Die Session beginnt

Eingewickelt in Frischhaltefolie, die mir jede Bewegung raubt und meinen Körper durch ihre Kraft verdammt regungslos dazuliegen, zwing mich wie ein Bleimantel auf den Boden. Ich liege auf dem harten Boden. Mir wurde mein Gehör genommen, meine Augen, mein Geruchssinn, die Folie betäubt alle meine Sinne, ich weiß nicht ob ich berührt werde oder nicht. Ich weiß nicht ob mir warm oder kalt ist, ich fühle nur mich selbst.

Regungslos liege ich da, mein Körper will sich bewegen, ich muss mühe aufwenden, meinen Verstand zu beruhigen. Ich fühle meine vollkommene Hilflosigkeit, ich bin vollkommen meinem Meister ausgeliefert. Ich fühle mich unendlich schwach und klein. Ich presse mit meinem Arm gegen die Folie doch sie gibt keinen Millimeter nach. Ich will mich schütteln, ich will mich losreisen, doch ich verliere. Regungslos bleibe ich liegen. Ich verliere vollkommen mein Zeitgefühl.

Plötzlich kann ich nicht mehr atmen. Panik steigt in mir auf. Ich will Luft. Ich brauche Luft. Mein Herz rast, mein Kopf pocht. Ich fühle mich als würden tonnenschwere Lasten meinen Körper in die Bewegungsunfähigkeit zwingen. Mein Blut ist von Botenstoffen geschwängert. Ich kämpfe in einem Strudel aus Gefühlen um Luft.

Plötzlich strömt wieder Luft in meine Lungen. Die Hand meines Meisters ist von meinen Lippen verschwunden. Ich sauge die Luft in meine Lunge, meine Atmung ist flach und schnell. Dann stoße ich wieder auf einen unüberwindbaren Widerstand. Der Rausch der Gefühle beginnt von neuem.

Plötzlich spüre ich eine Berührung auf meinen Oberschenkeln. Mein Meister streicht über meine Oberschenkel. In mir brodelt es. Ich will mich bewegen und bin doch in vollkommene Bewegungsunfähigkeit verdammt. Langsam nährt sich seine Hand einer noch empfindlicheren Stelle. Ich presse mich gegen die Folie die mich festhält, doch ich bin machtlos. Langsam gerät mein Körper in Wallung, und gerade als ich kurz vor dem Kipfel bin, zerschmettert ein unsagbarer Schmerz den Kipfel. Das Spiel wiederholt sich, mit dem immer gleich schmerzhaften Ende.

Wieder bleibe ich in meinen Körper gefangen zurück.

Nach einer gefühlten Ewigkeit spüre ich wie der Druck von meinem Oberkörper verschwindet, meine Haut signalisiert einen Luftzug. Dann kann ich meine Beine und Hände wieder bewegen, doch mein Kopf bleibt seiner Sinne beraubt. Die warme Hand meines Meisters greift nach meinem Arm und gibt mir zu verstehen, dass ich aufstehen soll. Ich erhebe meinen Oberkörper, ziehe meine Beine zu mir und fühle die Hand meines Meistern an meinem Bein, dass mir signalisiert wie ich mich drehen soll. Meine Muskeln schmerzen nach den Stunden der Bewegungsunfähigkeit, langsam verlasse ich den Tisch auf dem ich gelegen habe. Meine Beine wollen mich kaum tragen. Mein Meister fast feste meinen Arm und führt mich. Ich setzte mich und fühle wie mir Manschetten an Arme und Beine gelegt werden, dann muss ich aufstehen. Meine Arme sind fest in der Luft gefangen. Ich muss stehen, unfähig meinen schmerzenden Beinen Erleichterung zu verschaffen.

Dann befreit mein Meister meinen Kopf von der Folie, meine Augen schmerzen im hellen Licht, meine Ohren nehmen jedes Geräusch wahr. Meine Nase nimmt den Geruch der Umgebung auf, ich atme tief durch. Ich hebe meinen Kopf und sehe schemenhaft meinen Meister in der Dunkelheit stehen. Eine meterlange Peitsche züngelt über den Boden.

8 Gedanken zu „Die Session beginnt

  1. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es sein muss so hilflos dar zu liegen und ganz seinem Dom ausgeliefert zu sein – aber ich finde an dem Gedanken Gefallen 🙂

  2. oh Gott, ich wünschte, ich könnte einmal ausprobieren, was du immer hast.
    seit über einem Jahr stöber ich im Internet nach Geschichten über euren Lebensstil.
    ich wäre gern eine von euch!

    • Hey,

      weißt du, ich habe auch lange im Internet gesucht, war in Foren und Blogs unterwegs und habe von einem anderen Leben geträumt. Ich habe mich entschieden, keine Träumerin zu bleiben, sondern diese Seite an mir auszuleben und ich habe dies niemals auch nur eine Sekunde bereut.

      Wenn du dir wirklich wünscht es einmal auszuprobieren – eine von uns zu werden – würde ich dir gerne helfen. Der Weg ist steinig wenn man alleine ist. Es gibt viele Sackgassen und Irrwege das weiß ich aus eigener Erfahrung.

      Überleg’s dir.

      Liebe Grüße

      Nadine

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