Vanilla sein ist doof

ddorfMein Liebster erzählte mir von der Bestie auf die er dieses Wochenende aufpassen müsste. Der große böse gemeine Hund seines besten Freundes würde uns im Schlaf überraschen und lebendig fressen. Nein wir könnten wirklich nicht spielen – unmöglich.

Welch entsetzliche Langeweile in mein Leben schlich. Der Freitag wurde länger und länger, die Zeit schien faktisch stehen geblieben, ich wünschte mich würde die Bestie auffressen.

Doch schon bei meiner Ankunft hatte sich der große, gefährliche Hund als halbe Portion entpuppt. Mit seinen treuen lieben Augen sah er mich entzückt an, als ich im Flur meines Liebsten die Jacke auf hing. Meine Überlegungen im Vorfeld, ob er wirklich groß und gefährlich sei beantwortete er binnen Sekunden.

Wir gingen am Rhein spazieren, wir kochten, doch meine Hoffnung, dass mein Liebster nicht nur bei der Gefährlichkeit des Hundes, sondern auch bei seiner Absicht nicht mit mir zu spielen geflunkert hatte wurde mit zunehmend späterer Stunde immer geringer.

Gelangweilt ließ ich mich ins Bett fallen und hoffte ein letztes Mal, dass er seine Meinung ändern würde, wenn er sein Spielzeug nur betrachtet – doch nichts.

Mit entsetzlicher Langweile begann der Samstag. Ich stellte mir das Leben eines Vanilla vor. Nein das durfte nicht geschehen  – ich drehte mich um und bettelte meinen Liebsten an, doch der Hund mit seinen lieben süßen Augen hatte meinen Herrn den Kopf verdreht. Ich fühlte mich so schrecklich vernachlässigt. Langsam kam mir der Hund wirklich wie eine Bestie vor. Eine die mein Spiel mit meinem Herrn in Fetzen riss und lebendig fraß.

Der Samstag entwickelte sich schlimmer als in den schlimmsten Alpträumen die ich haben konnte. Nichts wurde mir befohlen, nichts musste ich erledigen, nichts wurde mir verboten und am schlimmsten war, dass mein Liebster mit allem zufrieden war. Selbst als der blöde Hund den Rücksitz seines Autos versaute wurde er nicht böse – das sollte mir mal passieren dachte ich – aber heute würde ich wohl nur einen Lappen in die Hand bekommen. Ich hatte das Gefühl, dass sich selbst mein Hintern nach der strengen Hand meines Herrn sehnte.

Während mein Liebster den Tag mit dem Hund verbrachte, mit ihm stundenlang joggen ging, mit ihm kämpfte und rumtollte, das mein meinen konnte, dass er Hundegene habe, lag ich zunehmend frustriert auf der Couch.

Plötzlich klingelte es an der Tür und wenig später war der Hund laut bellend aus dem Häuschen und ich augenblicklich auch – er wurde abgeholt. Endlich dachte ich. Endlich.

Meine Vorfreude auf den weiteren Verlauf des Abends wurde immer größer – doch genauso schnell erschlagen. Ich griff nach jedem Cocktail den mir mein Liebste bot und irgendwann in der Nacht versuchten wir beide den Weg Richtung Schlafzimmer zu finden, was nach einigen Unfällen auch gelang. Am Sontag morgen traute ich mich schon nicht mehr zu hoffen und so blieben wir lange im Bett liegen und sahen uns beide leicht panisch an, als wir hörten wie jemand die Tür öffnete.

Meine Freundin Natalie stand plötzlich im Schlafzimmer und beschwerte sich, dass sich über den fehlenden Kaffee. Verwirrt krabbelte ich aus dem Bett – sie sah mich fies grinsend an und sagte, ich solle mich beeilen. Perplex lief ich Richtung Küche und dachte darüber nach, was hier eigentlich so war, als mir ihre Stimme in den Kopf krachte – na Lust auf Sex mit der ex? Ich kniff die Augen zusammen – das ganze Wochenende war schon scheiße gelaufen und irgendwie entwickelte es sich nicht besser weiter. Ich schlich mich zurück und höre wie beide flüsterten, dass sie sich neben ihn legen solle um mich zu schockieren und beide wie kleine Mädchen kicherten.

Ich schlich zurück in die Küche und machte mit einem hämischen Grinsen Kaffee. Die werd ich schockieren dachte ich mir und lief mit drei Tassen Kaffee zurück und sagte „na Lust auf einen Dreier – oder will einer zusehen?“ Beide sahen sich entsetzt an und beschlossen, dass es Zeit zum aufstehen wäre. Ich grinste fies über beide Ohren.

Wir lachten, setzten uns an den Tisch und Frühstückten als ich begann Natalie mein Leid mit dem Hund und meinem unzuverlässigen Herrn zu klagen. Nicht eine winzige Session am ganzen Wochenende. Unmöglich. Natalia klagte daraufhin nicht weniger beeindruckend, dass sie schon wenig nur noch Top war und endlich wieder einen vernünftigen Dom finden will damit sie ihre devote Seite endlich einmal wieder ausleben könne. Wir redeten über Sessions die uns besonders gut gefallen hatte und irgendwann stellten wir uns die Frage, wieso wir nie alle eine gemeinsame Session hatten.

Irgendwann entstand die Idee dies möglichst bald zu ändern. Ich sagte, dass ich noch ca. 1 Milliarde Überstunden hätte und Montage doch auch schöne Tage zum spielen seien. Natalia zückte ihr Handy und diagnostizierte eine ganze Woche Zeit (typisch tztztz) und so lag es an meinem Liebsten. Nach einigen Telefonaten die mit einer Verabredung zum Squash am Nachmittag zum Ausgleich für die versetzen endeten, hatte mein Liebster auch endlich Zeit – (falls der das Squash Tournier überleben würde) und so überlegten wir, was wir bloß machen sollten.

Und so wurde das schreckliche Vanilla Wochenende doch langsam mehr nach meinem Geschmack 🙂

2 Gedanken zu „Vanilla sein ist doof

  1. Hihi das kann ich nur zu gut nachvollziehen….komplett vanillige Wochenenden sind echt blöd 😉 Da sieht man mal, welche Rolle das doch im Leben hat. Auch bei gewissen Dingen…… *g* ist vanillig nicht mal halb so gut 😀 LG

    • Hey :-),

      du hast vollkommen recht – man vergisst fast wie gut man es hat, wenn die Wochenenden so selten vanillig sind 😉

      Sorry, dass ich erst jetzt antworte – gestern war – naja sagen wir mal verplant 🙂

      Liebe Grüße

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