Die Freiheit fühlen oder was liebt der dominante Part am BDSM

Auf die Bitte von „Felis“ eine Session aus dominanter Perspektive zu beschreiben.

Eine der schönsten Erinnerungen die ich habe, spielt auf der dreckigen, maroden, hölzernen Ladefläche eines alten Pickup. Gemeinsam mit einigen guten Freunden holperte ich über eine einsame Straße, es war ein warmer Sommertag, ich hatte die Abendsonne im Rücken und den Fahrtwind in den Haaren.

Ich fühlte in diesem Moment eine unglaubliche Freiheit, lebte nur für den Moment und das, was wir taten, durfte man eigentlich nicht. Aber es fühlte sich gut an, es tat niemandem unrecht und es befeuerte in mir den Wunsch meine eigenen Grenzen dort zu setzen, wo meine Freiheit einem anderen schadet und nicht dort, wo die Moralapostel, der Staat oder gedanklich verkalkte Menschen sie mir aufzwingen wollen.

Bevor ich eine Session beginne, nehme ich mir vor, dass die nächsten Stunden allen beteiligen Spaß machen, dass nur der Moment zählt und alles was innerhalb der Session geschieht in ihr bleibt.

Wenn die Session beginnt, merke ich wie sich meine Neigungen ihren Weg an die Oberfläche bahnen. Wie langsam in mir der Wunsch keimt meiner Partnerin nach meinen Wünschen zu führen, sie fühlen zulassen, dass ab jetzt nur noch mein Wille zählt. Zu spüren, wie sie sich selbst zwingen muss sich meinen Anweisungen unterzuordnen, ihren eigenen Willen zu unterdrücken und langsam immer mehr meins wird. Ich ihren Verstand zu rauben, bis sie jedes Gefühl für Zeit verliert und ganz im Rausch der Gefühle driftet.

Während ich meine Sub dabei beobachte wie sie in der Ecke steht und sich ihr Kopf ohne dass sie es selbst merkten würde langsam leert, fühle ich wie sich der Alltag und seine Regeln und Normen langsam lösen und ich den Wunsch bekomme meine Dominanz über meine Sub zu testen. Ihr das Leben schwer zu machen, sie in unangenehme Positionen zu zwingen und zu sehen, dass sie sie hält, weil ich es will obwohl sie sehr anstrengend und unbequem sind.

Ohne dass ich es richtig mitbekomme, löst sich langsam der Alltag mit all seinen Beschränkungen, Regeln, Ansprüchen, Erwartungen und ich beginne ganz auf mich selbst zu hören. Mir zu vertrauen, dass ich meine Partnerin so sicher führen kann, dass sie ihren eigenen Verstand nicht mehr braucht. Ich genieße das Vertrauen das sie mir entgegenbringt und fühle zugleich den Wunsch sie zu testen, meine Kontrolle über ihren Verstand weiter zu vertiefen.

Ich schlage sie auf den hintern und kann an ihrer Reaktion sehen, dass sie meine Macht über ihren Körper genießt. Wie sie tief einatmet und sie Information in den Nervenbahnen auf der Suche nach dem Verstand hin und her rasen und doch kein Ansprechpartner finden, da ihr Kopf vollkommen im Rausch und mit sich selbst beschäftigt ist. Ich sehe wie ihre Hände unter den Schlägen die ich ihr aufzwinge nach halt suchen, wie sie leise seufz und sich aus eigenen Stücken wieder in Position bringt, damit ich mit ihr verfahren kann wie es mir beliebt.

Ich fühle wie ich sie dafür Liebe, dass sie mir ihren Körper und Geist schenkt. Ich küsse sie zärtlich und lasse sie im nächsten Moment spüren, dass sie keinen Zweifel haben braucht, wer den Ton angibt. Lasse sie fühlen, dass sie mir mit Haut und Haaren gehört, genieße ihre zarte, fast verschwundene Stimme.

Fühle, dass mich meine Gefühle zu überspülen drohen und es Zeit wird, ihr die Kontrolle über ihren Körper zurück zugeben. Ich beende die Session, und während sie mich küsst, zärtlich ist, aufgeputscht lächelt und mir zeigt, dass sie eben so viel Spaß hatte wie ich selbst, fühle ich mich wie auf Drogen und kurz davor im Rausch der Gefühle davon zu treiben. Ich lausche der Musik und während Brothers in Arms von den Dire Straits mit sattem Bass mich langsam davon treibt, denke ich daran wie ich bei viel zu hoher Geschwindigkeit auf der Ladefläche eines Trucks in den Sonnenuntergang raste und ein Lächeln huscht über mein Gesicht, bevor ich endlich die Küsse erwider die sanft meine Lippen berühren.

13 Gedanken zu „Die Freiheit fühlen oder was liebt der dominante Part am BDSM

  1. Sehr genial. Vielen vielen Dank fuer diesen Einblick.
    Ich frage mich ja immer wieder, was da auf der anderen Seite der Peitsche passiert. Was daran toll sein kann. Auf meiner Seite denke ich mir nur immer „boah wie anstrengend, warum TUT der das, was hat der davon??!!“
    Jetzt habe ich zumindest eine Ahnung 🙂

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