Meine Erlebnisse mit BDSM Online Dates (von Natalia)

Nach dem Xander vor ein paar Tagen über das eigenwillige Flirtverhalten von Frauen innerhalb der BDSM Community geschrieben hat, oder besser über das Online Flirtverhalten, möchte ich heute ein paar meiner Erfahrungen als Frau teilen.

Wie vielleicht aus dem einen oder anderen Eintrag in den letzten Jahren hier im Blog hervorgegangen ist, war ich eine ganze Weile eine Spielpartnerin der beiden. Doch nicht zuletzt durch den Umzug von Nadine und Xander und auch im Hinblick darauf, irgendwann auch mal meine eigene Familie zu gründen, haben wir dies irgendwann abflachen lassen und sind schon seit einer ganzen Weile (Mit ein paar Ausnahmen) einfach nur noch im üblichen Sinn befreundet. Das soll nicht heißen, dass ich diese Zeit missen möchte, viele wundervolle Erlebnisse die ich Teilen durfte sind selbst wenn man viele Jahre BDSM betreibt nicht selbstverständlich. Xander hat eine ganz eigene und einen sehr einnehmende Art des Spiels, was mich sicher etwas verwöhnt werden ließ und auch wenn die beiden allenfalls 5% ihrer Erlebnisse hier teilen, so bietet selbst das nach meiner Einschätzung einen tiefen Einblick darauf wie BDSM (im Miteinander) sein sollte und sein kann.

Im letzten Jahr habe ich mich auf zwei recht bekannten BDSM Portalen angemeldet, die sich selbst als eher niveauvoll bezeichnen und neben dem Kennenlernen auch auf viele Beiträge und Hintergrund setzen. Wie es sich gehört habe ich ein Profil angelegt und da es ja am Ende doch auch immer um das Äußerliche geht, brav alle Angaben zu meiner Größe, Augenfarbe und Gewicht ausgefüllt. Ich bin schlank, groß, blond, habe blaue Augen und einen festen vollen Busen. Damit waren viele Suchkriterien scheinbar abschließend gefüllt, zu vielen anderen wichtigen Eigenschaften wurde eher rudimentär oder gar nicht gefragt. Mir ist es wichtig, dass mein Partner zumindest einigermaßen in meinem Alter ist und das es sich um eine eher feste Bindung handeln soll, so dass ich das zusammen mit einem längeren Text über mich in mein Profil geschrieben habe. Aus einer Spielbeziehung komme ich ja und suche explizit nicht nach einer, auch wenn mir natürlich bewusst ist, dass sich etwas festes entwickeln muss und man am ende doch eher lose anfängt. Aber mir ging es einfach um die Möglichkeit und auch darum, dass mein Gegenstück in mir mehr als eine austauschbare Nummer sieht.

Es dauerte keine zehn Minuten nach dem ich mein Profil veröffentlichte hatte, bis eine erste Nachricht eintrudelte, in der das Bedauern eines Herrn Mitte der Fünfziger zum Ausdruck kam, dass ich eine Altersgrenze gezogen hätte und er doch so viel erfahrener sei und mir so viel mehr bieten könnte. Da die Nachricht im Allgemeinen freundlich gehalten war, beschloss ich sie zu erwidern und ihm viel Glück bei seiner weiteren Suche zu wünschen. Unglücklicherweise verstand er das wohl als Einladung mir weiter regelmäßig zu schreiben in der Hoffnung dass ich noch zur Einsicht kommen und seinen Argumenten folgen würde.

Am ersten Abend waren knapp etwas über zehn Nachrichten eingegangen, von denen einige zum Schmunzeln einluden, anderer zum lauten Lachen und wieder andere zum hinter einem Kissen verstecken. Ein Mann in den Dreißigern bot mir an, doch zu ihm zu ziehen, wo ich den Haushalt machen könnte, mich um unsere zukünftigen Kindern kümmern und nebenher noch arbeiten dürfte, ich beschloss die Frage ob ich die gemeinsamen Wohnung auch noch bezahlen sollte lieber nicht zu stellen. Ein anderer überlegte, ob ich nicht vielleicht seine Willenlose Dienerin sein wollte und gleich zwei befahlen mir, ihnen Fotos von mir zu schicken (auf denen ich nicht so arg viel anhaben sollte).

Mit einem interessanten Gefühlsmix beendete ich meinen ersten Abend online BDSM Partnersuche und hoffe auf den nächsten Tag. Tatsächlich waren die Vorzeichen am zweiten Tag meiner Partnersuche besser und es gab gleich ein paar Nachrichten die von Männern geschrieben wurden, die auch ein Bisschen auf das eingingen was ich suchte und die dazu mehr oder weniger in meine Altersgrenzen von plus 10 minus 3 Jahren passten. Einige entwickeltn leider sehr bald eine unangenehme Anhänglichkeit und wussten genauer als ich selber, wann ich denn online war und wann ich ihnen zurückgeschrieben hatte. Zwei oder drei Herren schrieben mir nach ein paar Tagen plötzlich von anderen Profilen, weil ihre alten scheinbar auf Grund von Verstößen gegen den Jugendschutz gesperrt wurden. Ich finde es ja löblich, wenn die Plattformen entsprechende Tests machen, aber frage mich gleichzeitig wo der wahre Nutzen- außer dem schein der Korrektheit – liegen soll, wenn die aufgefallenen Personen sofort auf anderen Profilen wieder aktiv sind. Ich beschloss den entsprechenden Männern, die zum großen Teil schon eine lange Zeit erwachsen waren, nicht mehr zurückzuschreiben. Auf der anderen Seite kristallisierte sich sehr bald heraus, dass es doch zwei Männer gab die ich so interessant fand und die auch so schrieben, dass ich mit ihnen in engerem Kontakt stehen bleiben wollte.

Natürlich kamen in dieser Zeit auch täglich noch neue Nachrichten dazu, so dass man sehr leicht in die Situation kommt, dass man mit mehreren interessanten Männern auf einmal schreibt. Am Ende traf ich mich mit einem Mann, der eigentlich viel zu alt für meinen Geschmack war. Dennoch war es ein eigentlich ganz lustiges Date in einer kleinen Pizzeria und ich fand, dass er durchaus die eine oder andere Macke mit seinem Humor wegmachen konnte. Jedenfalls war ich mir recht sicher, dass ich ihn wiedersehen wollte, bis mir ein Stück Pizza im Hals stecken blieb als er mich während es des Essens unvermittelt aufforderte, auf die Toilette zu gehen und meine Unterwäsche auszuziehen und mit eine Art Salbe die er mir zeigte auf die Nippel zu schmieren. Ich beendete den Abend unsanft und fuhr zurück, während ich mich ärgerte, dass ich auch noch den weit längeren Weg auf mich genommen hatte.

Der zweite Mann, dem ich meine Nummer gegeben hatte, entwickelte sich in den nächsten Wochen bedenklich zu einem Kontrollfreak der scheinbar immer sah wenn ich entweder in WhatsApp online war ohne ihm zu antworten oder auf meinem Onlinedating Profil aktiv war. Jedenfalls verringerte sich meine Lust auf ein Date mit jeder Nachricht die ich von ihm erhielt.

Irgendwann in der Zwischenzeit hatte sich auch noch der Betreiber eines der Portale bei mir gemeldet, auch wenn das was ich bisher über ihn gehört hatte sehr zwiegespalten war zwischen Lob und Graus, gab ich ihm eine Chance. Tatsächlich war er zur Abwechslung in seiner Sicht sehr differenziert und hatte fühlbar mehr Erfahrung als die meisten mit denen ich bisher in Kontakt gekommen war. Über seinen etwas weinerlichen selbstbemitleidenden Schreibstil der sich mit beinahe überheblichen Momenten abwechselte, konnte ich noch einigermaßen hinwegsehen. Was mich jedoch ziemlich nervte war, dass er nicht offen sagte, dass er aktuell mit mehreren Frauen Spielbeziehungen hatte, was man zwar irgendwo nachlesen konnte, aber in einer ehrlichen Kommunikation irgendwie mal hätte zur Sprache kommen müssen. Irgendwann schlug er ein spontanes Treffen vor, das allem was er selbst predigte wie Covern etc. zu wiederlief und als auf meine kritische Nachfrage nur als Antwort kam, dass er wohl der zweit bekannteste Dom Deutschlands sei und irgendwem müsse man ja schließlich vertrauen, beschloss ich von ihm und seiner Seite zukünftig besser die Finger zu lassen.

Auf dem anderen Portal bin ich nach wie vor aktiv, jedoch obwohl inzwischen Mitte 2017 ist immer noch Single. Ich sehe um mich herum durchaus positive Beispiele und will darum den Mut nicht verlieren, aber Daten im BDSM Bereich mag zwar auf den ersten Blick einfach geworden sein, einen Seelenverwandten zu finden ist aber immer noch harte Arbeit.

Habt ihr auch schräge Datingerlebnisse? Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr sie mit uns in den Kommentaren teilen würdet 🙂

Natalia

11 Gedanken zu „Meine Erlebnisse mit BDSM Online Dates (von Natalia)

  1. Naja Natalia,

    also eigentlich solltest du das ja schon wissen, wenn du dich in dieser Szene bewegst.

    In den einschlägigen Portalen gibt es einfach zu viele Tastenwichser, verheiratete Männer die von irgendetwas träumen, was sie zu Hause nicht haben, vereinsamte, die keiner will und verelendete Übriggebliebene.

    Aber deswegen gibt es ja schon überall die einschlägigen Hinweise, gehe auf Stammtische oder – was ich empfehle – Besuche die einschlägigen Partys und biete dich diesbezüglich als Partybegleitung an. Für die meisten Partys kannst du einschlägige Anzeigen aufgeben bzw. findest du genügend einschlägige Anzeigen, wo Männer Partybegleitungen suchen.

    Ja und wenn du dann auf der Party bist, dann kannst du dich doch einfach deiner Begleitung widmen oder – wenn die sich weniger als dein Fall entpuppt – mal rechts und mal links flirten, Kontakte knüpfen etc. und wenn einer aufdringlich wird, dann verweist du auf deinen Begleiter und dass du nicht alleine bist.

    Sinnvoll könnte ich mir auch die einschlägigen Workshops vorstellen; da gibt es Veranstaltungen, von erotischen Tangotanzen über Tantra meets BDSM bis hin zu irgendwelchen Knoten-Bindekursen, auch Bondage genannt.

    Probier es mal und berichte.

    Viel Glück

    • Guten Abend Waldstern,

      vielen Dank für deine ausführliche Antwort 🙂

      Es ist schon so, dass mir ein paar Dinge über das Onlinedaten bewusst sind 😉 Ich bin ja auch schon eine Weile in der Szene aktiv und kenne den einen oder anderen…
      Aber mir ging es ja gerade um diese Erfahrunge. Ich denke, dass viele die neu in die Szene kommen am ehrsten online nach Kontakten suchen werden. Darüberhinaus kenne ich durchaus Paare die sich auf diesem Weg gefunden haben…

      Was ich mich frage ist, ob es wirklich andere Menschen sind die eine Partybegleitung suchen. So ganz sicher bin ich mir da nicht und daher werde ich deinem Rat folgen und das aus nächstes austesten 😉

      Liebe Grüße

      Natalia

      • Ja ich denke es sind graduell andere Menschen. Sie sind schon mal ein Schritt weiter gegangen.

        Ich kenne eine Frau die hat sich den Gag erlaubt, acht Männer gleichzeitig in ein Kaffee zu bestellen. Sie wollte die Männer mit ihrer Freundin begutachten. Kein einziger ist gekommen. Sie waren ganz schön enttäuscht.

        Das Beispiel ist krass, aber in abgemilderter Form habe ich das häufiger von Frauen gehört, dass viele Männern ganz kurz davor vom eigenen Mut verlassen werden.

      • Das klingt aber auch nicht nach dem besten Fang den man machen kann, wenn sich 0 von 8 zu einem treffen trauen 😉

        Sag mir mal wo ich danach suchen soll, dann werde ich das spaßeshalber als nächstes probieren.

        Ach ja, dass ist mehr ein Experiment für mich als echte Partnersuche. Nicht das er Eindruck entsteht ich sei total verzweifelt auf der Suche^^
        Aber wir haben alle in der Runde mal gemerkt, dass wir hier ziemlich in einer Wohlfühloase was BDSM betrifft leben und viel zu wenig mit dem ganzen zu tun haben was um uns herum passiert – daher meine Onlinesuche 😉

        LG

  2. *schmunzel* mich täts ja brennend interessieren auf welchen Portalen du dich da rumtreibst, bin ich doch selber schon auf vielen Portalen aktiv unterwegs gewesen und habe da gewisse Qualitätsunterschiede erleben dürfen, allerdings nach nun 20 Jahren auf derlei Plattformen angefangen vom damaligen Golden Gate, bis zu ich glaub Bizarre Chat hiess das Ding, zu Sadomasochat, Gentledom, Joyclub, SZ*, damals auch auf dem Schlagzeilen Chat, habe ich eines definitiv festgestellt, man lernt tatsächlich interessante Menschen kennen.

    Aus manchen Begegnungen beginnen Freundschaften, manch andere Begegnungen sind solche die mal am Rande des Blickfelds erscheinen und dann wieder sang und klanglos verschwinden.

    Das einzige das sich fantastisch (ironisch gemeint) verändert hat ist die Tatsache das BDSM heutzutage Mainstream geworden ist, das ist nicht seit neuestem so, sondern doch schon paar Jahre aktuell, leider.

    Und Hinz und Kunz entdecken diese Portale um dort als Mann, der ja grundsätzlich dominant ist, die werden ja so geboren aber von Tuten und Blasen keine Ahnung, aber davon ganz viel, sich dann Mädelz ausspähen die sie als ihre Traumfrau auserkoren wollen, die oben von dir benannten Beispiele sind ja wahrlich noch harmlos:

    Das mit der Salbe war sicher Tiger Balm oder gar Finalgon oder je nachdem Finalgon Forte, du hättest es ruhig wagen können, man bekommt dann so einen gewissen Tunnelblick *grins*

    Allerdings irgendwann kommt man an einen Punkt wo man feststellt die meisten der Typen die von Frau was wollen sind Spätpubertierende Hornochsen, die online viel Bla bla und heisse Luft versprühen wollen aber wenns ans eingemachte geht, wird schnell das Schwänzlein eingekniffen *g*

    Was sich aber definitiv geändert hat, ich kann da meist nur von der SZ* sprechen, bin da seit 2004 also Anbeginn dabei, die Qualität der sogenannten erfahrenen BDSMler hat sich dramatisch verschlechtert, früher war das eine kleine aber feine Community mit ca. 60.000 Usern, jetzt sind Unmengen da unterwegs und das Niveau ist in den unterirdischen Keller gesunken.

    Joyclub ist da auch keinen Deut besser, klar gibt es welche die von BDSM ne Ahnung haben und recht anständig sind aber auch die muss man wie die Nadel aus dem Heuhaufen heraussuchen, die meisten sind auf nen schnellen Fick aus oder Swinger die wohl alles ficken wollen das weiblich ist und gut aussieht.

    Bei den Parties ist es leider meist auch so, unterm Strich gesagt es hat sich leider nicht verbessert.

    Zu meinen Anfängen das ist jetzt gute 25 Jahre her, war dies alles noch eine Underground Subkultur, wo man wirklich noch gegenseitigen Respekt aufgebracht hatte, heute ist vieles nicht mehr gegeben oder schlichtweg nicht mehr vorhanden.

    So isses leider, aber die Hoffnung stirbt zuletzt und wenn man entnervt aufgibt, kommt man auch nicht ans Ziel, denn es lassen, wenn man davon gekostet hat ist zwar möglich aber eine seelische Qual *zwinker*

    Liebe Grüsse

    s29

    *Anmerkung: Leider musste der Beitrag an zwei Stellen zensiert werden, da eines der genannten Portale auf dem Jugendschutzindex steht. Wir machen das immer sehr ungerne und das ist nicht persönlich gemeint, aber leider kommen wir sonst schnell selber in Konflikt mit den entsprechenden Leuten, was wir wo möglich vermeiden wollen. Das Portal wurde mit SZ* abgekürtzt. Ich denke, alle Szeneaktiven wissen auch so, was gemeint ist. Sorry für den Eingriff und vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar 🙂 Liebe Grüße XK

    PS: Ich hab mal Natalia angeschissen, dass sie dir noch nicht geantwortet hat 😉

    • Hey, entschuldige dass ich erst jetzt antworte. Ich war ein paar Tage im Urlaub und hab einfach das Faulsein genossen 😉

      Wir hatten früher immer ein Forum in dem wir uns mehr zufällig alle kennengelernt haben – früher war es einfach so, dass es mehr eine kleinere eingeschworene Gruppe war udn wie du richtig sagst, ist es heute so sehr im gesellschaftlichen Bewusstsein, dass sich viele schwierige Menschen hier rumtreiben. Ich glaube auch, dass die ganzen großen Protale dem BDSM in seinem Geist nicht gut tun, da sie zu viel Menschen anziehen die sich mit der ganzen Matiere viel zu wenig auseinander gesetzt haben und mit halbgarem Wissen loslegen.

      Ich denke auch, dass es sich um so irgendeine Wärmesalbe gehandelt hat. Aber mir geht es dabei nicht darum, sondern mehr um das Prinzip des einander Vertrauens und Respekts. Und ich finde genau da fehlt es am allermeisten in letzter Zeit. Es wiederspricht dem was ich vorher mit ihm vereinbart hatte, nämlich das es ein reines Kennenlernentreffen werden soll – wer sich da schon nicht an Verbaredungen hält, wie soll ich dem Vertrauen, dass er es sonst machen würde.

      Dazu kommen wie du sagst die vielen Typen die nur auf eine dumme zum Ficken aus sind. Als ob ich mir dafür die Mühe machen müsste, über das Internet umständlich jemanden zu suchen der dann noch weit weg wohnt im typischen Fall….

      Ach ja. Vielen Dank für deine ausführliche Erfahrung und das du dir die Mühe gemacht hast alles aufzuschreiben 🙂

      Liebe Grüße

      Natalia

  3. Euer Blog war für fast zwei Jahre meine kleine Oase, hier habe ich mit euch mitgefiebert, geweint, gelacht, gezittert und mich gut unterhalten und informiert gefühlt. Immer wieder zog es mich hierher. Einfach um den Mut zu fassen, BDSM wirklich in mein Leben zu lassen, dass dieses gehen kann, das sah ich in sehr authentischen Weise hier. Als ihr im letzten Dezember von der Outingandrohung berichtet habt, war ich sehr schockiert. Nach einiger Zeit dachte ich mir aber, dass es Spinner überall im Leben gibt, also auch in der BDSM Szene.

    Dieser Beitrag hat mir aber gezeigt, dass Outings scheinbar auch aus Richtungen kommen, denen ich es nie zugetraut hätte. Für mich ist ein Flirt etwas sehr intimes, die Vorstellung, dieser würde Dritten zugänglich gemacht, stößt mich ab.

    Ich sehe keinen journalistischen oder auch inhaltlichen Mehrwert darin, jemanden zu outen. Schon gar nicht bei so etwas intimen wie der Partnersuche, zumindest solange diese Person nicht strafbar oder absolut verwerflich gehandelt hat. Weinerliches Schreiben, zwei Spielbeziehungen, die nicht mal aktiv vertuscht werden (was Männer sonst angeblich so gerne machen) und eine Einladung zu einem spontanen Kaffee, zählen für mich weder zu strafbar noch absolut verwerflich. Bei solchen Dingen gibt es eh immer drei Wahrheiten. Jene vom Erzähler, jene von der Person über die es geht und dann was wirklich vorgefallen ist.

    Für mich steht nach diesem Artikel fest, ich lasse meine Finger von dem Bereich. Wenn Menschen die ich als integer und vernünftig eingeschätzt habe und die selber Opfer einer Outingandrohung waren, es so gedankenlos gutheißen, dass intime Inhalte eines Flirts, in einer Art und Weise ins Netz gestellt werden, dass jeder leicht herausfinden kann, um wen es geht, weiß ich, diese Szene ist nichts für mich. Stellt euch vor, er würde das Gleiche bei euren oder den Kollegen von Natalia machen, einfach nur genug Andeutungen liefern, damit sie neugierig werden und diese Seite finden.

    Es war eine schöne Zeit in meinen Gedanken und ich möchte mich sehr dafür bedanken, dass ihr diesen Blog betreibt. Ihr Drei habt mir mit euren Zeilen mehr als einmal die Augen geöffnet, auch diesmal, leider nur in eine andere Richtung, als die von mir erhoffte.

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