Mark allein in New York

Mit einem gewissen Graus und Schmunzeln zugleich dachte ich zurück an einige Fahrten mit dem schmutzigsten BMW der Welt auf den Kanaren und wie ich per Weitwurf im Pool gelandet bin, als ich hörte, dass uns Mark besuchen würde. Es war schon eine ganze Weile her, dass ich den 2 Metergroßen und mindestens halb so breiten Freund meines Mannes das letzte Mal gesehen hatte. Schon vor Jahren hat er sein Zuhause auf den Kanarischen Inseln gefunden. Zusammen mit einem alten BMW (den er nie putzt), einigen Orangenbäumen (mit sehr leckeren Orangen) und einer ziemlich lässig eingerichteten Finca (mit fiesem Pool) gibt es nur selten Bedarf für ihn, seine Insel zu verlassen.

Scheinbar war es nun soweit und ich freute mich, dass ich beinahe zur gleichen Uhrzeit von einer Geschäftsreise zurückkommen würde, so dass wir gemeinsam den Weg vom JFK antreten könnten. Wir schrieben uns in den kommenden Wochen einige Nachrichten und ich ulkte, dass er ja auf mich warten solle und sich sonst verlaufen würde.

Mit zugekniffenen Augen saß ich ein paar Wochen später im Flieger und berechnete meine Verspätung. Immerhin gab es keinen Pool in der Nähe, in den mich der Riese für die lange Warterei am Flughafen werfen konnte dachte ich, als ich mit rollenden Augen feststelle, dass mein Flug mindestens 2 Stunden Verspätung haben würde. Ungeduldig rutschte ich in meinem Sitz hin- und her und musste dann bei dem Gedanken, dass der Brocken auch in so einen mini Sitz gefangen war und vermutlich beim Einsteigen seine Sitznachbarn schon die Krise bekommen hatten grinsen.

Hastig machte ich mich nach der Landung auf und fegte durch die schier endlosen Gänge, wechselte das Terminal und war beinahe außer Atem, als ich endlich das Café erreichte in dem Mark mit breitem Grinsen auf einem winzigen Hocker sitzend auf mich wartete. Ich musste lachen, als ich den Riesen auf seiner Minisitzfläche erblickte und war kurz davor mich in seinen Schoss fallen zu lassen um dem armen kleinen Höckerchen den Rest zu geben.

Nach dem Mark mir schrecklich ernster Miene und niederschwellig durchscheinendem Grinsen vorgehalten hatte wie lange er schon auf seiner kleinen Kubus artigen kunstlederüberzogenen schmerzenden Hintern verursachenden Sitzgelegenheit hat auf mich warten müssen und wir unseren Kaffee getrunken hatten, machten wir uns auf den Weg. Während ich Mark dabei beobachtet wie er seinen Körper in das Yellow Cab quetschte, bestand er darauf, dass wir nach dem Kofferwegbringen zur Entschädigung ein Steak essen gehen würden. Ich kniff kurz die Augen zusammen, weil ich daran denken musste, das ich beim letzten Steakgrillen mit Gemüse abgespeist werden sollte, doch beim Gedanken an ein großes saftiges Steak das ich nicht selber zubereiten müsste, konnte ich nicht wiederstehen und willigte in die Wiedergutmachung ein.

Während wir im Aufzug blickte ich langsam an Marks überdimensionalen Körper hinauf. Betrachtet seine großen Hände, die breiten Schultern und hatte das ungute Gefühl, dass mein Herr ihn für irgendeine fiese Gemeinheit verpflichtet haben könnte und ich am Ende ohne Steak dastehen könnte. Mit etwas mulmigen Gefühl weil ich mir unsicher war, ob wir wirklich nur die Koffer wegbringen würden, schloss ich die Eingangstür auf, schob die schwere Tür auf und tippte brav den Code der Alarmanlage ein, währen dich Mark im Augenwinkel im Blick behielt, ob er irgendeine Gemeinheit mit mir vorhatte.

Doch entgegen meinem Bauchgefühl blieb er mit einem seltsamen hinterhältigen lächeln in der Tür stehen und wartete, bis ich ihm den Weg zu unserem Gästezimmer zeigte. Kurz stellte er sich ans Fenster und warf einen Blick hinaus in die Weite der Stadt, während er sein Kofferersatzsack der offenkundig aus seiner Armeezeit stammte in die Ecke flog. Ich sprang unter die Dusche und zog mir ein knappes Kleid an, und fragte mich, als Mark erklärte er sei bereit zum Essen, wieso ich erwartet hatte, dass in seinem Reisesack etwas anderes als T-Shirts sein sollten. Mark grinste als er mein Gesicht sah und zupfte sein T-Shirt zurecht.

Nach dem wir eine Weile unterwegs waren, fragte Mark mich mit breitem Grinsen, ob meine Schuhe bequem wären, als ich meinen Absatz grade noch aus einem Gitter retten konnte ohne das ihm etwas passiert und erzählte mir, während ich mich an seiner Schulter abstützte um mich weiter zu ärgern von den Vorzügen seiner Riesentreter. Nach einer Weile kamen wir am Steakhaus an, dass ich meistens mit meinem Mann besuchte und wartete ungeduldig auf den Kellner, dass er uns zu einem Tisch führen würde, während Mark die Portionen auf den Tellern der anderen Gäste aus den Augenwinkeln begutachtete.

Ich erklärte dem Kellner das wir einen Tisch für zwei bräuchten und grade als der Kellner sich umdrehte um uns zu einem der wenigen freien Tische zu führen, grummelte Mark etwas, das den Kellner aufhorchen ließ. Er drehte sich kurz um und blickte uns an, dann nickte der Mark zu und führte uns weg von den anderen Gästen, hinab zu einem Raum an dessen Tür Privat stand, eine schmale Treppe hinab und ich blickte Mark fragend an, der mich mit breitem Grinsen vor sich her schob wie ein Tsunami. Der Kellner führte uns durch einen Schmalen Gang, dessen Wände nur grob verputz waren, schummriges Licht aus alten trüben Glaslampen zeigte gab nur widerwillig den Ort der vor uns lag preis.

Wir kamen zu einer alten verrosteten Stahltür vor der wir stehen blieben. Der Kellner lächelte uns kurz an und machte sich dann ohne weitere Worte dran den Weg den er gegangen war schleunigst wieder zurückzugehen. Verdutzt blickte ich ihm nach und dachte, wie oft ich schon hier essen war ohne das mir jemals etwas aufgefallen war. Ich war in Gedanken und überlegte, wie oft ich schon mit meinem Liebsten im Steakhaus ein paar Meter über uns gewesen war, als ich plötzlich von einem lauten Bollern aus meinen Gedanken gerissen wurde und sah, wie Mark vor die Metalltür hämmerte.

Es dauerte einen Moment, dann öffnete sich die Tür mit einem tiefen schleifend-quietschenden Geräusch und eine Frau mit hohen Absätzen, einem kurzen schwarzen Kleid und violettem kinnlangen Haaren blickte uns an. Schweigend sah ich ihr in die Augen und war in Gedanken, als sie Frage was wir wollen. Mark packte mich an der Schulter und sagte offenbar das richtige Losungswort, denn die Frau führte uns schweigend die dunkle Treppe hinter der rostigen Tür hinab, nach dem sie sie sorgsam wieder zugeschoben hatte.

Wir waren plötzlich an einem seltsamen Ort. Die Wände, Decke und das Boden des Holzes waren in verwaschenen Grau-Schwarztönen gehalten. Wir kamen zu einem großen schwarzem Vorgang, die Frau mit den violetten Haaren schob ihn beiseite und plötzlich waren wir in einem großen Saal. Alles um mich herum war schwarz. Die Stühle und Tische, die Servierten auf den Tischen, die Teller und alle Menschen die ich erblickte waren schwarz gekleidet. Die Frau zeigte uns wortlos einen Tisch und ich setzte mich immer noch etwas sprachlos über das was sich einige Meter unter meinem Lieblingssteakhaus befand an den Tisch.

Ich blickte Mark schweigend in die Augen, bis mich das knallen von Absätzen einer Frau, die ebenfalls ein kurzes schwarzes Kleid trug und ihr Gesicht hinter einer schwarzen Maske verbarg und auf uns zukam fesselte. Schweigend reichte sie uns zwei Karten, eingebunden in schwarzes Leder. Als ich sie aufschlug versuchte ich die graue Schrift auf schwarzem Papier im Schein der Kerze aus schwarzem Wachs zu entziffern und bestellte wenig später ein großes Steak mit einem Glas in seiner schwarzen Umgebung selbst ganz schwarz wirkenden Wein.

Mark begutachtet zufrieden seine Portion und wir aßen, während mich die Eindrücke aus dem seltsamen Saal immer noch fesselten. Da Steak wirkte ein bisschen wie der verbotene Apfel aus dem Paradies und so lecker das Steak auch war, konnte ich mich doch nicht richtig auf das zarte Fleisch konzentrieren. Die Kellnerin kam wieder und stellte einen verdeckten Teller heben uns auf den Tisch, den ich argwöhnisch begutachtete. Die Kellnerin brachte uns gerade den Nachtisch, als Mark mich einen Moment schweigend anblickte und dann sagte, dass er sich jetzt etwas in der Stadt verlaufen würde, während ich mich ja so gut auskennen täte und daher hierbleiben könnte. Dann stand er, ohne auf meine Reaktion zu warten auf, hob den Deckel des verdeckten Tellers hoch und ich ließ fast den Löffel mit den Nachtisch fallen als ich ein paar silbern glänzender Handschellen erblickte, die Mark an meinem Handgelenk und Stuhl mit einigem Nachdruck als ich mich zierte befestigte.

Dann kam ein breit grinsendes Gesicht mir ganz nah, so dass ich seinen Atem spürte und er flüsterte mir das Codewort meines Herrn ins Ohr. Dann stand er auf, richtete genüsslich sein T-Shirt und als er ging sagte er leise, viel Spaß im Schloss des bösen Wolfes.

Ich schluckte als ich höre wo ich war, zog an meiner Handschelle die mich verletzlich auf dem Stuhl festhielt und ein Mann mit schwarzem Mantel, schwarzen Schuhen, schwarzer Hose und einer grau-schwarzen Gasmaske, durch die er schwer atmete, setzte sich mir gegenüber an den Tisch. Ich ließ schlagartig die Handschelle in Ruhe und blickte ihn an. Seine Statur war nicht die meines Herrn, ich versuchte durch die Gasmaske die Augen zu erkennen, doch blickte nur in die hole leere des Glases. Die Kellnerin eilte knallend auf ihren hohen Absätzen herbei als sie sah wer sich zu mir gesetzt hatte. Ich saß da und hatte Gänsehaut.

Fortsetzung folgt…

2 Gedanken zu „Mark allein in New York

  1. … willst Du mich umbringen, Du kannst doch jetzt nicht einfach aufhören!

    :-))

    Du hast mir einen Urlaubsmorgen-Kaffee noch mehr versüßt, vielen Dank dafür!
    @–,-`—-

    Liebe Grüße

    S.

    (Und jetzt bitte bitte beeil Dich mit der Fortsetzung … ;-))

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