Schneemonster Mark

Der erste Tag im Jahr bricht an, als eine kalte Briese durch das geöffnete Fenster über meine Haut streicht. Murrend krabbel ich näher zu meinem Liebsten und reiße an der Bettdecke, damit ich mich zwischen seinem warmen Körper und dem weichen weißen Stoff in Sicherheit bringen kann.

Ich kuschel mich in seinen Arm und versuche den kalten Hauch, der mein Gesicht umweht zu verdrängen. Erleichtert vernehme ich den Duft von frischem Kaffee aus der Küche hinaufziehen und mache mich eilig auf den Weg hinab, weg vom kalten offenen Fenster.

Als mein Liebster endlich die Treppe hinab getrottet kommt, beiße ich schon in ein zweites Brötchen und denke nicht ein kleines Bisschen daran, dem Zimmerverfroster einen Kaffee einzugießen. Unsere Freunde, die inzwischen unseren kleinen Machtkämpfen mit regem Interesse folgen, versuchen sich betont unbeteiligt zu geben und so bleibt ihm nix anderes, als unter einem gewissen unverständlichen Grummeln, selbst einen Kaffee zu machen.

Noch eine Weile spiele ich die beleidigte, bis ich plötzlich einen Stich in meinem Oberschenkel spüre und es kaum schaffe die Kaffeetasse ohne sie zu verschütten auf den Tisch zu stellen. Ich klammer mich mit den Händen unauffällig an den Tisch und blicke meinen Herrn schweigend an. Als er endlich von meinem Oberschenkel ablässt und ich über die Haut streichen kann, fühle ich die Abdrucke seiner Finger an der Stelle, an der er mich gekniffen hat.

Wir verbringen den Vormittag auf der Piste und mittags treffen wir uns mit unseren Freunden in einer Art Schnellrestaurant am Lift und stopfen uns mit ungesundem, aber leider furchtbar leckerem Fastfood voll.

Danach stapfen wir zurück zu unserer Hütte, da sich mein Liebster noch ein bisschen schonen will, während unsere Freunde noch ein paar Stunden die Piste unsicher machen wollen. Als ich das Wohnzimmer betrete, Flutet die Sonne meinen Körper mit ihren warmen strahlen und ich beschließe ein wenig die Höhensonne auf der Terrasse zu genießen. Nach dem ich es mir zuerst in meinen Skisachen auf der Bank gemütlich gemacht habe, entschließe ich mich danach es doch mit ein wenig mehr Haut zu wagen.

Ich liege auf der weichen Wolldecke, während mir die warmen Sonnenstrahlen über die Haut streicheln und genieße einen Moment die Stille der Berge, die in ein unwirkliches puderzuckerweiß getaucht sind. Doch irgendwie fühle ich mich auch ein wenig beobachtet. Meine Augen streifen die nahen Bäume, doch so richtig können sie nichts entdecken. Ich drehe mich um und vergewisser mich, dass mein Liebster noch immer am Notebook sitzt und ein paar Kleinigkeiten erledigt.

Doch dann schließe ich die Augen und genieße die Sonne, die auf mein Gesicht fällt. Ich kuschel mich auf der Decke und reiße noch zwei Mal die Augen auf, als ich das Gefühl habe, irgendwas zu hören, doch meine Augen wollen einfach nichts entdecken und irgendwann döse ich vor mich hin und leise der leisen Musik die aus der Hütte zu mir hinaus dringt. Leise wippt mein Körper zur entspannten Musik und ich denke darüber nach wie eigenartig es ist, dass man mitten im Schnee liegen kann ohne zu frieren.

Ganz plötzlich verschwindet die wohltuende Sonne aus meinem Gesicht und ich denke, einen Moment, dass mein Liebster sich zwischen mich und die Sonnenstrahlen drängt. Mit immer noch geschlossenen Augen sage ich leise, dass er weggehen soll, doch dann höre ich ein eigenartiges fremdes Lachen und als ich die Augen aufreiße, blicke ich in ein weißes, struppiges etwas, dass dabei ist mit seinen riesigen Händen nach mir zu greifen. Entsetzt schreie ich auf, doch dann packt er mich, hält mir den Mund zu und bevor ich irgendwas machen kann, liege ich mit dem Gesicht in den Schnee gedrückt und versuche durch Zappeln zu verhindern, dass meine Hände auf meinen Rücken gebunden werden. Vergebens.

Dann wird ein eisig kalter Knebel in meinen Mund gebunden und während ich mich gegen den ganz in weißer Tarnkleidung steckenden Bären zu verteidigen versuche, sehe ich wie mein Liebster unbekümmert und ohne irgendwas zu bemerken weiter an seinem Notebook arbeitet und Musik hört. Dann wird mein Gesicht wieder in den Schnee gepresst und ich zappel mit den Füßen um zu verhindern, was dann doch geschieht. Ich bin gefesselt und werde vom Schneemonster über die Schulter gelegt, während er sich summend Richtung Wald aufmacht und mir dabei auf den Hintern klapst.

Ich versuche zu begreifen, was gerade geschehen ist und während ich mich auf der Schulter des Schneemonsters winde, stapft er tiefer in den Schnee bedeckten Wald. Ich kämpfe so gut ich kann, doch so recht will mir kein Mittel gegen den wie eine Dampfwalze durch den Wald stürmenden Koloss einfallen. Dann, plötzlich lässt er mich mit einer Rolle in den kalten Schnee fallen, presst meinen Kopf wieder in den Schnee und macht sich in irgendeiner Form an meinen Haaren zu schaffen, während ich alles daran setzte, ihm das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Dann zeiht er mich grob auf die Füße und ich fühle, wie mich ein Seil in den Haaren festhält. Ich versuche in den Augenwinkeln dem Seil zu folgen und sehe, dass es über einen Ast über mir geführt ist und bei jedem Versuch mich zu wehren oder zu zappeln, zieht es ganz fürchterlich an meinen Haarwurzeln.

Dann ganz langsam macht der Schneemensch ein paar Schritte zurück und zieht seine Wuschelmütze aus und ich blicke in das breite Grinsen von Mark, den ich bereits in einem meiner letzen Urlaube kennengelernt habe. Ich blicke ihm einen Moment mit zugekniffenen Augen an, während er vor mir Grimmassen scheidet und sich dann seine Mütze wieder über den Kopf zieht, winkt und als er ein paar Schritte gegangen ist mit dem Winterwald verschmilzt.

Gefesselt und unfähig mich zu bewegen stehe ich im kalten Wald. Die Zeit vergeht ganz schrecklich langsam und jedes Geräusch, jedes Knirschen lässt mir das Adrenalin durch den Körper fahren. Plötzlich, nach einer gefühlten Ewigkeit höre ich Schritte im Schnee, höre ein Atmen hinter mir und fühle plötzlich eine in einem Handschuh verborgene Hand über meinen Körper fahren. Mir stockt der Atem.

Dann blicke ich in das unbewegte Gesicht meines Herrn, der mich einen Moment kalt anguckt, bevor er mit den Augen dem Reisverschluss folgt, den er öffnet und langsam meinen Körper immer mehr dem kalten Winter exponiert.

Dann blickt er mir tief in die Augen, während seine Hände langsam mein Höschen an meinen Beinen hinuntergleiten lassen. Ich schließe die Augen und lasse ihn gewähren ohne mich zu wehren.

Dann bekomme ich die lange Peitsche zu spüren. Bei jedem Schlag der fies in meinen Körper beißt, schwebe ich irgendwo zwischen Himmel und Eishölle und nach einer Weile, habe ich vollkommen vergessen, wie kalt es ist und warte ungeduldig auf den nächsten Hieb, der mir das Adrenalin durch den Körper peitscht und weiter schweben lässt. Irgendwann bin ich ganz weg, genieße irgendwo in meinem Kopf, wie ich getragen werde und als ich wieder ganz bei mir bin, blicke ich Mark in die Augen, der mich durch den tiefen Schnee auf den Armen trägt und fletsche die Zähne wenn ich seine blöden Sprüche höre.

Zuhause, mache ich es mir im Bett gemütlich und lausche leise durch einen offenen Türspalt den alten Geschichten, mit denen sich Mark und mein Liebster gegenseitig aufziehen bevor mein Liebster zu mir hinaufkommt. Leise stellt er einen warmem Kakao neben mein Bett, streicht die Decke zurück und küsst meine mit roten Stiemen überzogene Haut, bevor er mir einen Kuss gibt und einen Moment schweigend neben mich legt.

Am nächsten Morgen betrachte ich meinen Körper einen Moment mit einer Mischung aus Gänsehaut und Erregung, betrachte die langsam abklingenden roten Striemen und klaue Mark dann am Frühstückstisch seinen Kaffee. Mit zugekniffenen Augen blicke ich über den Rand der Tasse und muss innerlich grinsen, dass der Zweimeterriese nicht so recht weiß was er nun machen soll und am Ende notgedrungen einen Tee vor sich anstarrt.

4 Gedanken zu „Schneemonster Mark

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