Schneeflöckchen, Weißröckchen

In den frühen Morgenstunden sind wir Richtung Süden aufgebrochen. Den viel zu warmen Weihnachtstagen wollten wir in den Bergen entkommen, wo wir mit zwei befreundeten Pärchen gemeinsam bei Unmengen Schnee in einer Hütte Weihnachten feiern wollten.

Mein Liebster hat das Auto mit einer roten Nase und Geweih geschmückt und so kommen wir morgens um 10 Uhr in den tief verschneiten Schweiz Alpen an. Ich schleppe meinen Koffer ein paar Meter durch den Schnee und überrede dann mit großen Kulleraugen meinen Liebsten den Koffer zu tragen. Die Hütte ist wirklich schön, ich will sofort das größte der drei Schlafzimmer in Beschlag nehmen bevor die anderen kommen, doch mein Liebster ist skeptisch und besteht auf einem der kleinen. Etwas wiederwillig packte ich unsere Koffer im kleinen Schlafzimmer aus und schmoll ein wenig. Jetzt gefällt mir die Hütte weniger gut und außerdem ist sie auch noch ungeheizt und kalt.

Ich schrei meinem Liebsten die Treppe hinunter, dass wir das große Schlafzimmer alleine schon deshalb verdient hätten, weil wir für die anderen alles schön warm Heizen würden. Ich höre seine uneinsichtige Antwort und schneide Grimassen als er plötzlich in der Tür steht. Mit leiser Stimme sagt er, ich solle ihm vertrauen, er wisse schon was er tut.

Nach dem wir ausgepackt und unseren Anteil im Kühlschrank verstaut haben stapfe ich hinter meinem Liebsten durch den Schnee zu einer kleinen hässlichen Hütte ein kleines Stück hinter unserer. Sie ist voller Holz, nur unglücklicherweise in so großen Stämmen, dass es noch in kleinere Stücke gehackt werden muss. Ich schnaube entnervt, so hatte ich mir das nicht vorgestellt, zuerst das kleine Zimmer und jetzt auch noch Holz schleppen. Mein Liebster grinst und fragt, ob ich lieber hacken will. Ich halte die große Axt einen Moment und entscheide dann, dass ich doch lieber das Holz zur Hütte trage. Nach dem zweiten Mal, ist meine Lust noch geringer geworden und ich packe so viel wie ich kann. Mein Liebster sieht mich skeptisch an und sagt, ich solle nicht so viel tragen. Ich packe noch zwei Stücke mehr auf und stapfe Grimassen schneidend  Richtung Hütte, kaum bin ich aus dem Sichtfeld meines Liebsten fliegt mir das ganze Holz in den Schnee.

Hastig greife ich nach den im Schnee versunkenen Holzstücken als ich schon die bedrohliche Stimme meines Herrn im Nacken habe. Ich blickte mit einem extra breiten Lächeln um die Ecke und versuche mir den Unfall nicht anmerken zu lassen. Ich muss zurück kommen und mein Herr sieht mit verärgerten Augen, dass das Holz voller Schnee ist.

Er schweigt. Ich beobachte wie die Axt mit Wucht das Holz spaltet und die Stücke durch die Luft fliegen. Dann hält er einen Moment inne und befiehlt mir das feuchte Holz in die Ecke zu legen.

Er nimmt die beiden Stücke die er gerade in zwei geschlagen hat und ich muss sie mit ausgestreckten Armen halten. Dann muss ich mich auf ein Bein stellen und für meinen Herrn Weihnachtslieder singen während er weiter Holz hackt. Es ist schwer sich zu konzentrieren – mit ausgestreckten Händen mit schweren Holzstücken und auf einem Bein. Ich verliere das Gleichgewicht, mein Herr grinst kalt und sagt, ich hätte mir gerade meinen ersten Hieb eingehandelt.

Langsam steigt die Anzahl meiner Fehltritte und meine Arme schmerzen von den Holzstücken, als mein Herr plötzlich inne hält und sagt – für das schiefsingen gibt es noch ein paar extra.

Ich konzentriere mich so gut ich kann, doch als mein Herr das Holz zur Hütte gebracht hat, bin ich bei einer stolzen Anzahl angekommen.

Zurück in der Hütte entzündet mein Herr ein Feuer im Ofen und sieht mich mit gemeinen Augen an.

Hose runter! Ich lass den Kopf in den Nacken fallen und quengel, ob wir nicht warten könnten bis es warm ist. Mein Herr schüttelt den Kopf und sagt die anderen würden bald kommen und er wolle nicht erklären müssen wieso ich mit dem Gürtel gehauen werde müsste – außerdem sei ich selber schuld – ich hätte ja nicht das Gleichgewicht verlieren müssen.

Ich ziehe demonstrativ wütend die Hose herunter – doch ernte nur ein hämisches Lachen meines Herrn. Gesalzen trifft mich seine Strafe, mein Hintern brennt ich fühle wie mein Herr über meinen Hintern reibt und hämisch kommentiert, dass mir eigentlich gar nicht kalt sein könne.

A-U-A

Ich ziehe gerade die Hose hoch als ich in der Ferne durch das Fenster das Auto unserer Freunde sehen kann. Uhh das war knapp, ich gebe meinem Liebsten einen Kuss und versuche mir mit einem extra breiten Lächeln nichts anmerken zu lassen.

2 Gedanken zu „Schneeflöckchen, Weißröckchen

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