Die Fee

Mein Herr betrachtete mich, wie ich mich langsam auszog. Schweigend verfolgten seine Augen jede Bewegung meines Körpers. Lässig stützten die Arme seinen Oberkörper während er sich an den Esstisch lehnt. Ich lege meine Kleidung sorgsam zusammen und stelle mich aufrecht, die Arme seitlich, so dass die Handflächen auf den Oberschenkeln liegen.

Seine Augen mustern meinen Körper. Langsam steigen sie von den Füßen auf und ich stelle mich so gerade ich kann, als sie sich langsam meinem Oberkörper nähern. Wir blicken uns einen Moment in die Augen.

Wir halten einen Moment Blickkontakt und ich spüre, dass er noch nicht ganz bei mir ist. Ich weiß, dass er beruflich sehr angespannt ist. Er hat mir erzählt, dass ein Unternehmen seine Kunden abwirbt. Ich weiß, dass er diese Woche einen großen Rechtsstreit verloren hat. Ich weiß, dass er mit dem Gedanken spielt, sich beruflich vollkommen neu zu orientieren.

Ich blicke in seine Augen, ich hatte Angst, dass ich in diesem Moment seine Dominanz nicht mehr spüren würde. Dass sie in seinem beruflichen Erfolg begründet ist, doch ich fühle sie, sie lässt mich gerade stehen und kein Wort sagen.

Er schließt die Augen und beginnt nach einem Moment des in sich Gehens über seine Woche zu erzählen. Mir stockt einen Moment der Atem. Unzählige Male habe ich in diesem Moment von meiner Woche berichtet und er hat mir zugehört und nun höre ich ihm zu. Er erzählt von seiner beruflichen Unsicherheit, davon das er unschlüssig war, wie es weitergehen soll. Davon das er die aktuelle Situation finanziell keine 6 Monate durchstehen kann, wenn er nichts ändert.

Ich blicke ihn an, sein Körper strahlt stärke aus, jeder Versuch meines Verstandes Schwäche aus seinen Äußerungen zu ziehen, wirkt fast komisch, surreal. Er sagt, dass er sich entschieden hat, dass er neu anfangen wird, dass man aussteigen sollte solange man vorne liegt. Dass es ihm schwer fällt, wegen der Mitarbeiter, wegen Weihnachten, wegen der Familien, aber dass es keine Lösung gibt. Er berichtet von seinen Gefühlen, von seiner Schwäche und ich erwarte jeden Moment, dass das Machtgefälle zwischen uns einstürzt.

Ich werde innerlich unruhig und sorge mich, dass ich mich ihm nicht mehr unterwerfen kann, dass seine Worte durch meinen Kopf schwirren werden. Plötzlich öffnet er die Augen und sieht mich an. Sein Blick durchdringt mich und bläst meine Gedenken weg. Ich spüre seine Präsenz, er wirkt riesig und ich begreife, dass er keine Furcht hat, keine Angst. Er hat mir dies nicht erzählt, weil er getröstet werden will, weil er halt bracht, sondern weil er weiß, dass er mir dies erzählen kann und sich nichts zwischen uns ändert.

Ich fühle das Alphatier wie eh und je und werde doch angriffslustig. Ich sage, du kannst bei mir schlafen wenn du pleite bist. Er lächelt, sein Blick streift über meinen Körper und er entgegnet, dass das sehr großzügig sei und dass er vielleicht auch mal richtig großzügig zu mir sein solle. Meine Angriffslust verpufft und ich ruder hastig zurück. Er erzählt mir von seinen Plänen, was er in Zukunft vor hat und ich fühle sein sprühendes Selbstbewusstsein. Sein Blick verrät, dass er vollkommen da ist, dass er jeder Zeit die Kontrolle übernehmen kann.

Ich habe meine Angst vor dem Moment, vor der aktuellen Situation von der ich wusste verloren und als sein Befehl in mein Ohr schallt, gehorcht ich bis in die Haarspitzen.

Ich hänge in den Seilen, ich schwebe mit dem Rücken nach oben in zwei Metern über dem Boden. Meine Arme und Beine sind ausgebreitet, mein Herr streicht über meinen Körper, seine Fingerspitzen kitzeln und ich versuche erfolglos mich ihnen zu entziehen. Feste treffen mich seine Schläge, die Peitsche ist gnadenlos zu mir. Ich schwebe und beobachte wie mein Herr Kerzen unter mir auf dem Boden ordentlich in Reih und Glied stellt. Ich beobachte seine Hände, wie sie das Streichholz greifen und mit einem Zischen entzünden. Ein großes Flammenmeer wütet unter mir, langsam lässt er mich tiefer hinab, bis ich die aufsteigende Hitze fühle. Ich schließe die Augen und genieße mein Vertrauen zu ihm.

Nach einiger Zeit beginnt mein Herr die erste Kerze auf meinem Rücken zu gießen. Das heiße Wachs läuft seitlich an mir hinab. Als er die letzte Kerze ausbläst, sind mein gesamter Rücken, meine Beine und Po in rotes Wachs getaucht. Ich versuche meinen Kopf zu heben und zu beobachten, was er mit mir vor hat. Er läuft langsam um mich herum, streicht über meinen Körper. Dann legt er sich unter mich, unsere Körper können sich fast berühren. Er beobachtet mich, wie ich über im schwebe, wir küssen uns. Sanft streicht er über meine Brüste und lässt seine Hand langsam tiefer gleiten.

Er lächelt mich an und beobachtet wie ich versuche mich gegen seinen ungehinderten zugriff zu wehren. Dann sagt er mit leiser ruhiger Stimme, siehst du ich bin so Pleite, ich muss schon mit Kerzen heizen und grinst. Ich muss lachen, strecke meinen Hals hinab bis mein Nacken schmerzt und gebe ihm einen Kuss.

Er lässt mich langsam hinab bis ich ganz auf dem Boden liege, löst die nicht mehr unter Spannung stehenden Seile und trägt mich in meiner Hülle aus Wachs ins Bett. Wir fangen sanft an und steigern uns bis alles Wachs von meinem Körper fliegt.

Am Morgen wache ich in seinem Arm auf, das ganze Bett und der Boden sind vom Wachs versaut. Ich muss daran denken, wie wir in Kalifornien waren. Eine riesige Motorradgang war auf der Autobahn, links und rechts überholten uns die wahnsinnig lauten Harleys, die die schweren Jungs fuhren. Ich hatte ganzschön schiss, aber mein liebster strahlte vollkommene Ruhe und Gelassenheit aus. Sie hatten die gleiche dominante Ausstrahlung wie mein Liebster, fast furchteinflößend, nur auf krimineller Basis.

Ich dachte lange, die Ausstrahlung meines liebsten hätte mit seinem Erfolg zu tun, seinem Geld, doch heute Morgen begriff ich, dass er den Erfolg und sein Geld von seiner Ausstrahlung hat. Er blickt vollkommen ruhig und gelassen in die Zukunft, weil er sich und seinem Können vertraut.

Manchmal hab ich mich in der Vergangenheit schlecht gefühlt wenn er mir teure Dinge gekauft hat, ich war mir unsicher was mich so anzieht, doch heute war ich mir sicher, dass es vollkommen nichts mit Geld zu tun hat. Es ist die Person die mich anzieht. Das war ein sehr wichtiger Punkt für mich.

Ich stand auf und unter der Dusche freute ich mich schon innerlich, dabei zusehen zu dürfen, wie er sein neues Leben aufbauen wird. Ich habe so wenig schiss wie er – und fühle mich unglaublich frei.

Ich hoffe meine noch recht frischen Gedanken sind verständlich, es war ein seltsames Wochenende mit tiefen Erkenntnissen.

Nadine

9 Gedanken zu „Die Fee

  1. Pleite^^

    Ich hab ihm auch schon gesagt, ich würde den Mustang kaufen, wenn er Geld braucht – wer den Schaden hat… 😉

    Wir sollten unbedingt in der Wunde reiben, solange es sie gibt – denn das Glück werden wir nicht lange haben 😉

    Aber solange er nicht bei seinem Vater arbeitet kann es noch nicht so schlecht um die Finanzen stehen 😛

    Sei ganz lieb geknuddelt Nadine

    Natalia

    • Mist wieso ist mir das mit dem Mustang nicht eingefallen – das hätte ihn sicher richtig geärgert >:-)

      Ja wir müssen die Situation unbedingt ausnutzen – die Gelegenheit bietet sich sicher so schnell nicht noch einmal.

      Danke für’s knuddeln 🙂

      Liebe Grüße

      Nadine

  2. Liebe Nadine, ich glaube du hast keine Ahnung was Pleite sein heißt – du solltest mich mal in meiner WG besuchen – die ist kleiner als eure Küche *peinlich sein*

    Vielen Dank noch einmal für das wunderschöne Erlebnis – ich glaube, wenn ich nicht in festen Händen wäre, würde ich euch überreden mich richtig mitzunehmen und nicht nur so ein gaaaanz kleines bisschen. Auch mit Kleidung war es ein Wahnsinnsgefühl die Seile auf dem Körper zu spüren…

    Ich wünschte, ich könnte mehr haben, aber leider geht das mit meinem Vanilla nicht und so werde ich weiter Träumen wenn ich von deinen Erzählungen lese…

    Ganz ganz liebe Grüße

    Lea

    • Ne is klar, er ist ja nicht wirklich Pleite, nur ist es das allererste Mal, dass etwas nicht klappt. Normalerweise wird immer alles so gut, dass man sich fragt, ob er mit dem Teufel im Bunde steht.

      Wie der Raab egal ob in einer Pfanne nen Berg runter fahren oder von nem Trum springen – alles wird Gold – und so ist es bei ihm normalerweise auch – nur diesmal nicht – AUSNUTZEN!!

      Und sein Scheitern reiben wir ihm jetzt richtig unter die Nase >:-)

      Er ist ein Mensch – es ist aufgeflogen, das er kein Gott ist*gemein grins*

      Mach dir keine Sorgen – Finanziell ist alles in Ordnung…

      Klar – war nen Lustiger Abend – von mir aus – jederzeit wieder 😉

      Liebe Grüße

      Nadine

  3. Ich glaube ich weiß was du meinst,

    das Dominanz und Unterwerfung nichts mit einer bestimmten gesellschaftlichen Position zu tun haben. Das jemand der sich einem anderen unterwirft Hausfrau oder Pilotin sein kann…

    Das es nichts mit einander zu tun hat – das dir das noch einmal ganz klar geworden ist…

    Oder?

  4. Liebe Nadine, ja, ich kann Deine Gedanken nachvollziehen… Gerade, wenn der dominante Part beruflich so aufgestellt ist, wie Dein Liebster, kommt einem sicher mal der Gedanke, woran man diese Machtgefälle wirklich festmacht, wodurch es begründet ist. *schmunzelt* Und finanzielle Unabhängigkeit ist toll…kann vieles leichter, unbeschwerter machen…und wirkt NATÜRLICH auch anziehend. Beruflicher Erfolg, gepaart mit Geld…das kann Macht ausstrahlen, ja.
    Aber, wenn ich Deine Berichte Revue passieren lasse, kam immer eine sehr natürliche Dominanz rüber… Wie Du so schön fomuliert hast, er ist ein Alphatier.
    Natürlich ist das von aussen betrachtet noch etwas ganz anderes, schließlich kenne ich Eure Lebensumstände nur zu einem kleinen Bruchteil.
    Um so schöner, wenn sich für Dich alles nochmal bestätigt hat *lächelt*

    • Danke – wie immer – kannst du meinen Seelenzustand hervorragend zusammenfassen 🙂

      Auch wenn du meine Neugier leider nicht befriedigen willst und ich weiter Mutmaßungen anstellen muss was du wohl für ein Mensch bist 😉

      Mh- aber schön, wenn meine Berichte von der natürlichen Dominanz erzählen, denn so ist es..
      Ich hatte letztens einen sehr unschönen Kommentar (den ich nicht veröffentlicht haben) in dem mir jemand vorgeworfen hat, dass ich das allen wegen des Geldes tun würde – ich glaube, das hat etwas an mir genagt… aber schlussendlich war es nur dummes Zeug, mit dem mich einfach jemand mir unbekanntes verletzen wollte…

      Wirklich schön, dass du meine Gedanken immer so nachfühlen kannst 🙂

      Liebe Grüße

      • Liebe Nadine,
        ich wusste gar nicht, dass Du neugierig bist, welche Person sich hinter meinen Zeilen verbirgt…*lächelt*
        Du hast ja meine Mailadresse…da antworte ich gern!

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