einzelne Menschen verließen den Bahnsteig. Ich war alleine.

Ich ging langsam Richtung Treppe vorbei an den Fahrzeitinformationen die in der Mitte des Bahnsteigs in Kästen hingen. Als ich kurz vor der ersten Stufe war, hörte ich ein leises hey hinter mir. Ich drehte mich um und sah auf der anderen Seite der Kästen eine blonde Frau stehen die mir zaghaft winkte. Ich atmete tief ein damit meine Stimme voller klang und antwortete mit einem Hey! zurück und ging langsam auf sie zu während ich sie von oben bis unten musterte. Ihre lockigen blonden Haare fielen auf eine grüne Jacke, ein geflochtener brauner Ledergürtel hielt ihre blaue Jeans. Ich sah ihr in die blauen Augen, sie lächelte zaghaft. Ich stand direkt vor ihr uns gab ihr die Hand, sie zögerte einen Moment und umarmte mich als würden wir uns schon ewig kennen.

5 Gedanken zu „Do whatever it takes

  1. Hallo,

    ich bin heute auf euren Blog gestoßen und irgendwie sind es genau „die Träume“ die ich auch immer heimlich habe. Aber irgendwie kann ich mir nicht vorstellen es wirklich „zu tun“.

    In meinem Kopf spuken immer tausend Gedanken, was alles schief gehen kann – ich weiß nicht so recht…

    Wie war es bei euch? Hattet ihr nie Angst, dass es vielleicht in der Realität ganz anders ist als ihr es euch in euren Träumen ausgemalt habt?

    Ganz liebe Grüße

    C.

    • Hallo,

      Schön, dass du Gefallen an unserem Blog gefunden hast 🙂

      Ich denke, man weiß nie genau, ob Träume und Realität übereinstimmen. Man kann Schmerz nicht träumen, man kann Erschöpfung nicht träumen, man kann sie nur fühlen.

      Aber wenn man immer nur in seinen Gedanken/Träumen lebt verpasst man eine Menge.

      Liebe Grüße

      Nadine

      • Hey Nadine,

        danke für deine Antwort. Ich weiß auch nicht so recht – ich glaube ich bin mir einfach so schrecklich unsicher was ich will 😦

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