BDSM Spiele mit Wachs

Kerzenwachs ist ein wunderbares Spielzeug, mit dessen Hilfe man den Sub in eine ästhetisch sehr ansprechende Hülle tauchen kann und deren sorgsames Anlegen beiden ihren Spaß bereitet. Das Schöne an Wachs ist, dass es richtig angewendet (nach dem mechanischen Entfernen) keine Spuren auf dem Körper hinterlässt und die Schmerzdosis durch die Wachsmenge und die Körperregion sehr genau reguliert werden kann.

Unter Berücksichtigung einiger Regeln kann Wachs auch von Anfängern „sicher“ zur Luststeigerung und Auslebung eines erotischen Machtverhältnisses verwendet werden. Leider gibt es selbst bei Praktiken, bei denen man eigentlich mit etwas Verstand nicht viel falsch machen kann, Spezialisten die Katastrophen schaffen. Am Wochenende erhielt ich eine E-Mail einer recht unerfahrenen Sub, die offensichtlich an einen noch unerfahreneren (Möchtegern)“Dom“ mit leichtem Größenwahn geraten ist. Einen jener Spezialisten. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, in der Hoffnung, dass ich dann derartige E-Mails nicht mehr lesen muss, einige Ratschläge zum spielen mit Wachs zu geben.

Normale Kerzen bestehen aus Paraffin- oder Stearinwachs und besitzen einen Docht, dessen Flamme durch ihre Hitze das Wachs der Kerze schmilz und in den Docht saugt(Kapillarwirkung), wo es durch die Hitze der Flamme verdampft und die Flamme am Leben hält. Es brennt also nicht das flüssige Wachs im Docht, sondern Wachsdampf der aus dem Docht austritt. Das Wachs von Stearinkerzen hat wenn es flüssig wird eine Temperatur von 55°C, das von Paraffinkerzen von 55 bis 60°C. Solange es in der Kerze weiterhin festes Wachs gibt, behält das Wachs seine Schmelztemperatur und wird nicht heißer( maximal ein paar Grad).

Das Wachs eines Teelichtes hält also solange es noch festes Wachs gibt eine Temperatur von ca. 55 bis 60°C. Sobald jedoch das ganze Wachs geschmolzen ist, erhöht sich die Temperatur des Wachses deutlich. Der Verdampfungspunkt von Paraffin liegt bei über 350°C und der von Stearinwachs bei 361°C. Aus diesem Grund darf niemals Wachs aus einem Behältnis (z.B. Teelicht, Grabkerze) genutzt werden, in dem sich kein festes Wachs mehr befindet, da die Temperatur zu hoch sein kann. Vernünftig ist es natürlich normale Kerzen zu nutzen, die anders als Teelichter keine Hülle haben und deren Temperatur erst gar nicht weiter steigen kann.

Bienenwachs hat einen Schmelzpunkt bei einer Temperatur von ca. 70°C und ist daher nur sehr begrenzt zum spielen geeignet. Es löst sich zu dem deutlich schlechter von der haut.

Nach dem Auftreffen muss der Körper die Hitze des Wachses ableiten. Aus diesem Grund sollte man darauf achten, dass sich keine „Wachsseen“ – flüssige Wachsreservoirs – etwa am Bauchnabel bilden. Für den Fall der Fälle sollte man etwas kaltes Wasser bereithalten, um notfalls schnell für Abkühlung sorgen zu können. Paraffinwachs hat eine sehr hohe spezifische Wärmekapazität. Das heißt, dass Paraffinwachs sehr viel Wärme speichern kann, die er Körper loswerden muss. Daher sollte man beim Einsatz von Paraffinkerzen auf die Temperatur des Subs achten und gegebenenfalls einige Pausen zwischen den „Wachsgängen“ einlegen.

Stearinwachs ist bis zu seinem Schmerzpunkt fest und lässt sich daher gut entfernen und leichter „abschlagen“ als Paraffin, das ab etwa 40°C (also nur knapp über der Körpertemperatur) weich wird. Paraffin bildet einen zäheren Mantel auf dem Sub, was auch seinen Reiz haben kann, allerdings sollte man gerade am Anfang lieber zum „festen“ Stearin greifen, da es schneller abkühlt und man sich besser auf das Spiel konzentrieren kann ohne im Hinterkopf ständig die Körpertemperatur des Subs im Auge zu haben.

Stearinkerzen sind leider nicht ganz so leicht zu bekommen wie welche aus Paraffin, da sie etwas teuer sind und daher weniger gekauft werden. Paraffin ist ein Abfallprodukt bei der Herstellung von Motoröl und daher recht billig, aber die zwei drei Euro mehr sollte man berappen können, außerdem ist die Suche nach Stearinkerzen auch eine schöne Beschäftigung, die das Kopfkino des Subs schon mal etwas anwärmen kann.

Manchmal liest man in Foren und Blogs auch von Leuten die Wachs mit Lötlampen oder einer Art Miniflammenwerfer-Schweißgerät erwärmen und auf den Sub tropfen lassen. Meistens geht das gut – manchmal nicht. Wie bereits erwähnt, brennt in einer Kerze nicht das flüssige Wachs, sondern der Wachsdampf und bei einem Gerät, das 1400°C heiß auf das Wachs brennt, kann sich eine Menge Wachsdampf bilden(und entzünden). Außerdem kann das Wachs nach dem es sich vom festen Block gelöst hat und quasi schon im Fall ist, von der 1400°C! heißen Flamme weiter erhitzt werden und so viel zu warm auf den Körper treffen, was man erst einmal nicht sehen und fühlen kann, sondern erst bemerkt, wenn sich nach dem Entfernen Verbrennungen zeigen. Ich rate dringend von solchen Experimenten ab!

Natürlich gibt es auch sichere Methoden größere Wachsmengen zu verflüssigen, aber die nötigen Geräte kosten Geld und eigentlich kann man mit ein paar großen Kerzen in denen sich über 2 Stunden Wachs verflüssigt hat sehr viel Spaß haben.

Ich hoffe, ich konnte einige Sinnvolle Tipps zum Spielen mit Wachs geben und wünsch viel Spaß bei der Arbeit 😉

Solche Artikel wird es ab jetzt regelmäßig geben. Wünsche können gerne geäußert werden. Außerdem wird er Artikel noch ergänzt wenn mir etwas wichtiges einfällt oder ein Kommentator etwas (meiner Meinung nach) sinnvolles ergänzt. (Das ist jetzt eher ein Schnellschuss aus aktuellem Grund- ich rechne also noch mit Ergänzungen)

19 Gedanken zu „BDSM Spiele mit Wachs

  1. Wachs ist toll gell 🙂

    Aber vielleicht könntest du ja noch schreiben, auf welche Körperstellen man es hingießen könnte und wo es wie schmerzhaft ist – oder so…

    … weiß nicht, ich finde das fehlt noch etwas…

    PS: ich hab gehört, dass du früher viel mit Seilen gearbeitet hast – stimmt das???

    Liebe Grüße

    Lea

    • Mist – ja du hast recht, hätte noch etwas dran arbeiten sollen…
      …werde ich auf jeden Fall noch dazuschreiben

      Ja hab ich – aber woher weißt du das – mit wem hast du gesprochen???

      Lg

      XK

      • Schön 🙂

        Ach hab mit Nadine ein paar E-Mails ausgetauscht…

        …weißt du, ich liebe Seile 🙂 und vielleicht ist das etwas frech – aber könntest du mir deine E-Mail Adresse geben? Ich würde dich gerne mal etwas fragen…

        Liebe Grüße

        Lea

  2. Das mit den Brennern ist echt eine Krankheit die man nicht ausgetrieben bekommt..

    Ich glaube Samya hatte letztens in ihrem Blog auch schon davor gewarnt…

    Ich glaube du hast alles wichtige erwischt – wenn auch etwas lieblos und technisch – ich glaub man merkt dir den Stress an – hättest dich in Paris mehr erholen sollen 😉

    Liebe Grüße

    Natti

  3. Es gibt sicher einige Leser die mit den Spielen über die ihr beide erzählt keine Erfahrung haben, dafür aber einige Phantasien. Ich bin sehr dankbar für diese Hinweise, schon bei dem Thema Eis und Kochsalz. Wenn ich mit meiner Partnerin Schmerz und Lust erfahren will, dann bitte mit der Betonung auf „und“. Bleibende Auswirkungen oder nur Schmerz sind für mich lusttötend (und kriminell). Was ihr beide bisher beschreibt ist ein schmaler Grat – aber immer mit der Betonung des UND.
    Danke.

    • Danke – mir ist die Feststellung sehr wichtig! Was wir tun, tun wir einvernehmlich und ich bin immer bedacht niemals die Grenze zu überschreiten die die Vernunft stellt.

      Ich werde in Zukunft öfter etwas von meinen Erfahrungen aus Sessions erzählen und mein erlangtes Wissen weitergeben…

  4. Vielen Dank für diesen Artikel! Wir haben unbewusst die Regeln bisher immer befolgt, wussten aber eigentlich nicht wirklich Bescheid. Gut, wenigstens wussten wir, dass Teelichter ganz schön heiß werden können.

    Was mich gerade wundert: Früher, als ich noch ein kleines unschuldiges Kind war, habe ich immer mit Teelichtern herumgespielt und mir auch mal das heiße Wachs in die Handfläche gekippt, kurz nachdem ich die Kerze ausgeblasen hatte. Eigentlich hätte ich da doch Brandblasen bekommen müssen, oder? Hatte ich Glück, unempfindliche Handflächen oder sind die Handflächen gar nicht so empfindlich, wie man sich das vorstellt?

    • Wenn man die Dinge mit Verstand angeht ergeben sich die Regeln denke ich intuitiv – wie bei euch 🙂

      Als du noch ein unschuldiges Kind warst(soso…) Da war das Wachs nicht so heiß und du hattest das Glück, dass dein Körper die Wärme schnellgenug abführen konnte. Es ist natürlich so, dass das Teelicht auch Wärme an die Umgebung abgibt. Also z.B. die Tischplatte Wärme aufnimmt und über ihre deutlich größere Oberfläche kühlt. Das ist auch der Grund, wieso meistens alles gut geht auch wenn die Leute keine Ahnung haben was sie da genau machen. Stellst du aber mehrere Teelichter dicht zusammen, wird viel weniger Wärme abgegeben oder das Teelicht steht auf einem isolierenden Untergrund und kann keine Wärme abgeben und du wirst schöne große Brandblasen bekommen.

      Wie bei den meisten Dingen müssen mehrere Unglücksfaktoren zusammenkommen damit etwas passiert. Aber Dinge die man Vermeiden kann, sollte man auch vermeiden und sein Glück nicht herausfordern…

      Übrigens sind die Handflächen wirklich recht unempfindlich und das obwohl gleich 3 Nerven durch die Hand laufen 🙂

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