Ausweglosigkeit

Donnerstag komme ich von der Arbeit nach Hause und beim öffnen des Briefkastens fällt mir ein schwerer brauner Umschlag vor die Füße. Während ich die Treppe hinaufgehe versuche ich den Inhalt zu erfühlen, doch er ist gut gedämmt und ich bin mir erst ganz sicher, dass er von meinem Liebsten ist, als ich ihn öffne und mich drei paar Handschellen anlächeln.

Eilig öffne ich meine Tür, verschließe sie schnell und widme mich dem Inhalt des Briefs. Ich holte die Handschellen aus dem Umschlag und suche, ob nicht irgendwo ein Zettelchen mit Anweisungen steckt. Nichts. Ich setze mich und untersuche den Umschlag ganz genau, ob nicht irgendwo eine Nachricht finden kann, ich reiße vorsichtig die Plastikpolsterfolie aus dem Umschlag und sehe mir die Innenseite ganz genau an.

Ein breites Grinsen zieht über mein Gesicht als ich in der hintersten Ecke des Briefes eine winzige Nachricht entdecke. Der weiße Fleck ist nicht größer als ein Fingernagel, in winziger Schrift gedruckt, so dass sich meine Augen anstrengen müssen um die Nachricht zu entziffern.

Morgen wenn ich eine SMS von meinen Herrn bekomme, muss ich mich Nackt an mein Bett fesseln. Jeweils ein Bein an einen Bettpfosten und meine Hände hinter den Rücken.

Ich lege den Brief bei Seite und überlege, was er wohl gemeines mit mir vorhat.

Freitagnachmittag kann ich es nicht erwarten, dass mich die Uhr endlich von der Arbeit entlässt. Eilig fahre ich nach Hause, sauge noch einmal die Wohnung, flitze mit dem Staublappen durch die Zimmer und nach dem ich sicher bin, dass alles Blitzt verschwinde ich in der Dusche.

Ich bin bereit, starre auf mein Handy. Dieses schreckliche Warten. Ungeduldig laufe ich auf und ab und kann es kaum erwarten, doch mein Herr lässt mich zappeln. Plötzlich Klingelt das Handy, doch zu meiner großen Enttäuschung ist es eine Freundin die mir schreibt. Aufgeputscht hüpfe dich durch die Wohnung. Wieder Klingelt das Handy, ich sehe angespannt auf das Display – endlich geht es los.

Ich lege die Ketten an meine Beine. Verschließe die Handschellen hinter meinem Rücken und liege hilflos da. Die Zeit vergeht langsam, als ich auf die Uhr schaue und denke, ich würde schon eine Stunde warten sind es erst 10 Minuten. Als es langsam dunkel wird, höre ich Geräusche an der Tür.

Mein Plus steigt als ich höre, wie sich jemand an meinem Kühlschrank zu schaffen macht. Jemand bewegt sich in meiner Wohnung, es ist ein schreckliches Gefühl, so vollkommen hilflos dazuliegen. Ich überlege, ob ich nach meinem Liebsten rufen soll. Er muss es sein – wer sollte es sonst sein – oder ist es doch ein Fremder. Ich bleibe vollkommen still liegen, ich höre mein Herz laut schlagen, fühle den Puls in meinen Adern. Ich versuche leise zu atmen, mich nicht zu verraten und lausche den Geräuschen aus meiner Küche.

Plötzlich im schummrigen Licht der hinter den Wolken untergehenden Sonne höre ich, wie jemand nach der Türklinke zu meinem Schlafzimmer greift. Ich halte den Atem an, ich weiß es muss mein Liebster sein – wer soll es sonst sein und doch erstarre ich als meine Augen sehen, wie sich die Klinge langsam herunter bewegt.

Dann sehen meine entsetzten Augen wie sich eine Hand in einem weißen Latexhandschuh langsam um die Tür fassen und sie mit einem Satz aufstoßen. Erstarrt blicke ich in die dunkle Kühle einer Maske. Zwei eiskalte Augen umhüllt von einer schwarzen Skimaske starren mich an. Ich presse mich in das Kissen, ich atme schnell und mein Puls fängt an zu rasen, als sich die Person langsam nährt. Bekleidet mit einer grauen Trainingshose, alten weißen Turnschuhen, einer schwarzen Jacke eines anderen Trainingsanzugs und einer hässlichen Goldkette die unter seiner Jacke hervor blitzt näht er sich mir langsam. Ich will weg, ich will schreien, schmerzhaft halten mich die Fesseln an meinen Beinen und ich bringe keinen Tor hervor.

Der Gestank von kaltem Rauch zieht in meine Nase – mein Hirn schreit, dass mein Liebster Nichtraucher ist. Ich schüttele mich und bewege wild meinen Kopf hin und her als ich ein dickes graues Klebeband in seiner Hand sehe. Er setzt sich auf meine Brust, hält mir schmerzhaft den Mund zu und Klebt ein breites Stück Klebeband über meine Lippen.

Der Geruch seiner nach Zigaretten stinkenden Handschuhe zieht in meine Nase und mein Herz rast als er sich neben mich liegt und mit seinem Handschuh über meinen wehrlosen Körper gleitet.

Ich versuche mich mit meinen hinter meinen Rücken gefesselten Händen zu wehren, doch er nutzt seine Kraft um mich in eine noch ausweglosere Situation zu bringen, in dem der meine Hände schmerzhaft in einen sitzenden Strappado zieht und am Bettrahmen bestbindet.

Dann stellt er sich vor mich, zückt sein Handy und macht ein Foto von seinem hilflosen Opfer. Beschämt sehe ich zur Seite um mein Gesicht zu verbergen.

Dann beginnt er langsam seine Maske abzuziehen. Mein Puls rast und die Erleichterung als ich sehe, dass mein Herr vor mir steht lässt Unmengen Endorphin durch meine Adern krachen. Ich bin unendlich erleichtert. Die Zweifel haben mich zerfressen. Mein Herr nimmt die billige hässliche Goldkette ab, sieht sie einen Moment an und sagt – die hat’s gebracht und grinst mich breit an. Trotzig und zugleich unendlich erleichtert sehe ich ihn an während er langsam die Latexhandschuhe von seinen Händen streift. Und der Rauch hat dich um den Verstand gebracht. Ich funkel ihn mit bösen Augen an – mein Herr lacht und meine Erleichterung lässt mich wie high die weitere Session erleben.

8 Gedanken zu „Ausweglosigkeit

  1. Oh ja, sehr schöne Session. Sowas ähnliches hab ich auch mal gemacht, allerdings mit Messer und meiner Liebsten die Klamotten vom Leib geschnitten. 😀 Aber die Idee als Nichtrauer nach Rauch zu riechen ist schon raffiniert.

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