Bondage/BDSM Seile selber herstellen (Teil3/3)

Mit einiger Verspätung folgt heute der finale Teil der Bondage Seil Herstellung. Leider schaffen wir es beide derzeit zeitlich kaum neue Einträge zu verfassen. Wir hoffen, dass sich dies im neuen Jahr wieder ändert…

Nach dem wir uns im ersten Teil mit den Vorteilen von selbst verarbeiteten Hanfseilen beschäftigt und im zweiten Teil den stinkigen Hanfgeruch größtenteils aus den Seilen gelöst haben, kommen wir nun zum Abschluss zur Konservierung der Seile, damit sie sich angenehmer anfühlen und uns lange erhalten bleiben.

Nach dem wir unsere Seile gekocht und getrocknet haben, ist es als erstes wichtig zu überprüfen, ob die Seile wirklich trocken sind. Im Zweifelsfall lohnt es sich ein paar Tage länger zu trocknen, damit sicher ist, dass die Feuchtigkeit auch aus dem Seilkern raus ist.

Da aus dem Seil einige grobe und picksende Faserenden herausstehen, muss das Seil als nächstes abgeflammt werden. Die meisten verwenden dazu eine Lötlampe. Das ist eine Art Miniflammenwerfer den es für etwa 15 Euro im Baumarkt gibt und der mit Campinggaskartuschen betreiben wird. Dabei muss man sehr zügig arbeiten, weil die sehr heiße Flamme sonst das Seil anbrennt.

Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit kleinen Töpfchen für Ethanolkamine gemacht. Diese gibt es für ein paar Euro im Supermarkt, meistens in der Nähe der Teelichter. Der Vorteil ist meiner Meinung nach, dass die Flamme nicht so heiß ist und das Seil nicht so schnell verkokelt. Das ist aber Geschmackssache…

Danach wird das Seil durch ein leicht angefeuchtetes Tuch gezogen um die Reste vom Abflammen zu entfernen. Dabei braucht das Tuch nur ganzleicht feucht sein, ein einmaliges abreiben sollte genügen um es zu reinigen.

Als nächstes müssen wir uns entscheiden, ob wir unsere Seile mit den Knoten am Ende behalten wollen, oder ein glattes Seilende vorziehen. Falls die Knoten an den Seilenden stören, kann man das Seilende mit Isolierband umwickeln um ein ausfransen zu verhindern.

Die schönere und aufwändigere Möglichkeit besteht darin einen stabilen Faden um die Seilenden zu wickeln. Dieser Abschluss sieht wirklich schön aus, ist aber leider mit einiger Mühe verbunden. Mit einer Nadel wird als erstes der Faden mehrfach etwa 2 cm hinter dem Knoten durch das Seil gestochen. Anschließend wird der Faden 1cm lang so stramm wie möglich um das Seil gewickelt und anschließend wieder mehrfach mit der Nadel durch das Seil gestochen, wobei man sich langsam Richtung Anfang (der Stelle an der vor dem Wickeln durch das Seil gestochen wurde) bewegt. Nun kann der Knoten abgeschnitten werden und das Seil wird nicht ausfransen.

Ich selbst lasse die Konten aber meistens im Seil, da ich sie nicht störend finde.

Nun kommen wir zum konservieren der Seile.

Da sich konservieren so unangenehm chemisch anhört, einige Vorbemerkungen worum es in diesem Schritt geht. Da Hanffasern ein Naturprodukt sind, brauchen sie wie viele andere Naturfasern auch eine gewisse Pflege. Durch eine Behandlung der Fasern mit Wachs oder Öl wird die Faser vor eindringender Feuchtigkeit geschützt und dauerhaft weich und geschmeidig gehalten.

Ich habe im Laufe der Zeit von sehr vielen Möglichkeiten gehört, wie man seine Seile behandeln kann. Zusammenfassend kann man sagen, gibt es hauptsächlich die zwei Grundtypen Wachse und Öle.

Dabei hat eigentlich jeder seine eigene Empfehlung und jede Menge Argumente wieso man genau dieses Öl oder jenes Wachs braucht. Von Nerzöl bis Bienenwachspolitur gibt es die unterschiedlichsten Empfehlungen. Ich habe selbst die besten Erfahrungen mit Ballistolöl gemacht. Die Vorteile sind, dass das Öl leicht desinfizierend wirkt, gute Kriecheigenschaften besitzt und tief in das Seil eindringt und nicht wie Wachs ewig eingerieben werden muss. Nicht zuletzt, dass es eine garantierte Qualität vergleichbar mit Kosmetikprodukten besitzt und eine Lebensmittelzulassung hat. Daher braucht man sich im Gegensatz zu vielen anderen Ölen oder Wachsen keine Gedanken um die gesundheitliche Verträglichkeit machen, denn schließlich liegt das Seil ja oft direkt auf der Haut oder ist vielleicht auch mal im Mund oder ähnlichem…

Ich lege die Seile dabei einfach als Schnecke zusammengekringelt auf den Boden und sprühe kurz drüber. Danach befeuchte ich noch einen Lappen mit dem Öl und lasse das Seil einmal durch den Lappen laufen.

Jetzt sind die Seile fertig und können benutzt werden.

Lagerung:

Hanfseile sollten im Idealfall in einem Stoffbeutel hängend in einem Schrank oder einer trockenen dunklen Kammer gelagert werden, wenn sie nicht gebraucht werden. Eine große Stofftragetasche aus dem Supermarkt eignet sich ganz prima. Notfalls kann man sie auch in eine Schublade stecken. Feuchte Kellerräume, Garagen und Badezimmer würde ich als eher ungeeignet ansehen.

 

5 Gedanken zu „Bondage/BDSM Seile selber herstellen (Teil3/3)

  1. Huhu,
    na dann auf zum Basteln – das perfekte Weihnachtsgeschenk 😉

    Keine Angst ich quengel schon wieder wenn ihr den Blog vernachlässigt – scheint ja effektiv zu sein 😛

    Aber ich kenn das wenn man einfach zuviel um die Ohren hat. Macht euch keinen Stress. Der Blog soll euch ja auch Spaß machen und kein Muss sein.

    LG
    Ela

    • Hey,

      du kannst ruhig quengeln – ich bin das schon gewohnt 😉

      Irgendwie sind die letzten Monate ziemlich stressig geworden – früher hatte ich eigentlich immer Zeit noch mal etwas nebenher zu machen – aber im Augenblick geht leider nicht viel mehr….

      Liebe Grüße

  2. Hey,

    Super, dass es mal wieder einen Eintrag gibt. Aber wenn ihr viel zu tun habt solltet ihr euch mit dem Blog echt nicht stressen, seh ich auch so (obwohl ich natürlich hier sehr gerne was lese 😉 )

    Was haltet ihr/du eigentlich von Baumwollseilen? Sorry falls es die Frage schon mal irgendwo gab und ichs übersehen hab^^

    LG Kitty

    • Hey,

      wir lassen uns eigentlich nicht stressen und es macht ja auch Spaß zu schreiben…

      Nur geht es derzeit leider seltener als üblich… übrigens schön, mal wieder von dir zu lesen 🙂

      Mh – also Baumwollseile haben den riesigen Vorteil, dass sie sehr leicht zu handhaben sind und nicht müffeln.

      Als habe anfangs immer Baumwollseile genutzt, aber ich finde, dass sich die Knoten zu feste zuziehen, wenn jemand drin hängt. Also eigentlich gar nicht so schlecht, nur nicht für alles zu gebauchen – oder so in der Art könnte man sagen 😉

      lg

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