Parallelwelten

Wir stehen in mitten einer Tiefgarage als mein Herr mich in Ketten legt. Mir mulmigem Gefühl, dass mich jemand so sehen könnte laufe ich hinter meinem Herr in einen Aufzug und erstarre beinahe als sich die Aufzugstüre öffnet und ich einem älteren Mann in Buttleruniform in die Augen blicke. Ohne jede Regung bittet er um unsere Koffer und sagt, dass die anderen schon dar seinen.

Ich achte bei jedem Schritt darauf, dass meine Fußkette nicht über den Boden schleift und als meine Ohren die Stimmen unzähliger, lachender und sich unterhaltender Menschen hinter der Türe hören beginnt mein Herz zu rasen. Mit Entsetzen sehe ich wie die Hände meines Herrn nach der großen zweiflügeligen dunklen Holztür greifen. Ich blicke in flehend an, ich schüttel heftig den Kopf ich zische ihn böse an, doch mit einem ignoranten grinsen wirft der die Türe weit auf.

Schweigen. Etwa 40 Augenpaare blicken mich in einem unheimlichen Moment der stille an. Mir wird ganz warm und ich würde mich am liebsten hinter meinem Herrn verstecken als ein Mann mit Zylinder, dunklem Jackett und hohen Lederstiefeln auf uns zukommt.

„Gentleman was für eine erstaunliche Kreatur haben sie auf Ihrer Expedition gefangen“ sagt er in feinstem Oxfordenglisch während er näher auf meinen Herrn zugeht. Mein Herr lächelt und entgegnet, dass er mich perfekt für Experimente mit dem Mysteriösen Äther hält und in einer fremdartigen und feindseligen Welt gefangen hätte.

Ich blicke den etwa 50 Jährigen Mann an, der ein seltsames Gerät mit lauter Kupferrohren und Zahnrädern wie einen Rucksack auf seinem Rücken trägt. Ich komme mir vor wie in einem Traum, als ich der Unterhaltung zwischen den Beiden lausche und wenig Später zwei Diener meinem Herrn einen dunklen Mantel mit seltsamen Metallapplikationen bringen mit dem er wie der Kapitän eines Priatenzeppelins aus einem Comic wirkt. Verstohlen blickt er mich an und lächelt mir kaum sichtbar zu.

Ich sehe mich um und entdecke eine Frau auf die auf einem Hochrad durch die Halle fährt. Überall sind Menschen in Steampunk Kleidung die sich unterhalten oder an seltsamen „Maschinen“ arbeiten.

Dann plötzlich fällt die Unterhaltung der beiden wieder auf mich. Ich blicke sie mit großen Augen an, als ich höre dass mein Herr mich zur Sicherheit wegsperren will. Er redet ganz fies über mich hinweg als wäre ich unfähig mich an der Unterhaltung zu beteiligen.

Er packt mich am feste am Arm und ich muss seinem Weg folgen. Ich blicke auf einen Käfig auf polierten Kupferstäben in denen eine junge Frau mit blonden Haaren sitzt und mich groß ansieht. Ich muss einigen Stufen hinaufgehen und der Käfig wird geöffnet. Mein Herr nimmt mir die Hand- und Fußketten ab und ich sehe ihn giftig an, als er hinter mir die Türe mit einem riesigen Riegel verschließt.

Ich rüttele an den Stäben, doch sie sind feste verschweißt. Ich kneife die Augen zusammen und blicke ihn böse an, als mein Herr sich in einigen Metern umdreht und mir ein kurzes gehässiges Grinsen zuwirft. Die Frau auf dem Hochrad fährt an mir vorbei, Hupt und winkt mir zu, ich sehe sie giftig und schon ist sie aus meinem Blickfeld verschwunden.

Noch einmal rüttele ich feste an den Gitterstäben, doch der Käfig macht keine Anstalten mich freizulassen. Ich werfe den Kopf in den Nacken und will gerade sauer werden als mein Blick auf die andere Frau im Käfig fällt.

Still sitzt sie da und blickt mich mit großen Augen an. Wir mustern uns einen Augenblick und stellen dabei feste, dass wir die einzigen in normaler Kleidung sind. Wir grinsen und fragen uns gleichzeitig nach unseren Namen und fangen an zu lachen. Wir unterhalten uns und langsam wird mir klar, dass wir die einzigen Subs hier sind. Ich stecke mitten in einer Steampunkfeier – genauergenommen in einem Käfig auf einer Steampunkfeier.

Wir unterhalten uns und fischen nach ein paar Gläsern als ein Kellner vorbei kommt. Ich denke gerade wie schön es ist, eine andere Sub in der riesigen Stadt kennengelernt zu haben, als es mich ganz fies in den Hintern kneift. Wir springen beide vor Schreck und schmerzendem Hintern auf. Ich blicke in das beschissene Grinsen meines Herrn vor dem Käfig. Er steht an einem überdimensionalen Schalten und versetzt uns wenig später einen weiteren Stromschlag. Wir sind wie erstarrt und blicken auf seine Hand die über den Schalter schwebt. Er grinst und bitten den älteren Herr mit dem er sich unterhalten hat auch einmal die seltsamen Eigenschaften des Äthers zu erkunden. Wieder fegt uns ein gemeiner Schlag durch den Körper.

Mein Herr lacht einige interessierte haben sich versammelt und gucken dem Treiben zu. Wie stehen da, angewurzelt wie zwei Blumen vor dem Rasenmäher und beäugen gespannt den großen Schalter. Mein Herr grinst uns hämisch an und die beiden gehen weg. Argwöhnisch sehen wir ihnen hinterher. Dann fällt unser Blick zurück auf den Schalter, eine Frau steht vor ihm und lässt und mit sichtbarem grinsen aufspringen.

Zu unserer Erleichterung sind die anderen wenig sadistisch und so bleiben wir zwar gespannt und schielen wann immer jemand vorbei kommt auf den Schalter doch nur wenige Male erwischt uns ein Schlag. Wir lachen und unterhalten uns und ich fühle mich unglaublich gelöst unter all den unverkrampften Menschen die zwar ein wenig durchgeknallt aber allesamt harmlos sind.

Wir bekommen etwas zu essen gereicht und vergessen vor lauter Gemeinsamkeiten die anderen um uns herum und den Käfig in dem wir sitzen im Besonderen. Ich habe gar nicht bemerkt wie schnell die Zeit vergangen ist während wir uns unterhalten haben und bin beinahe geschockt als mein Herr den Käfig öffnet und mich holen will. Erst als er drohend zum großen Schalter geht willige ich ein meine Handschellen wieder anzulegen.

Traurig blicke ich meiner neuen Freundin in die Augen während mein Herr mir Handschellen anlegt. Ich sehe ihn mit großen Kulleraugen an, ein leichtes grinsen zieht über sein Gesicht und er sieht einen Moment zu ihr hinüber. Sie steht in der Ecke und streicht sich schüchtern durch die Haare und sieht meinen Herrn mi großen Augen an. Dann lächelt er mich an und sagt, zufällig hätte er noch ein paar Handschellen dabei. Ich kneife die Augen zusammen, sehe ihn einem Blick das ich ihn durchschaut habe an und grinse zu ihr hinüber.

Sie streckt die Hände vor und als die Handschellen leise klicken schließt sie die Augen und auf ihren Armen sehe ich ein wenig Gänsehaut. Er packt uns beide und bringt uns zurück in die Tiefgarage wo wir auf der Rückbank eines Wagens platznehmen müssen und uns schweigend in die Augensehen während wie langsam die Auffahrt hinauffahren.

14 Gedanken zu „Parallelwelten

  1. Hey,

    freu mich, dass du jemanden gefunden hast, mit dem du dich in der Fremde gut verstehst 🙂

    Stell mir das ganz schön fies vor bei so vielen Leuten so dastehen zu müssen und jederzeit einen Schlag bekommen zu können 🙂

    Bin total gespannt wie es weitergeht und auch wann ich endlich ein wenig in deinem Buch lesen kann 😉

    Liebe Grüße

    • Hey,

      ja freut mich auch 😉

      Vor so vielen Leuten zu sein ist echt ein fieses Gefühl – aber irgendwie hat man es nach einer Zeit gar nicht mehr so wahrgenommen – vielleicht auch weil alle nicht so ganz „normal“ waren…

      Liebe Grüße

  2. Wow….einfach nur hammer…oh man ich kann mir nur zu gut vorstellen was einem da alles durch den kopf geht wenn man im ersten moment vor so vielen leuten steht in so einer Situation 😀

    Das was man bei euch liest ist echt einzigartig. 😉 Da kann man jede Sekunde mitfühlen, als wurde ich einen Film schauen .^^ Stromschläge können aber echt fies sein…

    Liebe Grüße

    • Jaor, ich war von der Situation auch einen Moment überwältigt 😉 Aber war dann doch schön – und ich wr ja zum Glück auch nicht ganz alleine in der Tinte 🙂

      Strom ist echt fies – voralle, finde ich es im Kopf fies – also die Vorstellung meine ich – irgendwie ist die Erwartung vor dem Schlag noch viel schlimmer als der Schlag für mich 😉 Irgendwie mal man es nicht sehen und hören kann und es einen jeder Zeit erwischen kann – gemein 😀

      Liebe Grüße

  3. *Kopf schüttle* zu viel Kopfkino ^^
    Für solche Erlebnisse würden manche Sub’s toten. 😉 Alleine der Gedanke daran *schnurrrrr* stellt mir die Nackenhärchen auf, da bekommst du jetzt sicher ein paar Neider auf deinen Blog dazu. *fg*
    Wie bösartig und zu gleich wunderschön die Realität in einem Moment sein kann.

    Liebe Grüße CSR

    • Hey,

      solche Erlebnisse sind das schöne am sub sein – die bekommen die anderen nicht 🙂

      Ich bin immer wieder überwältigt von der Menge die du schrieben kannst wenn ich deinen Blog besuche 😉

      Schön, dass ich deinen Traum positiv beeinflussen konnte 🙂

      Liebe Grüße

      • ^^ Dann bewahre sie gut auf.

        Ui, *Knicks mach* Danke 😀
        Ach, das ist ja noch nicht viel *fg* scheiben ist halt eine von vielen Gaben, denn wenn ich mal anfange bin ich nur schwer zum stoppen. ^^

        Find ich auch und danke für das wunderbare Kopfkino, oder besser das du dein Erlebnis mit „uns“ deinen Lesern teilst. =)

        Lg vom CSR

    • Klar die stand da so alleine rum 😉

      Na – das war natürlich abgesprochen – nur ich wusste nichts davon – daher hatte mein Lieber ja auch „zufällig“ noch mehr Handschellen dabei 😉

      Wir haben uns da im Laufe der Zeit so unsere Regeln für soetwas gebastelt…

      Bin froh jemanden kennengelernt zu haben, der so ein bisschen so wie ich ist 🙂 Ist echt einsam in der Fremde :-/

      Liebe Grüße

  4. Pingback: Sinister dreams .. … … | Unlike You Think

  5. Huhu,
    ich bewundere immer wieder wie er das so einfädeln kann 😉
    Schön das du jetzt hoffentlich eine neue Freundin gefunden hast.
    Und warte gespannt schon auf den nächsten Eintrag! (Ich weiss, schlimm diese ungeduldigen Leser hier 😀 )

    LG Ela

    • Hey,

      das mit dem Einfädeln ist echt so ein Ding – weiß manchmal auch nicht wie er das hinbekommt – und irgendwie kennt er immer zig Leute egal wo wir hinkommen 🙂

      Ich bin echt froh, dass ich eine Freundin gefunden habe mit der ich mal etwas unternehmen kann – sonst alleine wars echt blöde – da bringt einem der tollste Job nichts :-/

      Ach – freu mich wirklich, wenn es Leute gibt die sich darauf freuen, wenn ich wieder etwas schreibe 🙂 Motoviert echt 🙂

      Liebe Grüße

      • > Ach – freu mich wirklich, wenn es Leute gibt die sich darauf freuen, wenn ich wieder etwas schreibe Motoviert echt

        Nun denn: Schreibe mehr!

        Ich bin übrigens durch blanken Zufall auf dein/euer Blog aufmerksam geworden. Und obwohl das Thema eigentlich nicht meines ist, hast du es geschafft, mich durch deine Art zu schreiben so intensiv zu binden, dass ich bereits Dutzende Einträge dieses Blogs gelesen habe und mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit auch den Rest noch lesen werde. 🙂

        —-

        Und solltest du wirklich eines Tages dein Buch geschrieben haben, hast du zumindest einen Leser sicher in der Tasche.

        Einzige Bedingung: Du änderst deinen erfrischenden und offenen Schreibstil nicht. Kein Stück! (Und lass dir auch vom Lektorat nichts anderes erzählen!)

        Auch dazu ein paar Worte: Hier wird immer „Fifty Shades of Grey“ als „Leitwerk“ argumentiert. Ich habe es ebenfalls gelesen; oder genauer: ich habe mich durch die teilweise extrem langatmigen und „auf Dreiteiler getrimmten“ Texte gequält. Und ich kann – zumindest aus meiner Perspektive – ohne jeden Zweifel sagen, dass die Protagonisten dieses Dreiteilers weniger Tiefe haben, als du/ihr es bereits in den wenigen Dutzend Beiträgen in diesem Blog skizziert habt/haben. Also messt euch nicht daran; ihr seid bereits jetzt um Längen überlegen. 🙂

      • Hallo,

        vielen Dank für das Lob und die unterstützenden Worte. Ich bin mir inzwischen sicher, dass ich das Buch schreiben werde…
        Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß beim Lesen 🙂

        Liebe Grüße

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.