Über Nadine

Autorin auf BDSMforLife, lieb wenn man sie zwingt und garstig wenn sie sich nicht beachtet fühlt :-D

Mark allein in New York

Mit einem gewissen Graus und Schmunzeln zugleich dachte ich zurück an einige Fahrten mit dem schmutzigsten BMW der Welt auf den Kanaren und wie ich per Weitwurf im Pool gelandet bin, als ich hörte, dass uns Mark besuchen würde. Es war schon eine ganze Weile her, dass ich den 2 Metergroßen und mindestens halb so breiten Freund meines Mannes das letzte Mal gesehen hatte. Schon vor Jahren hat er sein Zuhause auf den Kanarischen Inseln gefunden. Zusammen mit einem alten BMW (den er nie putzt), einigen Orangenbäumen (mit sehr leckeren Orangen) und einer ziemlich lässig eingerichteten Finca (mit fiesem Pool) gibt es nur selten Bedarf für ihn, seine Insel zu verlassen.

Scheinbar war es nun soweit und ich freute mich, dass ich beinahe zur gleichen Uhrzeit von einer Geschäftsreise zurückkommen würde, so dass wir gemeinsam den Weg vom JFK antreten könnten. Wir schrieben uns in den kommenden Wochen einige Nachrichten und ich ulkte, dass er ja auf mich warten solle und sich sonst verlaufen würde.

Mit zugekniffenen Augen saß ich ein paar Wochen später im Flieger und berechnete meine Verspätung. Immerhin gab es keinen Pool in der Nähe, in den mich der Riese für die lange Warterei am Flughafen werfen konnte dachte ich, als ich mit rollenden Augen feststelle, dass mein Flug mindestens 2 Stunden Verspätung haben würde. Ungeduldig rutschte ich in meinem Sitz hin- und her und musste dann bei dem Gedanken, dass der Brocken auch in so einen mini Sitz gefangen war und vermutlich beim Einsteigen seine Sitznachbarn schon die Krise bekommen hatten grinsen.

Hastig machte ich mich nach der Landung auf und fegte durch die schier endlosen Gänge, wechselte das Terminal und war beinahe außer Atem, als ich endlich das Café erreichte in Weiterlesen

Mädchen unter sich oder das Girlie Circuit Festival

Beim Girlie Circuit handelt es sich um eine lesbische Partywoche die nun zum 10. Mal in Barcelona stattfindet und sich inzwischen neben der SweetHeat in Miami zu einer der internationalen Großveranstaltungen für lesbische und bisexuelle Frauen entwickelt hat.

Dem diesjährigen Girlie Circuit Festival gingen eine ganze Reihe von Preparties voraus, unter anderem in Köln, Zürich, Wien oder Sydney. Was zum einen natürlich die inzwischen enorme Vermarktung des Events zeigt zum anderen jedoch auch, das enorme Einzugsgeiet des Festivals und dass die Lust auf die Partywoche wirklich groß ist. Letztes Jahr haben Natalia und ich das Festival besucht und eine ganze Woche Party ohne Jungs zu genießen.

Es ist einfach eine ganz besondere Stimmung, das Eintauchen in eine für mich total ungewohnte Welt, in der vieles ganz anders ist als in meinem Alltag. Da Natalia auch dieses Mal dabei sein wird und hoffentlich hinterher einen kleinen Bericht über ihre Erlebnisse verfasst, hier ein kleiner Hinweis auf die Veranstaltung.

Dini

Interview mit Michael von Enzberg zur „Passion – european bdsm & fetish fair“

Vor einiger Zeit sind wir mit Michael vom Veranstalterteam der „Passion – european bdsm & fetish fair“ die im November (17-19.11.2017) in Hamburg stattfindet in Kontakt gekommen. Bei der Passion handelt es sich um eine große Norddeutsche BDSM Messe, auf der eine Vielzahl von Ausstellern ihre hochwertigen und großenteils handgemachten BDSM „Arbeitsgeräte“ präsentieren. Daneben gibt es Workshops, eine Showbühne und mit der „PassionNight“ samstagabends eine große Fetisch und Playparty.

Nadine(BDSMforLife): Michael, habe ich die Passion damit ganz gut zusammengefasst, oder muss unbedingt noch ein wichtiger Teil ergänzt werden, der für die Masse ausschlaggebend ist?

Michael(Passion european bdsm & fetish fair): Das ist eine gelungene Zusammenfassung. Zu den Messeschwerpunkten nur noch eine Ergänzung: Wir haben bei der Passion großen Wert darauf gelegt, dass neben den BDSM-Toys auch der Bereich Fetisch mit Schwerpunkt Latex quantitativ und qualitativ gut vertreten ist. Ein Messe-Schwerpunkt sind auch erotische Outfits – mir ist kein vergleichbares „Schaufenster“ in Deutschland für die vielen kreativen Modedesignerinnen bekannt, die ihre Unikate – vor allem Korsetts – passgenau auf die Körper ihrer Kunden bringen.

Nadine: Wie hat das Thema BDSM Platz in deinem Leben gefunden? War es mehr ein beruflicher Berührpunkt oder hast du dein privates mit dem beruflichen verbunden?

Michael: Privat hatte ich das Glück, eine Partnerin zu finden, mit der ich BDSM so leben kann, wie es meinen Neigungen entspricht und mir – und natürlich ihr – gut tut. Wir waren aber keine Szene-Insider. Beruflich bin ich seit Jahrzehnten im Messewesen zuhause. Dann haben wir festgestellt – es gibt zwar einen großen Treffpunkt im Süden, aber es gibt Weiterlesen

I need your love

Es ist noch recht früh am Sonntagmorgen, als ich langsam wach werde und mir die wenigen Sonnenstrahlen die durch den Vorhang dringen in den Augen kitzeln. Ich stecke mich und fühle wie das warme seidig weiche Bettzeug an meinen Armen und Beinen entlanggleitet. Langsam drehe ich mich um und beobachte meinen Liebsten eine Weile, bis es mir zu langweilig wird und ich nicht anders kann, als ihn unsanft aus dem Schlaf zu reißen.

Mit einer Mischung aus verschlafenen und genervten Gesichtsausdrücken blickt wer mir einen Moment in die Augen, bevor er mein Lächeln ignoriert und sich frech umdreht um weiter zu schlafen. Ich kneife die Augen zusammen und lege mich steif mit verschränken Armen neben ihn und starre gelangweilt gegen die Decke. Langsam überkommen mich neue Gedanken, wie ich die elende Langeweile beenden kann und schleiche mich mit meinen Lippen ganz langsam seinen Körper entlang und werde wenig später wieder auf meine Seite des Bettes verfrachtet.

Genervt stehe ich auf und schleiche in die Küche hinüber, während mein Café langsam die Tasse füllt überlege ich, wie ich mich für die Gemeinheit und Ungerechtigkeit die mir wiederfahren ist revanchieren kann. Leider will mir kein geeignetes Mittel einfallen um den Langschläfer aus dem Bett zu bekommen, bis mein Blick zufällig auf den Eiswürfelspender am Kühlschrank fällt. Mit breitem Grinsen fülle ich ein ganzes Glas mit eklig kalten Eiswürfeln und ein wenig Wasser und schlürfe genüsslich mein Café zu Ende bevor ich mich mit dem Glas voller Eis und Wasser Richtung Schlafzimmer zurückschleiche.

Ich überlege eine Zehntelsekunde und gieße dann das ganze Glas über meinen liebsten, der nackt im warmen weichen Bett schläft und Sekundenbruchteile später laut fluchend Weiterlesen

Monthly Meetings

Einladung zum offiziellen BDSMforLife Stammtisch „Hell’s Kitchen“ Manhattan, New York.

Liebe Leserinnen und Leser aus New York und Umgebung. Im vergangenen Jahr haben wir damit begonnen, unseren eigenen Stammtisch für die deutschsprachige BDSM Community an der Ostküste aufzubauen. Wir sind inzwischen auf über 15 nette Menschen gekommen, die sich in unbeschwerter Atmosphäre in West 46th Street zwischen Eighth und Ninth Avenues einmal im Monat treffen.

Wir haben uns bewusst für eines der kleinen typischen Restaurants entschieden, da wir eine sehr heterogene Gruppe sind und niemanden durch die Auswahl ausschließen wollen und außerdem Hell Kitchen in den letzten Monaten zu unserem Namenspatron geworden ist.

Unsere Teilnehmer sind aktuell zwischen Anfang zwanzig bis Ende vierzig Jahre alt. Es wird smart casual erwartet, szenetypische Kleidung ist nicht erwünscht. Unsere Themen schwanken zwischen alltäglichem, regionalen Ereignissen und expliziten BDSM Themen. Weiterlesen

Dini und die Hupe des Teufels

Es war einer der öden Tage, an denen mein Liebster zusammen mit seinen Freunden in der Werkstatt war und sie an alten schmutzigen Autos arbeiteten, dabei Musik hörten und sich gegenseitig mit Sprüchen und Witzen triezten. Da es einfach kein guter Tag zum Shoppen war, weil keine meiner Freundinnen Zeit hatte, beschloss ich mitzufahren. Doch schon nach kurzer Zeit bereute ich meinen Entschluss. Es war langweilig und laut und schmutzig und ich konnte rein gar nichts machen. Ich versuchte verzweifelt die Zeit sinnvoll zu nutzen, doch war ich es nach einer Weile leid und schlich durch die Werkstatt.

Alles war voller seltsamer Maschinen und Werkzeuge. Teile von Autos stapelten sich in Regalen an den Wänden und einiges sah so seltsam aus, dass ich es genauer betrachten wollte. Doch nach dem ich das erste Teil angefasst hatte, stellte ich mit mittlerem entsetzen und leise fluchend, damit es niemand mitbekommt fest, dass ich direkt in etwas eklig ölig schmieriges irgendwas gefasst hatte. Ich kniff die Augen zusammen und stapfte leise, damit niemand meinen Fauxpas mitbekommt, Richtung Waschbecken. Natürlich ging das komische Zeugs nicht richtig ab, sondern verteilte sich noch weiter auf meiner Hand. Ich ließ den Kopf in den Nacken fallen und fluchte mit mir selbst, wieso ich bloß mitgekommen war.

Nachdem ich meine Hände irgendwann wieder einigermaßen gereinigt hatte, war ich sehr vorsichtig und bewegte mich noch leiser durch den hinteren Teil der Werkstatt. Nach einer Weile entdeckte ich eine Hupe, die an eine Spraydose hing, wie ich sie mal in einem Video Weiterlesen

Unsichtbare Monster die einen jagen

Mit großem Elan sitzt man vor einem leeren Dokument und beobachtet den blinkenden Cursor. Bereit, voller Lust zu schreiben, aber mit jeder Zeile die man verfasst, fühlt man, wie der Geist aus den Sätzen verschwindet. Wie aus Gedanken einzelne Wörter werden. Eine seltsame leere hindert die Hände daran, weiter zu tippen.

Es ist schwer zu beschreiben, aber es verfliegt die Lust. Ich hätte nie gedacht, dass ein einziges so banales Ereignis solchen Einfluss auf mich – auf uns – hat. Das ein Mensch durch einfaches Androhen etwas über uns der Allgemeinheit preiszugeben mir die Lust an einer Sache rauben kann. Drohungen sind mächtige Waffen.

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich vielleicht weit weniger mit meiner Neigung vertraut bin, als ich mir selbst einrede. Ich habe mir oft die Frage gestellt, wieso es mich die Vorstellung so belastet, wieso ich nicht darüber stehen kann. Sollte es mir, wie einigen anderen, einfach egal sein? Das Leben geht weiter – so oder so – das ist mir durchaus bewusst. Aber es ist etwas anderes, das mich umtreibt. Es ist der Verlust an Selbstbestimmung.

So sehr ich auf der einen Seite devot sein mag, so wenig bin ich es im Alltag. Durch die Drohung Dinge aus meinem devoten Bereich öffentlich zugänglich zu machen, vermischt Weiterlesen

Happy New Year

happynewyear2017Liebe Leserinnen und Leser,

wir wünschen euch einen guten Start ins neue Jahr und das 2017 für euch von vielen Erfolgen, neuen Freundschaften und lieben Menschen begleitet wird.

Wir haben uns wirklich sehr über die große Anteilnahem an unseren Problemen und das große Verständnis dafür, dass wir 2016 kaum geschrieben haben gefreut. Es hat auch einmal mehr gezeigt, dass die allermeisten Menschen dir wir über unseren Blog kennenlernen durften sehr liebe und herzliche Menschen sind.

Wir haben uns dieses Jahr entschieden, dass wir eine kleine Party für ein paar Freunde machen und gemeinsam das neue Jahr genießen. Ich hoffe ihr feiert auch alle schön 🙂

Liebe Grüße

Nadine

Die Drohung mit dem Outing

dark_dangerVor einer ganzen Weile wurde einem guten Freund von uns mit einem Zwangsouting gedroht, wenn er nicht gewisse Dinge tun würde. Diese Drohung war ein wenig verklausuliert, aber sehr deutlich und gewissermaßen sekundär auch an uns gerichtet. In der Folge, haben wir uns nach längerem Abwägen eine Auszeit genommen und darüber nachgedacht, was uns das Bloggen bringt und ob es uns die Sache wert ist.

Es ist uns nicht leichtgefallen mit der Situation umzugehen, besonders, weil die Person die die Drohung aufgestellt hat nach eigener Aussage, bereits in der Vergangenheit einen Menschen geoutet hat.

Ein Zwangsouting, also das Offenlegen unserer sexuellen Neigung vor unserer Familie, unseren Freunden und unserem beruflichen Umfeld, wäre für uns mit einigen Einschnitten in unserem Freundeskreis, unseren beruflichen Möglichkeiten und sicherlich einigen privaten, wie finanziellen Nachteilen verbunden. Weiterlesen

Frohe Weihnachten

frohe Weihnachten

Liebe Leser,

wir wünschen euch besinnliche Weihnachtstage, die ihr hoffentlich im Kreis eurer engsten Freunde und Familie verbringen dürft. Nach der turbulenten Zeit der Weihnachtseinkäufe, der quälenden Fragen, was man bloß verschenken soll und der Phase in der man die Hoffnung schon fast aufgegebenen hat, dass die Post wirklich noch vor Weihnachten die Pakete liefert, folgt nun der schöne Teil.

Wir hoffen, dass ihr das Jahr vollumfänglich genießen konntet. Tolle Menschen kennengelernt habt, gute Erfahrungen machen durftet und neue Fähigkeiten euer Eigen nennt. Wir selbst haben ein sehr ereignisreiches bis chaotisches Jahr erlebt und werden euch in den kommenden Tagen ein paar Anekdoten erzählen, damit die Zeit zwischen den Jahren nicht zu langweilig wird.

Wir alle wünschen euch frohe Weihnachten.

Natalia, Manu, Xander und Nadine