Eingesackt

Die letzte Nacht mit meinen Liebsten vor seinem Rückflug hat begonnen. Es ist dunkel geworden in der riesigen Stadt und wir fahren durch die breiten Straßen Shanghai ’s. Neben mir auf dem Rücksitz sitzt eine junge Blondine deren Hände genau wie meine in kalten Handschellen gefesselt sind. Ich beobachte das glänzende Metall das sich um ihre Arme schmiegt. Schweigend fahren wir in die Nacht und durch meinen Kopf spuken Gedanken wo er sie wohl kennengelernt hat.

Plötzlich sieht sie mich an, als hätten wir den gleichen Gedanken gehabt und beginnt zu erzählen. Ich muss lachen und gleichzeitig finde ich es fies, dass er mir nicht früher erzählt hat, dass er einen vernünftigen Menschen in Shanghai kennt. Während wir unsere Erfahrungen über ekliges Essen, seltsame Menschen austauschen und sie mir Tipps gibt wo man ein paar nette Leute finden kann, biegen wir plötzlich scharf ab und donnern die Einfahrt einer Tiefgarage hinab.

Der Wagen geht hart in die Kurven, die Reifen quietschen und wir werden so feste in die Gurte gepresst, dass wir uns erleichtert mit breitem Grinsen und vor Aufregung errötetem Gesicht an sehen als der Wagen endlich zum Stehen kommt.

Mein Herr öffnet uns die Tür und wie steigen aus, die Handtasche vor die Hände gepresst, damit niemand unsere Handschellen sehen kann schleichen wir vorsichtig durch die Tiefgarage. Mit einem satten klacken schließt mein Herr die Autotür und führt uns zum Aufzug.

Nachdem sich die Aufzugtüre geschlossen hat, sieht mein Herr mich einen Moment schweigend an. Ich werde unsicher und lächele verlegen als er sagt, wir können sie auch noch unterwegs abgeben und deutet dabei auf meine neue Freundin. Schlagartig starrt sie mich großen Augen an und ich schüttel entsetzt den Kopf. Mein Herr lacht, gibt mir einen Kuss und als sich die Aufzugstüre öffnet fasst er uns beiden klatschend an den Hintern und schiebt uns in Richtung Wohnungstüre.

Ich schließe die Wohnungstüre auf und während wir mit leichtem Nachdruck durch den Flur geschoben werden versuche ich mir den Verlauf des Abends vorzustellen. Mein Herr schließt die Wohnungstür während wir weiter ins Wohnzimmer gehen und uns nervös in die Augen sehen. Unsicher streicht sie durch ihre Haare als die Schritte meines Herrn näher kommen und uns sekundenbruchteile Später seine Augen mustern.

Die Sekunden vergehen, während er uns schweigend betrachtet. Ich sehe ihm scharf in die Augen und stemme die Hände in die Hüfte als ich ihn provozierend Frage, ob zwei heiße Frauen zu viel für ihn seien und wir uns ohne ihn vergnügen sollten. Er steht weiter schweigend in der Tür und ich werde einen Moment unsicher, doch dann setze ich breit grinsend zu einem weiteren provozierenden Spruch an, als er plötzlich seine Hand mit einem einen riesigen Kartoffelsack hinter dem Rücken hervor blitzen lässt.

Mir bleiben die Worte im Hals stecken und ich versuche schnell abzulenken, doch er packt mich und während ich schreiend um meine Freiheit kämpfe, lande ich im riesigen Jutesack der sofort verschnürt wird und meinen unbeholfenen Befreiungsversuchen standhält. Plötzlich schmerzt die Hand mit der ich gegen den Sack drücke und ich ziehe sie erschrocken zurück. Ich beobachte meinen Herrn durch das grobe Gewebe und erkenne eine Gerte in seiner Hand. Er befiehlt mir ruhig zu sein und als ich zum Protest ansetzen will erwischt es meinen Hintern.

Vorsichtig presse ich das Gesicht gegen den Sack um besser hinausblicken zu können und sehe sobald in das blöde Grinsen meines Herrn.

Dann dreht er sich um und geht langsam auf meine Freundin zu. Er nimmt ihr die Handtasche ab und stellt sie neben meine auf den Wohnzimmertisch. Er lässt sie alleine im Raum stehen und geht zurück den Flur. Ich muss grinsen als ich ihren Gesichtsausdruck sehe als sie wenig später in einen zweiten großen Kartoffelsack blickt. Mein Herr Packt sie an den Haaren und unter jammern und flehen steckt sie bald in ebenso misslicher Lage wie ich.

Ich blicke hinüber zum anderen Sack, doch kann nur die Bewegungen des Sacks erkennen aber nicht meine Freundin. Mein Herr geht zum Wohnzimmertisch und greift nach unseren Handtaschen. Er leert den Inhalt meiner in einem großen Haufen vor mir aus, geht dann hinüber und ich sehe wie ein Lippenstift wegrollt als er ihre Handtasche ausleert.

Mein Herr beginnt laut die Anzahl der Dinge aus unseren Handtaschen zu zählen während er sie wieder einräumt und fiese Kommentare über den Inhalt von sich gibt. Ich presse mein Gesicht gegen den Soff und beobachte seine Mimik während er sich über die Dinge aus unseren Handtaschen lustig macht. Dann plötzlich zückt er mein Handy und fragt, ob wir lieber die Anzahl der Dinge an Schlägen mit dem Gürtel wollen, oder ein hübsches Bild auf unseren Facebookseiten. Ohne nachzudenken sind wir uns einig, dass wie lieber den Gürtel wollen und als mein Herr einen Moment den Raum verlässt, versichern wir uns gegenseitig wie froh wir sind, dass der andere jeweils genauso entschieden hat und kichern dass beinahe die Säcke umkippen.

Plötzlich hören wir meinen Herrn näherkommen und sind augenblicklich still. Ich versuche ihn wieder durch den Sack zu beobachten und bekomme einen Schreck, als er plötzlich auf mich zukommt. Dann stopft er uns die Handschellenschlüssel durch den groben Stoff und währen der den Raum verlässt sagt er, wir sollen den Schlüssel suchen, unsere Handschellen öffnen und uns ausziehen. Ich sehe auf den Boden des Sacks und in dem Moment in dem ich nach dem Schlüssel greifen will, wird es stock finster und ich höre wie mein Herr die Türe schließt.

Wir tasten über den Boden der Säcke auf der Suche nach dem Schlüssel. Wir versuchen uns im engen Sack auszuziehen und dabei nicht das Gleichgewicht zu verlieren und mit samt dem Sack umzukippen. Schrecklich kitzelt die Jute uns als wir im Dunkel dasitzen und vollkommen hilflos gefangen und eingeengt im schrecklich warmen piksenden Sack auf meinen Herrn warten müssen.

7 Gedanken zu „Eingesackt

  1. Hey, war ganz happy als ich meine mails gecheckt hab und die Benachrichtigung von einem neuen Eintrag gesehen hab. =)

    Einfach nur wunderschön, mal wieder Kopfkino pur! Mehr kann man da gar nicht sagen…^^

    Ich freue mich schon, wenn es wirklich dein Buch geben wird das zu lesen. 😉

    Liebe Grüße, Kitty

    • Hey, freut mich zu lesen 🙂 Freu mich immer wenn über deine Kommentare 🙂

      Ich denke derzeit viel darüber nach, wie ich das Buch aufbauen will und was ich alles erzählen möchte (und was nicht) – wird also wohl noch einige Zeit brauchen bis es einmal fertig ist 😉

      Liebe Grüße Dini

  2. Ist ja ne wirklich fiese Idee 🙂

    Ich freu mich auch schon drauf, wenn es wirklich ein Buch geben sollte – dann muss ich nicht mehr so ungeduldig auf den nächsten Eintrag warten 🙂

    Liebe Grüße

  3. Hi,

    immer faszinierend was du alles durch ihn so erlebst.

    Mich würde mal interessieren, wie eure Suche so läuft. Ihr habt ja schon öfter Erfahrungen mit 3. hier veröffentlicht, aber seit der Suchanzeige war das Thema hier gar nicht mehr present.

    Viele Grüsse Tom

    • Hallo, vielen Dank für deinen Kommentar 🙂

      Also unsere Suche war erfolgreich, aber ich habe bisher (auch auf Grund er momentanen Entfernung) bisher nicht die Gelegenheit gehabt sie kennenzulernen – was aber nicht so schlimm ist – ich bin nämlich 0% lesbisch 😉

      Wobei das in Shanghai etwas anderes war – das ist eine alte Freundin meines Lieben die seit 3 Jahren in Shanghai wohnt und naja – Gemeinsamkeiten verbinden^^ und ich brauchte dringend jemanden zum Ausgehen und quatschen und so 🙂

      Liebe Grüße

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