Das letzte Plätzchen

Tief verschneit lag die Hütte in den Bergen. Es war dunkel geworden und wir bereiteten uns gemeinsam mit unseren Freunden auf den Weihnachtsabend vor. Während ich noch überlege, was ich denn nun anziehen sollte, war mein liebster zusammen mit den zwei anderen Männern noch am diskutieren, wie der eigenartige alte Weihnachtsbaumständer denn nun funktionierte.

Als ich fertig war, stand der Weihnachtsbaum und zusammen mit meinen Freudinnen machte ich mich dran, den Baum zu schmücken, während die Männer das geschehen aus sicherer Entfernung vom Sofa aus kommentierten und dabei ein Plätzchen nach dem anderen futterten. Langsam wandelten wir den wunderbar duftenden Baum in ein festlichen Weihnachtsbaum der mit leuchtenden Kugeln, Lametta, kleinen Briefchen und Kerzen geschmückt war. Mein Liebster war zwischenzeitlich in die Küche gegangen, um sich einen neuen Kakao zu holen und beobachtete uns, an den Türrahmen gelehnt, während er an seiner Tasse nippte.

Sein ständiger zweifelnder Blick machte mich nervös, als ich die kleine alte Holzleiter empor kletterte und ich fluchte als sie auch noch anfing zu wackeln. Erleichtert blickte ich ihm in die Augen, als er sich entschied, die Leiter mit seinem Fuß zu sichern, doch konnte mich noch wesentlich schlechter konzentrieren, als ich seine Hand sanft an meinem Oberschenkel entlang gleiten fühlte. Ich konzentrierte mich so gut ich konnte und blickte die glänzende dunkelrote Kugel intensiv an, als ich plötzlich ganz leise den Reißverschluss an meinem Rock hörte. Ich drehe mich um und blickte böse in das heimliche Grinsen, während ich versuchte unbemerkt von unseren Freunden den Reißverschluss wieder zu schließen.

Draußen wurde es dunkler und während das Essen duftend und dampfend den Weihnachtsabend beginnen ließ, betrachtete ich die Geschenke, die unter dem Baum im Lichte des Kamins auf uns warteten. Während ich ein gefährlich beladene Gabel agil in meinen Mund hievte, musste ich daran denken, wie mein liebster wohl gucken wird, wenn er seinen „schönen“ Pullover auspacken würde, den er von mir bekommen hat. Ich musste mich bei meinen Vorstellungen innerlich zusammen reißen und als es endlich so weit war, war ich die erste die, die dabei abgelichtet wurde, wie sie mit großen Augen ein paar Tigerentensocken anblickte.

Nach dem mein liebster seinen kratzigen grauen Pullover an hatte und ich meine gelblichen Socken, kuschelten wir uns auf das Sofa und überlegten mit schwer zu unterdrückendem Grinsen was unsere Freunde wohl über uns dachten, während wir dem Feuer zusahen.

Wie jedes Jahr hatte mir mein Liebster brave Weihnachtstage verordnet und so düste ich mit den Ski die Abhänge herunter und freute mich über die kleine Schneeballschlacht die wir alle gemeinsam veranstalteten. Wobei ich eindeutig das Gefühl hatte, dass ich am meisten abbekam, auch wenn das alle bestritten und behaupteten sich gar nicht gegen mich verschworen zu haben.

Da am zweiten Weihnachtstag diejenigen unserer Freunde mit dem Kochen an der Reihe waren, die nach unserer Meinung eigentlich Kochverbot haben sollten, schlichen wir uns heimlich, nach dem wir eine Alibiportion heruntergewürgt hatten zu einem der Restaurants im kleinen Örtchen. Schloss die Augen und genoss einen Bissen meines saftigen Steaks, als ich plötzlich hörte wie sich mein Liebster verschluckte und als ich die Augen aufriss, konnte er sich vor grinsen kaum zusammenreißen. Ich kniff die Augen zusammen, drehte mich um und mir blieb schlagartig mein Bissen im Hals stecken, als wir einen unserer Freunde, der auch vor dem Essen geflüchtet waren, mit rotem Kopf im Eingang es Restaurants sahen.

Er setze sich neben uns und bald blieb mir ein weiterer Bissen im Hals stecken, als unser Freund mit tiefsten Schweizer Akzent von Biiowaaffrccchen sprach und das seine Frau sich echauffiere, er solle sich nicht so anstellen über die Katastrophe.

Nachts schlichen wir uns zurück zum Haus und waren froh, dass das Fenster durch das wir getürmt waren immer noch offen war. Auf dem Weg nach oben fiel mir auf, dass sich die Kekse im Haus auch ziemlich aufgelöst hatten und schnappte mir den letzen Keks den ich sehen konnte, bevor ich mich auf Zehenspitzen in unser Zimmer schlich.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte und aus dem Fenster hinaus in das ins weiße gehüllte Tal blickte, dachte ich darüber nach, wie gut es war, dass wir heute nicht mehr brav sein müssten. Ich war augenblicklich motiviert aufzustehen, was sich jedoch sehr schnell wieder legte, das ich daran dachte, dass wir uns beim Frühstück kaum aus dem Haus schleichen konnten und uns vermutlich gefrorene Brötchen erwarteten. Jedenfalls hatte mein Liebster gestern Abend diese Vermutung geäußert. Doch dann krabbelte mir ein wunderbarer Duft in die Nase und ich erspähte auf dem Nachttisch meines Liebsten den Vanillekipferl den ich gestern Abend gerettet hatte.

Ich versuchte mich leise herüber zu schleichen. Ich beugte mich ganz langsam vor, doch gerade als meine Finger den Keks berührten, wachte mein Liebster auf und noch bevor er realisieren konnte, was ich vorhatte, steckte ich den Kipferl in meinen Mund. Herrlich zerging er auf meiner Zunge, während mich mein Liebster mit zugekniffenen Augen ansah und einen wirklich schlechten Morgen hatte, als ich ihm vom herrlichen Geschmack erzählte.

Ich wollte gerade zu weiteren Ausführungen meines Geschmackserlebnisses ausholen, als mich mein Herr fies an den Haaren packt und zu sicher hinüber zieht. Ich muss ihm einen Kuss geben und fühle in selben Augenblick einen stechenden Schmerz in meinem Oberschenkel. Ich versuche mich zu konzentrieren, doch der in meinem Oberschenkel raubt mir die Gedanken und als er endlich von mir lässt, pocht die rote Haut und ich will gerade meinen armes malträtiertes Bein reiben, als er mich von hinten Packt und ins Bett presst. Ich kralle mich in mein Kopfkissen, als er beginnt mir den Hintern zu hauen, und beiße in das Kissen, als die Schläge immer fester werden und immer schneller kommen, bis mein Hintern knallrot ist. Dann geht er plötzlich ins Bad und kommt mit meiner Haarbürste zurück, ich muss mich über sein Knie legen und reiße vor Schreck den Mund weit auf, als ich die Rückseite der Bürste auf meinem schmerzenden Hintern spüre.

Ich jammere und flehe unter den Schlägen die mir die Tränen in die Augen treiben und als ich denke, dass er endlich ein Einsehen mit mir hat, muss ich mit Entsetzen mit ansehen, dass er einen großen Eiszapfen vor dem Fenster abbricht um meinen Hintern zu kühlen. Doch das Eis tut gut und ich genieße es einen Moment über seinem Knie zu liegen, bis meine entsetzen Ohren hören wie er meint, dass nun die Spitze schön glatt und rund sei. Ich will mich wehren doch, er packt meinen Arm und so muss ich unter zappeln das eklig kalte Eis in mir spüren und so sehr ich auch zappel, kann ich ihn nicht davon abbringen.

Böse blicke ich ihn an, als ich mich in die Ecke stellen muss und kann es nicht fassen, als er eine große Dose Kekse aus seinem Schrank holt und mir in aller Ruhe vom Geschmackserlebnis der Kekse berichtet.

PS: Es würde uns sehr freuen, wenn ihr an unserer kleinen Abstimmung teilnehmen würdest, wie sich unser Blog in Zukunft weiterentwickeln soll 🙂

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