Der Knall der Peitsche zerschneidet die Gedanken (in einer Session)

Ich bin an den Armen festgebunden. Mein Meister hat das Seil soweit hinaufgezogen, dass ich nur auf den Zehenspitzen stehen kann. Meine Augen versuchen ihn hinter dem grellen Licht der Lampen, die von der Decke her auf mich Strahlen, auszumachen. Doch ich nehme ihn nur schemenhaft, wie einen Schatten war. Ich fühle mich noch immer wie benebelt, vom Rausch der Gefühle übermannt. Ich hänge in meinen Fesseln, aus den Augenwinkeln sehe ich eine lange Peitsche in seiner Hand.

Plötzlich und ohne Vorwarnung zerschneidet ein ohrenbetäubender Knall die Luft. Schlagartig bin ich hell wach, meine Augen fixieren meinen Meister. Die Peitsche züngelt wie eine Schlange, bereit die Beute zu reißen, in seiner Hand. Ich sehe wie sie Meter zurück fliegt bevor sie meinen Körper beißt und ich das Gefühl habe in Stücke gerissen zu werden. Der Schmerz lässt mich innerlich zerreißen. Meine Nervenbahnen scheinen den Impulsen nicht gewachsen. Unaufhörlich treffen, immer neue, immer schmerzhaftere Impulse meinen Verstand.

Das Adrenalin lässt meinen Körper implodieren. Ich bin hell wach, meine Augen nehmen jede Bewegung, jedes Zucken der Peitsch wahr. Der Knall, wenn die Peitsche maximal von mir entfernt ist und sich auf den nächsten Angriff vorbereitet, lässt meine Ohren panisch meinem Gehirn mitteilen, was geschieht.

Ich fluche und schreie unter dem Schmerz der durch meinen Körper zieht.

Ich beobachte meinen Meister, wie er das Werkzeug wechselt, der Schmerz wird tiefer. Gerten, Peitschen und Caine hinterlassen ihre roten, schmerzvollen Spuren auf meiner Haut. Der Schweiß brennt, wenn er über besonders malträtierte Stelle meines Körpers läuft.

Plötzlich wie aus dem nichts hört mein Meister auf. Ich stehe zwischen mir und meinem Schatten, leise, dumpf, verzerrt höre ich die Stimm meines Liebsten meinen Namen rufen. Langsam wird die Stimme heller und deutlicher. Nadine, hast du dein Codewort gerufen, hallt es in meinen Kopf.

Energisch schüttel ich meinen Kopf, ich will das es weiter geht.

Doch mein Liebster bleibt hart. Langsam komme ich zurück in meinen Körper, N-E-I-N!!! fauche ich ihn an habe ich N-I-C-H-T!!! und fletsche die Zähne wie ein wildes Tier. Ich will zurück, raus aus meinem Körper, ich will die Rute. Ich will den Schmerz.

Endlich ist er überzeugt, langsam geht er zurück, rüber zum Tisch. Mein Meister greift nach einer langen Peitsche, ich sehne mich nach ihrem Leder, ich schließe die Augen und bebe unter dem Schlag.

Ich sauge den Schmerz in mich auf, mein Blut tobt, ich will zurück, raus aus meinem Körper. Ich fühle das Adrenalin in meinen Adern explodieren, brausend durchfährt mich das Endorphin.

Ich bin zurück mit Mach 3 Richtung Himmel.

5 Gedanken zu „Der Knall der Peitsche zerschneidet die Gedanken (in einer Session)

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