Du musst einfach an etwas Schönes denken!

Der kalte Morgen des ersten Weihnachtstags bricht mit Gepolter aus dem Nebenzimmer an. Erschrocken blicke ich meinen Liebesten an, der ebenso wie ich unter dem Krach aus inzwischen zwei Zimmern aufgewacht ist. Einen Augenblick guckt er in Richtung unserer Türe und beschließt dann murmelnd, dass sich das „Türklinkenproblem“ wohl ausgeweitet hätte, die Decke über den Kopf zu ziehen.

Entsetzt blicke ich auf die Bettdecke an deren Stelle gerade noch sein Kopf zu sehen war und springe aus dem Bett auf. Ich schleiche zu Tür und blicke vorsichtig und leise in den Flur und sehe, dass mein Liebster bei unseren Freunden die Türklinken so manipuliert hat wie vor kurzem bei mir, so dass sie nun nicht aus ihren Zimmern kommen.

Entsetzt schleiche ich mich zurück und boxe auf die Bettdecke, so dass das grimmige Gesicht meines Liebsten wieder erscheint und flüstere, was er sich dabei gedacht hat und male mir ihre schrecklichen Reaktionen auf seine Rache für die Aktion mit dem Weihnachtsbaum aus, als meine Gedanken von seiner genauso abgebrühten wie korrekten Feststellung, dass sie es verdient hätten unterbrochen werden. Gelangweilt zieht er wieder die Bettdecke über das Gesicht und murmelt dabei, dass ich jetzt nett zu ihm sein müsste weil ich ihn gestört hätte.

In meinem Kopf macht sich die Vorstellungen breit, dass unserer Freunde mir vorhalten, dass ich meinem Liebsten unter der Bettdecke verwöhnt habe, während sie in ihren Zimmern eingesperrt waren und vor die Türen gebollert und geflucht haben.

Ich bin noch am Überlegen was ich machen soll, als mein Herr mich leise aber entschlossen anfaucht, dass ich alternativ auch in den Dachgepäckträger auf dem Autodach gesperrt werden könnte. Ich blicke kurz aus dem Fenster hinüber zur grauen mit Frost überzogenen Box auf dem schwarzen Auto und krabbele unter die Bettdecke.

Ich gebe mir größte Mühe, doch der Krach und das Gebrüll aus den anderen Zimmern lässt meine Gedanken immer wieder abschweifen und so zieht mich mein Herr wenig später an den Haaren unter der Bettdecke hervor. Böse sieht er mich an und erklärt wortreich mit meiner Arbeit ganz und gar nicht zufrieden zu sein und meint sich gar einzubilden einen meiner Zähne gespürt zu haben.

Noch bevor ich irgendwas einwenden kann packt er mich wieder an den Haaren und zwingt mich auf den Zehenspitzen tapsend auf den Balkon. Dann um schließen seine Arme meinen Körper, so dass ich mich gar nicht wehren kann, während er mir ins Ohr flüstert, dass ich später noch Gelegenheit bekommen würde, meine Konzentration ausschließlich auf meinen Herrn zu trainieren.

Danach rückt er sein eiskaltes Pokerface zu Recht, geht als sei es ein ganz normaler Morgen in den Flur und öffnet unseren tobenden Freunden die Tür während er sich über die mangelnde Qualität der Türen auslässt und bald schon am lautesten von allen sein Leid über die Türklinken klagt, so dass niemand es auch nur wagt ihn der Türklinkenmanipulation zu verdächtigen.

Später beim gemeinsamen Frühstück sehe ich ihn mit zugekniffenen Augen an, während der genüsslich sein Erdbeermarmeladenbrötchen isst und dabei den Ausführungen und Spekulationen bezüglich des „Türklinkenproblems“ lauscht und gar selbst einige wilde Verschwörungstheorien einstreut.

Nach dem wir den ganzen Tag Skifahren waren mit einer kleinen Unterbrechung für ein Schnitzel freue ich mich auf das gemütliche zuhause und den warmen Ofen, doch ein wenig quält mich auch der Gedanke welch schreckliche Strafe mich noch erwarten könnte. Nach dem ich die Skier verstaut habe und mich vorsichtig in unser Zimmer schleiche, sehe ich mit Schrecken einen ganzen Haufen schrecklicher Wäscheklammern und eine Spule mit Schnur zusammen mit der Nachricht, dass ich an jeder Wäscheklammer ein zwei Meter langes Stück Schnur befestigen soll. Ich muss an die schreckliche Situation denken, wie es schmerzt, wenn so ein Haufen Wäscheklammern auf einmal von einem gezogen werden. Schon bei einer Wäscheklammer an der einen oder anderen Stelle ist es fast noch schlimmer wenn sie wieder abgenommen wird, als wie wenn sie da ist und dann so schrecklich viele auf einmal lassen mir schauer über den Rücken ziehen.

Plötzlich fragt mein Herr, ob ich immer noch nicht fertig sei. Ich blicke zu ihm auf, ich habe nicht einmal bemerkt wie er den Raum betreten hat. Ich überlege einen Moment wie ich um meine Strafe herumkommen könnte, doch auf meinen Vorschlag es einfach noch einmal versuchen zu wollen, werde ich mit der Bemerkung, dass es heute Morgen ja schon nicht so sonderlich geklappt hätte und er froh sein könnte an einem Stück davon gekommen zu sein abgebügelt und zum anderen sei es gar keine Strafe, sondern eine Übung für die ich dankbar sein solle.

Dann beginnt er die Wäscheklammern an meinem Körper zu befestigen und nach und nach durchdringen meinen Körper so schreckliche Schmerzen, dass ich kaum glaube, dass es noch schlimmer werden kann, als er plötzlich die Fäden zu einem Büschel zusammenfasst und so an den Bettpfosten bindet, dass ich leicht in die Hocke muss, um die Spannung von den Fäden zu nehmen. Ich jammere und flehe, doch mein Herr bleibt hart und ich muss in meiner schrecklichen Lage ausharren. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit, löst er die Fäden vom Bettpfosten und befiehlt mich vor ihm auf die Knie. Wieder muss ich ganz zärtlich zu ihm sein, während er an einem Faden nach dem anderen zieht und ich vor Schmerz am liebsten schreien würde wenn sie Spannung an einer Wäscheklammer immer größer wird und sich dann unter einem fiesen Schmerz löst. Doch ich konzentriere mich ganz darauf meinem Herrn zu dienen und will gar nicht darüber nachdenken, was er sich einfallen lassen wird, wenn ich jetzt einen Fehler mache.

Irgendwann sind alle Wäscheklammern gelöst und mein Herr wischt mir die Tränen aus dem Gesicht, gibt mir einen Kuss und schlickt mich ins Bad, wo die herrlich warme Badewanne auf mich wartet.

Am Abend kuschel ich mich an seine Seite auf das Sofa, sehe in das Feuer im Ofen und als einer unserer Freunde fragt, ob wir auch dieses seltsame winseln gehört hätten, verstecke ich vor Grinsen und Kichern mein Gesicht hinter meinem Liebsten und beiße in die Wolldecke, während er Verbindungen zum „Türklinkenproblem“ ausgemacht haben will und nach kurzer Zeit alle die wildesten Theorien präsentieren.

8 Gedanken zu „Du musst einfach an etwas Schönes denken!

  1. Oh mein Gott,

    das ist also die Antwort auf die Weihnachtsbaum-Aktion.
    Ich glaube du solltest demnächst auf deine Türklinken achten, Nadine ^-^

    Diese bösen bösen Wäscheklammern, das war sooo gemein von ihm, …
    Allein schon die Vorstellung davon und ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken.
    Herrlich fiese Idee von ihm ^-^. Wunderschön zu lesen und das Kopfkino tut eh Rest.

    *ggg*

    LG
    Sarah

    • Ja, die Rache ist unser^^

      Ich bin ja im Augenblick in Sicherheit – in Shanghai wird sich schon niemand an meinen Türklinken zu schaffen machen 😉

      Wäscheklammern sind wirklich ne fiese Erfindung 😀 Aber ich mag den seltsamen Schmerz irgendwie…

      Wünsch dir einen schönen Sonntag

      lg

  2. Liebe Nadine,
    da hast Du ja schön gelitten,
    Erinnert mich an meine Kindheit, wo ich mir lange Zeit solche Klammern am Körper verteilt, besonders um die Brust und im Unterbauch aufsetzte und sie dann langsam eine nach der andern abzog. Huii war das ein Schmerz.
    Aber dabei einen Schwanz lutschen und keine Zähne zeigen -puuh
    Hart
    Schön das es wenigstens ein warmes Bad danach gab, aber Schade nur dies 😉
    Danke für die Geschichte zum Wochenende,
    an so einem regnerisch grauen Tag ist das ein kleiner Sonnenschein
    LG
    Charly

    • Hallo,

      schön dass dir der Eintrag gefallen hat 🙂

      Ich habe als ich jung war auch mit einigen Dingen experimentiert und Wäscheklammern waren immer so leicht zu organisieren 🙂

      Na – nach harter Arbeit hat man sich ja auch ein warmes Bad verdient 😉

      Wünsch dir einen schönen Sonntag

      Lg

  3. 😀 😀

    Ich liebe so Situation wo jemand nichts ahnend etwas sagt und ich mir innerlich dermaßen einen ablache und denke: wenn du wüsstest.^^ Aber manchmal schwer nach außen hin dann nicht zu lachen. 😉

    Na seid ihr noch aufgeflogen mit der Türklinkenaktion?

    Wäscheklammern abziehen ist wirklich böse…

    Es ist immer wieder schön was von euch zu lesen, vorallem weil ihr mich teilweise echt an uns erinnert. 😉

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

    • Hey 🙂

      Ja mir fällt es auch manchmal richtig schwer nicht zu lachen – ich bin da einfach nicht so abgebrüht^^

      Ne wir sind mit unserem Streich davon gekommen – jedenfalls hat uns niemand beschuldigt 😉

      Wäscheklammern können echt super fies sein 😀 Dabei sehen die so harmlos aus 😉

      Wünsch dir einen schönen Sonntag

      Liebe Grüße

      Dini

  4. Huhu Dini,

    Ja Wäscheklammern können so herrlich fies sein. Und ich hätte mir da am Abend auch kein kichern verkneifen können.

    Es ist aber immer wieder schön zu lesen wie abgebrüht Xander da sein kann und dann auch immer mit der Sache durch kommt (ich denke da wieder an den dreckigen Porsche).

    Was ist eigentlich am großen Tag den 28.4. ?

    Liebe Grüße
    Ela

    • Hey Ela,

      dass schlimmste ist ja – man hat die Wäscheklammern auch noch selber gekauft 😉

      Ich weiß manchmal echt nicht wie er da so ein Pokerface haben kann – ich muss mich immer zusammemnreißen und dann will es doch die ganze Zeit aus mit raus platzen 😀

      Am 28.04 gibt es eine kleine Überraschung 🙂

      Liebe Grüße

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