Der Vorhof zur Hölle kostet 2,95 EUR

Nichts böses ahnend schlenderte ich mit meinem Liebsten durch die Stadt, kaufe mir ein paar Schuhe, probierte ein paar Pullover an und kuschelte mich an seine Seite während wir an den Geschäften vorbei liefen. Dann plötzlich blieb er stehen und blickte gebannt in ein Schaufenster, langsam musterten meine Augen den Laden und konnten keinen Grund finden, wieso er ausgerechnet von einem Billigladen mit lauter Kitsch und Plastikduft so fasziniert war.

Etwas unwillig begleitete ich meinen Liebsten in den komischen Laden. Er war vollgestopft mit billigen Plastikprodukten, vollkommen unsortiert standen hässliche Puppen neben Küchenmessern mit rosa Griffen. Ich konnte nicht verstehen war er bloß in diesem Laden wollte, während er sich zielgerichtet durch den Laden bewegte und scheinbar von der stickigen Luft vollkommen unbeeindruckt war, die mir den Hals zuzuschnüren schien.

Dann plötzlich, als mein Verstand schon ganz benebelt vom schrecklichen Plastikgeruch war, sahen meine entsetzen Augen in einem Regal unzählige elektrische Fliegenklatschen und mir stellten sich schlagartig die Nackenhaare auf. Ich zog und zerrte an meinem Liebsten, dich knurrte NEIN als er eine der Verpackungen in die Hand nahm. Vollkommen unbeeindruckt von meiner Intervention las er in aller Ruhe die Angaben auf der Verpackung und stellte mit einem leichten Grinsten fest, dass sogar Batterien im Set enthalten waren. Ich flehte und bettelte, dass er sie zurücklegen würde und mein Herr sah mir einen Moment in die Augen, dass ich schon Hoffnung schöpfte und griff dann nach einer zweiten Fliegenklatsche.

Ohhhhh – ich warf den Kopf in den Nacken – ich jammerte und quengelte, ich zog und zerrte – doch es half alles nichts und wenig später packte die Verkäuferin mit einem Lächeln seine Neuerwerbungen in eine Tüte. Schweigend stapfte ich an der Seite meines Herrn durch die Stadt. Dann plötzlich blieb er stehen, sah mich streng an und sagte, wenn ich mich nicht benehmen würde, würden wir jetzt Ersatzbatterien kaufen gehen. Ich beschloss mich zu benehmen und wie oft wenn es schnell gehen sollte, gingen wir zum zu einer Pizzakette, bei der es meistens etwas zu trockene Pizza und etwas zu kalte Nudeln gibt, dessen Name mit Vap. anfängt und bei der es so komische vibriende Kästen gibt die einem anzeigen, dass das Essen fertig ist (und man es selber abholen kann).

In der Bestellschlange trafen wir auf Freunde und so konnte ich mich nicht länger über seinen blöden Kauf aufregen und dachte vor mich hin, während die anderen erzählten. Ich dachte wie es wohl sein wird, wenn das Ding einen erwischt, als in diesem Moment meine Essenkasten vibrierte und ich vor Schreck fast vom Stuhl fiel weil ich in genau diesem Moment an den Stromschlag gedacht hatte.

Mit dem Essen kam ich auf andere Gedanken und als wir, nach dem wir mit unseren Freunden noch einigen Blödsinn in der Stadt gemacht hatten, nach Hause kamen, dachte ich gar nicht mehr an die Fliegenklatsche und war umso entsetzter als ich sie plötzlich in einer Tüte erblickte. Hastig blickte ich mich um und beschloss sie im Schrank zu verstecken. Meine blöden Absätze waren so laut, dass sie mich bei jedem Schritt zu verraten drohten und so schlich ich mich so leise wie irgend möglich Richtung Schrank, doch als ich gerade in der Tür verschwinden wollte, schoss eine durchdringende Stimme in meinen Kopf und fragte energisch wo ich denn hinwollte.

Ich blieb wie angewurzelt stehen und meine Beine wollten sich gar nicht mehr richtig bewegen. Ich blickte meinem Herrn in die Augen, doch sein durchdringender Blick machte jede Ausrede nutzlos. Wie ein Sattelschlepper kam er auch mich zu, packte mich an den Haaren, zwang mich in die Ecke des Flurs neben die Tür und zog mir zu allem Überfluss auch noch die den Rock und mein Höschen bis auf die Knie herunter bevor seine Stimme mich eindrücklich davor warnte die Ecke zu verlassen.

Ich hörte wie Nachbarn vor der Tür entlangliefen, schreiende Kinder und in meinem Kopf machten sich die schrecklichsten Horrervorstellungen breit wie jemand die Tür öffnen könnte. Ewig lange musste ich in der Ecke stehen, einsam und allein mit all meinen Gedanken was alles passieren könnte.

Dann endlich hörte ich Schritte hinter mir, doch meine Erleichterung, dass endlich etwas passierte war gepaart mit der Angst vor der schrecklichen Fliegenklatsche. Ich musste mich vor den Wohnzimmertisch knien, mein Herr nahm einer der zwei schrecklichen Fliegenklatschen und öffnete sie. Er hielt mir die Platine unter die Nase uns erklärte mir mit einem Stift, wie der Strom durch die Platine fließt, in einer Zigzagleiter die Spannung immer wieder erhöht wird, wie der Kondensator aufgeladen wird und überschlug im Kopf die Milliampere und Joule die in meinen Körper schlagen würden. Er nahm die andere Fliegenklatsche und strich über meinen Körper, zog mich an den Haaren zurück auf die Füße, gab mir einen Kuss und sagte dann mit eiskalter Stimme, ich müsse mich ganz ausziehen damit der Strom besser fließen könne.

Ich blickte ihn mit zugekniffenen Augen an, von seinem ekligen Grinsen wurde ich wütend als ich begann mich auszuziehen. Beeile dich fuhr es mich an und machte mich so wütend, dass ich mit meiner Kleidung nach ihm warf. Doch er lachte nur und sagte, dass sei kein guter Moment für Aufmüpfigkeit und wippte mit der Fliegenklatsche in der Hand, während sein Grinsen noch breiter wurde.

Langsam strich mir die Fliegenklatsche über den Körper und mit jeder Berührung wurde mein Kopfkino heftiger. Dann plötzlich kniff mich etwas in den Hintern und es fühlte sich an als hätte mich eine Mutantenriesenhornisse gestochen. Ich musste nach Luft schnappen, bei jeder Berührung mit der Fliegenklatsche stellten sich mir die Nackenhaare auf. Das Adrenalin schloss durch meinen Körper, mit der Berührung, mit jedem Schlag peitschte es durch meine Adern. Jede Berührung wurde unerträglich und bald wusste ich nicht mehr was schlimmer war – wenn die Klatsche einfach über meinen Körper strich oder wenn der Schlag vorbei war. Ich driftete mehr und mehr in meine Gedanken und nahm die Umwelt immer weniger wahr. Bald fühlte ich wie mein Blut kochte, wie ich die Schläge herbeisehnte während die Klatsche über meinen Körper strich.

Ich hörte wie mein Herr seinen Gürtel öffnete, er nahm mich während meine Gedanken noch irgendwo durch die Wolken flogen, doch seine sanften Berührungen ließen mich weiter fliegen und irgendwann flog ich meinen Träumen weiter ohne es zu bemerken und als ich am Morgen aufwachte lagen mein liebster neben mir im Bett mit einer Fliegenklatsche auf dem Nachtschränkchen.

Ich musste grinsen und konnte es mir nicht verkneifen. Ich hielt sie an seinen Oberschenken und genoss wie er aus dem Schlaff im Bett stand und vor Schreck aus dem Bett fiel. Fies grinsend krabbelte ich zur Bettkante, blickte hinab auf meinen entsetz blickenden Herrn, lächelte ihn an und legte mich dann auf dem Boden auf ihn, gab ihm einen Kuss und blies ihm einen während er mit den Gedanken noch irgendwo zwischen Himmel und Hölle schwebte.

12 Gedanken zu „Der Vorhof zur Hölle kostet 2,95 EUR

  1. Ist ja lustig, dass du gerade jetzt darüber einen Artikel schreibst 😀 Hatten nämlich selbst vor einem Tag die Überlegung, ob wir uns so eine Fliegenklatsche anschaffen sollen. Nach dem Artikel sollte ich das vielleicht nochmals überdenken 😉
    (richtige Stromspielzeuge sind meistens so teuer… 😦 )

    Wünsche euch einen schönen Adventssonntag!

    Liebe Grüße, kitty

    • Hey,

      ist ja echt ein witziger Zufall 😀

      Also ich finde die Fliegenklatsche ist noch das beste Elektrospielzeug das wir bisher ausprobiert haben – es tut zwar echt fies weh – aber irgendwie hat mich der Nervenkitzel auch angemacht… Bei so Dingen die feste mit mir verbunden wäre – wäre mir glaube ich unwohler…

      Und naja – die Dinger sind so billig, dass man sie notfalls „ausversehen“ kaputtmachen kann 😉

      Hoffe du hattest auch einen schönen Adventssonntag 🙂

      lg

    • Ist man wirklich nicht 😀

      Irgendwie gibt es überall Dinge die in fieser Weise verwendet werden können… besonders gefährlich sind immer die Baumärkte und Billigläden 😉

      Hoffe du hattest auch einen schönen Adventssonntag – gibt es bei dir eigentlich schon Schnee? – weiß gar nicht wie hoch W. liegt^^

      lg

      • Uhhh Baumärkte ^^ da schaffe ich das schon von ganz alleine, etwas zu finden das mir irgendwann mal zum Verhängnis werden wird. 🙂 (Ich kaufe das dann auch. ^^)

        Danke, den hatte ich. Nein, leider nicht und ich mag Schnee, liebe es, wenn es schneit. Wien liegt ca. zw. 200 und 800 Metern Seehöhe, je-nachdem wo man sich gerade befindet. Vor 2 Wochen hat es mal kurz gefalnkerlt (ganz leicht geschneit), aber das war es dann auch schon.

        Naja, weiße Weihnachten sind ja eh ne Seltenheit.

        Lg

  2. Ich wünsche euch auch einen schönen Adventssonntag… boa ist das fies mit der Fliegenklatsche. Ich hab ja vor Strom einen heidenrespekt und bekomm schon die Krise wenn mir nur mit Strom gedroht wird. 😉 Ich meld mich die Tage mal wieder bei dir.

    Liebe Grüße
    Ela

    • Hey, hoffe du hattest auch einen schönen Adventssonntag 🙂

      Das Gemeine an Strom ist einfach, dass man ihn nicht sieht, nicht riecht, nicht hört – bis es zuspät ist. Ich glaube das macht es so fies 😀 und dass mir dann noch erklärt wurde wie der durch die Schaltung fließt und wo er sich wie herhöht wird und wie viel Volt und lauter so schreckliche Dinge, hat es nicht besser gemacht 😉

      Mach dir keinen Stress – hab mir ja auch ewig viel Zeit gelassen 😉

      Liebe Grüße

  3. Boar hört sich das fies an 😀 Ich stelle es mir bei deiner Beschreibung wirklich gemein vor, wenn das Ding über einen streicht und jederzeit „zuschlagen“ könnte.

    – ich will’s auch mal ausprobieren 🙂

    Wünsch dir einen schönen Abend

    Liebe Grüße

    Lea

    • Hey,

      ich fand das auch am schlimmsten – irgendwie ist die Erwartung schlimmer wie wenn es einen wirklich erwischt 😀

      Na wünsch dir nichts, was du hinterher bedauern könntest – die Batterien sind immer noch halb voll ;-P

      Liebe Grüße

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