Was man über BDSM Play Partys wissen sollte

Play-Partys, also Veranstaltungen von SMlern, auf denen man sich trifft, mit anderen austauschen, unter seinesgleichen feiern, anderen bei einer Session zugucken oder selber eine öffentliche Session durchführen kann, gehören ohne Frage zur „Kultur“ der Szene.

Es gibt sowohl regelmäßige Veranstaltungen als auch solche, die nur sehr selten stattfinden. Neben öffentlichen Partys über die man sich im Internet auf verschiedenen Plattformen informieren kann und Eintrittsgeld bezahlen muss, gibt es auch halböffentliche, zu denen man etwa über Stammtische eingeladen wird und geschlossene Veranstaltungen, von denen man nur erfährt, wenn man entweder in der Szene eine gewisse Bekanntheit genießt oder den Veranstalter persönlich kennt.

Sinn dieser „Geheimnistuerei“ ist es, das Publikum zu filtern und Menschen zusammenzubringen, die sich verstehen und untereinander Diskretion waren, was bei öffentlichen Veranstaltungen bei denen man die Gäste nicht kennt, schwer umzusetzen ist.

Meistens herrscht ein gewisser Dresscode der sich je nach Party etwas unterscheiden kann. Reicht bei manchen Veranstaltungen ein guter Anzug oder ein schwarzes Kleid, muss es bei anderen Latex oder Leder sein. Allgemein würde ich allen, die sich das erste Mal entschließen auf eine PlayParty zu gehen empfehlen, sich dunkel zu kleiden damit man nicht auffällt, aber nicht gleich in Unkosten zu stürzen.

In aller Regel gibt es auf solchen Partys eine Umkleide im Eingangsbereich, damit man den Nachbarn nicht erklären muss, wieso man dies und jenes anhat. Einen Barbereich in dem man sich unterhalten kann, einen öffentlichen „Spielbereich“ und meistens abgetrennte Bereiche in die man sich zurückziehen kann. Einen abgetrennten Bereich sollte man nur betreten, wenn man eingeladen wurde. Im öffentlichen Bereich sollte man nur spielen wenn man schon ein wenig Erfahrung hat, da einen die vielen Blicke sonst ganz schön aus der Bahn werfen können.

Grundsätzlich ist angucken erlaubt, aber das anstarren genau überall sonst ungebührlich und anfassen ohne Erlaubnis ein Tabu. Es herrscht ein allgemeines Foto/Video verbot.

Die Spielbereiche auf PlayPartys sind meistens gut gefüllt, da viele sonst nicht die Gelegenheit haben, die hier zur Verfügung gestellten Gerätschaften zu nutzen. Die Sessions können relativ heftig sein und die eigenen Vorstellungen von Verantwortbarem übersteigen. Dennoch sollte man nicht eingreifen – Ausnahme hiervon sind natürlich reale Gefahren. Allgemein akzeptiert ist das SafeWort „Mayday“,  auf dessen Ausspruch in die Session eingegriffen werden sollte, wenn der Top die Session nicht von sich aus abbricht.

Ich rate unerfahrenen von öffentlichen Sessions ab und würde eher zu einem abgetrennten Bereich raten, da die vielen Augen die einen beobachten ablenken solange man nicht richtig in die Session hinein  findet und die Aufregung ihr übriges beiträgt.

Wenn man bei einer Session zusieht, sollte man die Beteiligten nicht ansprechen und aus dem Kontext holen und ein wenig Abstand wahren, damit man nicht im Weg steht. Nach Beendigung des Spiels sollte man einen Moment warten bis man einen der Sessionteilnehmer anspricht um ihnen Zeit zu geben zurück in die Realität zu finden.

Wenn man sich auf die Suche nach einer PlayParty macht, sollte man zum einen auf den Dresscode achten – es gibt auch Partys auf denen z.B. nacktes Erscheinen erwünscht ist – und zum anderen eine gewisse Vorsicht bei Veranstaltungen walten lassen, die höhere Eintrittsgelder für ledige Männer erheben. Naturgemäß erwarten Menschen die mehr bezahlen auch mehr.

Ich persönlich mag vor allem geschlossene Veranstaltungen bei denen man weiß was für eine Sorte Mensch einen erwartet und die an eher ungewöhnlichen Orten stattfinden. Ein Grund wieso diese meistens geschlossen sind, ist aber auch, dass für eine öffentliche Veranstaltung viele Vorschriften eingehalten werden müssen, die gerade an ungewöhnlichen Orten manchmal schwer umzusetzen sind.

6 Gedanken zu „Was man über BDSM Play Partys wissen sollte

  1. Super, dass ihr mal was darüber geschrieben habt. 😉

    Wie oft besucht ihr denn solche Parties, wenn ich fragen darf? Habt ihr da auch schonmal negative Erfahrungen gemacht bzw. musstet irgendwo eingreifen?

    LG kitty

    • Also etwas größere Veranstaltungen nur so 2-3 Mal im Jahr. Kleinere Dinge im privaten Kreis (bis zu Nadines Umzug) vielleicht alle 1-2 Monate.

      Bei geschlossenen Veranstaltungen mussten wir noch nie irgendwo eingreifen – bei öffentlichen gab es einfach manchmal Dinge die wir selbst als nicht mehr verantwortbar bzw. „unsafe“ empfunden hat und dann lag einem das Ganze immer wie ein Stein im Magen und hat einen den ganzen Abend versaut weil man am liebsten eingreifen wollte…

      Es stört uns nicht, wenn Leute Dinge tun die wir vielleicht nicht mögen oder uns zu heftig sind, aber wenn es so ist, dass man Sorge um die Gesundheit der Leute hat, dann ist es für uns beide schwer zu ignorieren und wenn man etwas sagt, endet es ehh immer in endlosen Diskussionen und Vorhaltungen, dass man den anderen gegenüber nicht tolerant sei…

      Daher haben wir uns irgendwann einfach entschlossen uns das nicht mehr anzutun.

      lg

      • Hallo!

        Mich würde interessieren, durch welche Aktiviäten ihr in den Kreis der Personen gelangt seid, die zu beschriebenen geschlossenen Veranstaltungen eingeladen werden. Wie war euer Weg dorthin?

        Zum Eingreifen: Meinen persönlichen Erfahrungen nach war den Anwesenden bei solchen Darbietungen klar bzw. wurde diesen klargemacht, was zu erwarten war und präsentiert wurde. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie es auf Veranstaltungen dieser Art zu ‚ausufernden‘ Situationen kommen kann. Vorausgesetzt natürlich, wir schreiben hier von einem vernünftigen Maß an Verantwortung bei der Organisation dieser Veranstaltungen.

        Liebe Grüße

      • Hey,

        eine gute Freundin von uns veranstaltet mehrmals im Jahr Partys für einen geschlossenen Kreis und da bleiben wir natürlich nicht draußen 😉

        Mh – „ausufernde Situationen“ sind immer so eine Sache, da das natürlich auch im Auge des betrachters liegt. Ich habe aber öfter Situationen erlebt, bei denen es einfach eine ganze Reihe von Zuschauern gab, denen die Dabietungen einfach zu extrem waren und manchmal waren wir auch dabei.

        Das soll nicht heißen, dass es unbedingt außer Kontrolle geraten wäre auf den Veranstaltungen, aber es war nicht so, dass es für uns eine schöne Abendunterhaltung mehr war… daher haben wir uns entschlossen – da es nichts für uns ist – nicht mehr auf diese Veranstaltungen zu gehen…

        lg

  2. Ich würde nie auf öffentliche Partys gehen. Ich habe nicht den Drang, mich zu zeigen (oder gezeigt zu werden) und käme mir vor wie eine angegaffte Ware. Das, was ich zwischenmenschlich antue und mir antuen lasse, ist eine Sache zwischen zwei Menschen.

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